Vielseitigkeit ist Trumpf

Eine Frage der Geschicklichkeit:
Eine Frage der Geschicklichkeit:
Foto: FUNKE Foto Services

Patrick ballt die Faust. 15:11 hat er soeben im Tennis-Kleinfeld gegen Constantin gewonnen. Doch steht er damit im Halbfinale? Bei diesem Turnier der Tennisakademie PMTR um den Head-Weihnachts-Mini-Cup ist es nicht ausgeschlossen, trotz des Erfolges mit Schläger und Ball aus dem Wettbewerb auszuscheiden. Zum Tennisergebnis werden bei jeder Partie die Resultate aus den Übungen Medizinballwurf, Fächerlauf, Dreisprung und „Hürden-Eimer-Lauf“ hinzugerechnet. Der Turnierleiter verkündet das Ergebnis: „485:320 für Patrick Michalski!“ Jetzt darf sich das siebenjährige Talent des Kahlenberger HTC auf das anstehende Halbfinale freuen.

„Wir wollen bei dieser Art von Turnieren ein Signal setzen und zeigen, dass die sportliche Ausbildung der Kinder in dieser frühen Phase eine große Bedeutung hat. Dementsprechend ist auch das Training in der Tennisakademie ausgerichtet“, sagt Uwe Schumann. Der PMTR-Leiter freute sich beim Weihnachts-Cup nicht nur über die hohe Beteiligung (109 Mädchen und Jungen gingen an den Start), sondern auch über gute Leistungen auf dem Tennisplatz und bei den sportmotorischen Übungen. Einige der Nachwuchsspieler haben aber auch Mängel im koordinativen Bereich. Bei der Siegerehrung am letzten Turniertag und auch zuvor in vielen Gesprächen mit Trainern und Eltern wies Tennis-Fachmann Schumann auf die elementaren Grundlagen für eine spätere und erfolgreiche Weiterentwicklung hin. So meinte er auch: „Gewinnen ist natürlich auch in diesem Alter wichtig, aber nicht das Wichtigste!“

Schumanns Kollege Uwe Pfläging findet diese besondere Art des Turniers klasse! Der A-Trainer des Deutschen Tennisbundes, tätig als Cheftrainer des SV Bayer Wuppertal und Jugend-Coach im niederrheinischen Bezirk „Bergisches Land“ sagte am Rande des Geschehens: „Die PMTR-Turniere sind glänzend organisiert und genießen einen sehr guten Ruf. Ich finde es gut, dass sich die Mädchen und Jungen in diesem Alter schon in den verschiedenen Bereichen messen und es dabei auch Sieger und Verlierer gibt. Wer es heute nicht lernt, mit Siegen und Niederlagen umzugehen, wird morgen große Schwierigkeiten damit haben.“

Zu den Siegern und Platzierten gehörten auch mehrere Nachwuchsspieler des Kahlenberger HTC. Trotz der starken Konkurrenz, die zum Teil sogar aus Niedersachsen, Hessen, Rheinland-Pfalz und Berlin angereist war, setzte sich der Neunjährige im heimischen Tenniscenter an der Mintarder Straße in der U9-Klasse durch. Auf dem Weg ins Finale besiegte er den Dinslakener Paul Neukäter, den Wiesbadener Konrad Ansorg, Noah Meister aus Diez und den Weseler Milan Kalberg.

Im Endspiel wurde es spannend. Zwar gewann Noah das Tennismatch mit 6:3 und 6:4. Sein Gegner Mauritz Seitz vom TC Gelsenkirchen-Buer war aber der bis dato Beste in der Sportmotorik. Im Finale sammelte Mauritz bei den vier Prüfungen 375 von 400 möglichen Punkten - damit zählt er zur nationalen Spitze in diesem Bereich. Noah konnte sich aber erheblich steigern, eroberte gute 335 Punkte und siegte schließlich mit 535:445. Damit nahm er den größten Pokal mit nach Hause. So wie Piet Steveker (SV Bayer Wuppertal), Sieger in der U9-Kategorie. Bei den U10-Mädchen erreichte Mariana Dragas vom KHTC nach drei Siegen den zweiten Platz. Erst im Finale musste sie sich knapp der Duisburgerin Neele Menßen geschlagen geben. Nike Tümmers vom niedersächsischen Verein TC Verden triumphierte bei den U9-Mädchen.

Im U8-Kleinfeldwettbewerb setzte sich Shaleena Grewal vom TC Rot-Weiß Hagen durch. Freuen durfte sich die KHTC-Spielerin Doga Akdogan über ihren dritten Platz. Und Patrick Michalski? Der Siebenjährige, der auch 2015 noch in der U8-Klasse spielberechtigt ist, hatte sich auch im Halbfinale gegen Fynn Eppels (TC Weiß-Blau Grefrath) behauptet. Erst im Endspiel musste sich Patrick seinem Gegner Florian Römer (TC Schwarz-Gelb Hagen) geschlagen geben. Dennoch: Platz zwei ist ein tolles Resultat! Und es heißt ja: „Gewinnen ist wichtig, aber nicht das Wichtigste!“