Uhlen wieder in der Spur

HTC Uhlenhorst -
Blau-Weiss Berlin 6:1 (3:1)

Tore: 1:0 (12.) Matania, 1:1 (14.) Schmid, 2:1 (17.) Rohrbach, 3:1 (32.) Heidmann, 4:1 (36.) Herzbruch, 5:1 (41.) Herzbruch, 6:1 (52.) Schiffer
HTCU: Küppers, Glees - Weinke, Keusgen, Windfeder, Heidmann, Bosserhoff, Godau, Schiffer, Fürk, T. Brinkmann, Matania, Stralkowski, Herzbruch, Fleckhaus, Nitschke, Rohrbach
BWB: Franzke, Burkhardt - Bigalke, Daubner, Schmid, Goll, Dösch, Bauß, Häner, Rinckens, Vill, Blobel, Stahr, Klink, Prinz, Donnermeyer, Heinrichs
Ecken: 2 (0 Tore)/1 (0 Tore)
Zuschauer: 500
Schiedsrichter: Hippler (HC Essen)/Knülle (SSG St. Augustin)

Bei der Wiederaufnahme des Spielbetriebs jüngst in Krefeld war die Welt des Feldhockey-Bundesligisten HTC Uhlenhorst in Unordnung geraten. Die erhoffte Kurskorrektur ließ nicht lange auf sich warten. Im sonnendurchfluteten Waldstadion fanden die Uhlen am Samstag gegen einen freilich wie für die Wiedergeburt geschaffenen TC Blau-Weiss zurück in die Spur und untermauerten mit einer feinen Gesamtleistung ihre Hoffnung auf einen Final-Four-Platz. An einem Wonnetag zelebrierte die HTCU-Familie die gute Laune, die zudem von wunderhübschen Premieren befeuert wurde. Beim Bundesliga-Einstand gelang den blutjungen Debütanten Cornelius Heidmann und Jan Schiffer jeweils ein Treffer. Beim deutschen Rekordmeister sind die nächsten Eigengewächse auf dem Weg nach oben.

Den Gastgebern merke man von Beginn an, dass die die unterirdische Leistung beim Crefelder HTC mit vereinten Anstrengungen vergessen machen wollten. Die erste dicke Chance ließ Philipp Rohrbach per Rückhand liegen (3.). Dann war angesichts des Berliner Betons Geduld aufgerufen. Minutenlang hielt sich der HTCU in der gegnerischen Hälfte auf und arbeitete daran, die Lücke zu finden. In der zwölften Minute wurde die Geduldsprobe belohnt: Nach dem Zuckerpass von Kapitän Thilo Stralkowski netzte Tobias Matania humorlos ein. Der Bann war gebrochen, doch der Weg noch nicht geebnet, weil die Uhlenhorster Defensive noch nicht auf Betriebstemperatur war. Nur zwei Minuten nach dem Führungstreffer durfte Julius Schmid gänzlich unbehelligt von der Mülheimer Abwehr die Kelle hinhalten.

Die Auswahl von Trainerin Tina Bachmann schüttelte sich kurz und degradierte die Gäste aus der Metropole mehr und mehr zu Statisten. Max Godau stand der Querbalken weg, dann holte Rohrbach im Nachfassen Versäumtes nach.

Dann schlug die Stunde des ersten Debütanten. Die 32. Spielminute wird der 17-jährige Cornelius Heidmann so schnell nicht vergessen: Das erste Bundesligaspiel - und gleich der erste Treffer. Doch der junge Mann in der Uhlenhorster Abwehr hatte bei seinem vorzüglichen Einstand viel mehr zu bieten. Beispielsweise nur zwei Minuten später die Rettungstat gegen den Berliner Niklas Daubner.

Wie breit die Brust der Uhlen war, sollte sich direkt nach dem Wiederanpfiff beweisen. Nach einem weiteren Traumpass des unermüdlichen Antreibers und Ideengebers Thilo Stralkowski erhöhe Timm Herzbruch auf 4:1. Die dominanten Gastgeber waren endgültig im Einbahnstraßen-Modus angekommen. Nach Vorarbeit von Matania und Rohrbach griff Herzbruch erneut gegen die nur noch um Schadensbegrenzung bemühten Berliner zu.

Zu guter Letzt meldete sich der zweite Debütant zu Wort. Mit dem bahnbrechenden jugendlichen Elan jagte Jan Schiffer die Kugel in den Winkel. Teammanager Horst Stralkowski notierte das Kunststück mit höchster Anerkennung: „Ein tolles Ding. So etwas haben wir hier lange nicht gesehen.“ Dies an einem Tag, an dem die Uhlen zurück in die Spur gefunden haben.