Vom Talent zum Leistungssportler

U15-Cheftrainer Lennert Schmitz gibt am Steg die richtigen Tipps für die Ruderanfänger.
U15-Cheftrainer Lennert Schmitz gibt am Steg die richtigen Tipps für die Ruderanfänger.
Foto: WAZ
Was wir bereits wissen
Der WSV Mülheim bildet seit Jahren Anfänger aus, die später in die Rennrudergemeinschaft wechseln. Vierköpfiges Trainerteam betreut die Talente.

Das schöne Gebiet der Ruhr rund um die Mendener Brücke ist die Heimat das Wassersportvereins Mülheim. Von der Kettwiger Staumauer bis zum Wehr in Mülheim gehen die Ruderer ihrer vielseitigen Sportart nach. Und das schon seit 1906.

Besonders stolz ist der Verein auf seine Kinder- und Jugendabteilung, in der seit vielen Jahren erfolgreich ausgebildet wird. „Auf landesweiter Ebene zählen wir definitiv zu den Top-Vereinen im Kinderrudern“, sagt U15-Cheftrainer Lennert Schmitz.

Ruderstart mit acht Jahren

Ab acht Jahren können Kinder beim WSV mit dem Rudern beginnen. Das erste Training ist meistens sehr aufregend. „Ich kann mich noch gut an mein erstes Training erinnern. Mein Trainer musste mir erst einmal klar machen, wie wackelig so ein Ruderboot sein kann“, erzählt Franz Schürmann, der heute selbst als WSV-Trainer aktiv ist.

Beim allerersten Training wird der Ruder-Neuling allerdings direkt am Steg von einem Trainer betreut. Der Coach hält das Boot die ganze Zeit über fest und lässt den Schützling nicht aus den Augen. Je nach Geschick darf in der zweiten bis vierten Einheit bereits allein gerudert werden.

„Die Grundlage für unsere rudersportliche Ausbildung ist immer ein vielseitiges Bewegungskonzept. Das bringt uns langfristig den größten Erfolg“, erklärt Franz Schürmann. Ohnehin ist das Trainimg beim WSV von drei Säulen geprägt – Spaß, Vielseitigkeit und Erfolg. Gerade im Winter gleicht kaum eine Trainingseinheit der anderen“, sagt Cheftrainer Lennert Schmitz. Er erläutert: „Neben dem Lauftraining ist das wöchentliche Hallentraining sehr abwechslungsreich. Wir führen Zirkel-Training, Crossfit, Kraftraining, Koordinationsverbesserungen, Training auf dem Ruder-Ergometer und Balance-Übungen durch, oder spielen Basketball und Fußball. Es dauert viel zu lange, alles aufzuzählen.“

Jetzt, wo in jeder Einheit gerudert wird, machen die jungen Wassersportler die größten Fortschritte. Vor den Anfängern liegen noch einige ruderreiche Sommermonate, so dass sie mit einer guten technischen Grundausbildung in das vielseitige Wintertraining gehen können. Ab dem späten Herbst wird aufgrund der Wetterverhältnisse nur ein- bis zweimal pro Woche auf dem Wasser trainiert.

Bis zum Alter von 14 Jahren verbleiben die Talente in der U15-Mannschaft des WSV, ehe sie schließlich in die leistungsorientierte B-Jugend der Rennrudergemeinschaft Mülheim (RRGM) wechseln können. Dort sind die Trainingsumfänge deutlich höher. „Wir können am Ende rundum fitte Athleten auf den weiteren Weg inj die Rennrudergemeinschaft schicken“, sagt Franz Schürmann.

Neben Schmitz und Schürmann zählen auch zwei junge Frauen zum WSV-Trainerteam. Die ehrenamtlich arbeitenden Coaches waren früher selbst auf nationaler Ebene erfolgreich. „Ich hab meine Medaillen geholt, jetzt sind die Kids mit dem Schwitzen dran“, dachte sich der 20-jährige Lennert Schmitz, als er vor vier Jahren die Kinderabteilung übernommen hat. Den Spaß daran hat der Cheftrainer noch immer nicht verloren. „Es gibt kaum etwas besseres, als die Kids bei schönem Wetter zu trainieren und zu sehen, wie sie sich verbessern!“