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Vorhang auf für den „Weißen Büffel“

10.08.2012 | 19:19 Uhr
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Der Schlagabtausch im Februar 2011 mit den Protagonisten „King“ Arthur Abraham und Yoan Pablo Hernandez ist noch in wacher Erinnerung. Nun heißt es am Freitag, 7. September, abermals Ring frei in der Mülheimer RWE-Sporthalle. Die deutsche Schwergewichtshoffnung Francesco Pianeta aus Gelsenkirchen trifft an diesem Kampfabend auf den „Weißen Büffel“ Francois Botha aus Südafrika.

Neben dem Fight in der Königsklasse wird die Nummer eins der Welt im Mittelgewicht, Doppel-Weltmeisterin Christina Hammer, in den Ring steigen. Die 21-jährige Lady aus dem SES-Boxing-Stall war bereits in ihrer Wahlheimatstadt Dortmund Sportlerin des Jahres und hat im Ruhrpott zahlreiche Fans und Unterstützer. Sie wird in der RWE-Arena ihre WM-Kronen der WBO und WBF verteidigen. Als Herausfordererin tritt Yahaira Hernandez aus der Dominikanischen Republik an. Die Boxerin von der karibischen Insel boxte schon zweimal in Deutschland, so auch gegen die Zarin Natascha Ragosina.

Der Weg in den „Pott“ und damit nach Mülheim war für SES-Manager Ulf Steinforth längst überfällig: „Diese Halle schreit förmlich nach Boxen. Wir waren überrascht über die guten Bedingungen und haben uns gesagt, dass wir hier ungedingt etwas machen und unsere Zelte aufschlagen müssen.“ Gesagt, getan.

Das Duell des 27-jährigen Pianeta gegen den 16 Jahre älteren Botha sollte bereits Mitte Mai in Frankfurt (Oder) stattfinden. Doch der Hüne vom schwarzen Kontinent hatte sich kurz vor dem Kampf verletzt. Am 16. Mai stieg der Gelsenkirchen dann gegen Box-Legende Oliver McCall in den Ring und besiegte den einstigen Bezwinger von Lennox Lewis einstimmig nach Punkten. „Das war ein sehr guter Kampf, nicht ganz perfekt, ein paar Fehler gab es schon“, blickt der 1,96 Meter-Riese zurück. Jetzt gibt es für Francesco Pianeta den Kampf gegen den nächsten legendären Fighter. Dass der Mann aus Durban, der in seiner langen Karriere Hochkarätern wie Evander Holyfield, Wladimir Klitschko, Lennox Lewis, Mike Tyson und Axel Schulz in die Augen geschaut hat, zu den schillernden Figuren in der Szene zählt, weiß Pianeta spätestens seit der Begegnung in Frankfurt/Oder. „Im positiven Sinn ist das ein ganz verrückter Vogel. Er hat gegen die Großen geboxt. Ich habe Respekt vor ihm, überhaupt habe ich vor jedem Gegner Respekt.“ Wie auch immer: Der glühende Schalke-Fan geht beim Heimspiel vom guten Gelingen aus: „Francois Botha ist der nächste Schritt auf meinem Weg an die Spitze. Ich schlage jetzt einen Ex-Weltmeister nach dem anderen!“

Der bei der Pressekonferenz in der RWE-Sporthalle via Skype aus Südafrika zugeschaltete „Büffel“ sieht das naturgemäß anders. „Ich komme wieder nach Deutschland, um meine Karriere fortzusetzen. Ich muss und werde Francesco Pianeta dazu schlagen! Ich habe so viele Fans in Deutschland. Das bin ich Ihnen schuldig“, hieß es aus dem fernen Trainingscamp, wo ein Foto von Mike Tyson, gegen den Botha 1999 in Las Vegas in Runde fünf zu Boden gegangen war, für zusätzliche Motivation sorgt.

Auch für den von SES-Coach Dirk Dzemski betreuten Pianeta gab es unlängst einen Motivationsschub. Ihm wurde die Ehre zuteil, nach Kitzbühel zum Sparring mit Wladimir Klitschko eingeladen zu werden. „Nach dem einwöchigen Sparring in Österreich weiß ich, dass ich ganz oben anklopfen kann. Ich habe viele Erfahrungen gesammelt, Wladimirs Trainer hat mich gelobt, das war klasse. Vielleicht gibt es ja einmal ein Angebot “, zog die aktuelle Nummer 13 der WBO ein Resümee zu den Trainingsduellen mit dem Champion. Doch das ist wohlfeile Zukunftsmusik. Aktuell heißt das Ziel RWE-Halle. Am 7. September muss Pianeta zeigen, dass er mit der ganzen Cleverness des „Weißen Büffels“ klar kommt.

Gerd Böttner

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