Uhlen tragen Trauer

Foto: WAZ

Harvestehuder THC -
HTC Uhlenhorst 6:3 (2:2)

Tore: 0:1 Nitschke (14.), 1:1 Björkmann (17.), 1:2 Stralkowski (18.), 2:2 Hauke (25.), 3:2 Körper (56., KE), 3:3 Nitschke (57.), 4:3 Körper (58.), 5:3 Körper (60., KE), 6:3 Björkmann (60.)

HTCU: Küppers, Brinkmann – Fürk, Herzbruch, Keusgen, Matania, Nitschke, Schmitz, Stralkowski, Weinke, Windfeder, Godau

Strafecken: 3 (2 Tore)/4 (0 Tore)

Schiedsrichter: Alexander Tröllsch/Frank Lubrich

Zuschauer: 2000

Der Traum vom „Mülheimer Finaltag“ platzte für das von Tina Bachmann trainierte Herrenteam bereits im Halbfinale am Samstagnachmittag. Vor gut 2000 Zuschauern in der Berliner Max-Schmeling-Halle unterlagen die Hockeyspieler des HTC Uhlenhorst dem starken Harvestehuder THC aus Hamburg im Halbfinale der deutschen Meisterschaft mit 3:6 (2:2).

Als die HTCU-Damen am Sonntag zum Endspiel aufliefen, blieb den Herren nur die Zuschauerrolle. Es war keine erfolgreiche Titelverteidigung mehr möglich. Die Hamburger schnappten sich schließlich am späten Sonntagnachmittag in der Hauptstadt den Titel und sind neuer deutscher Meister!

Die Uhlenhorster und der Gegner aus Harvestehude neutralisierten sich lange Zeit. Das Bachmann-Team konnte in der ersten Halbzeit zwei Mal durch Jan Nitschke (14.) und Thilo Stralkowski (18.) in Führung gehen, mussten aber jeweils den Ausgleich hinnehmen — für den HTHC hatten Johan Björkman (17.) und Olympiasieger Tobias Hauke (25.) getroffen.

Nach dem Seitenwechsel passierte lange Zeit nicht allzu viel. Das Spiel war nicht hochklassig, lebte aber von der Spannung. Im Angriff fehlte beiden Mannschaften die Durchschlagskraft. Die Verteidiger machten den gegnerischen Stürmern das Leben ungemein schwer.

„Wir waren lange Zeit auf Augenhöhe. Es hätte am Ende in beide Richtungen ausschlagen können. Leider haben wir in der Schlussphase etwas den Kopf verloren und zu leichte Gegentreffer kassiert. Harvestehude war kaltschnäuziger als wir“, sagte der Uhlenhorster Nationalspieler Lukas Windfeder später.

Körper macht den Unterschied aus

Den Unterschied machte in der spannenden Endphase Michael Körper aus. Der Österreicher im Hamburger Trikot erzielte innerhalb der letzten fünf Minuten drei Treffer für die Hamburger — bei einem Gegentor zum zwischenzeitlichen 3:3 von Jan Nitschke (57.). Nach dem Abpfiff meinte Michael Körper: „Mülheim war ein schwerer Halbfinalgegner. Wir haben unsere Chancen im richtigen Moment genutzt. Unsere Geduld hat sich ausgezahlt. Sie war der Schlüssel zum Erfolg.“

Die Enttäuschung bei den Mülheimern war groß. Der Halbfinalgegner war die erwartet hohe Hausnummer. Der HTHC gewann nach 1994, 1996 und 2013 zum vierten Mal den nationalen Meistertitel unterm Hallendach. „Das ist total ärgerlich und auch im Moment ganz bitter. Wir hätten in der ersten Halbzeit ein, zwei Tore mehr schießen müssen. Eine genaue Analyse fällt mir aber gerade schwer“, meinte ein geknickter Tobias Matania.

Dass die Entscheidung nach langem Anlauf in einem dramatischen „Finale“ in den Schlussminuten fiel, erinnerte ganz stark an das DM-Endspiel von 2013. Damals kassierten die Mülheimer — ebenfalls in der Berliner Max-Schmeling-Halle — gegen Harvestehude den Treffer zum 5:6-Endstand acht Sekunden vor dem Ende. Der damalige Schütze des entscheidenden Treffers: Michael Körper. Nun hat der 28-jährige Österreicher den Uhlenhorstern ein weiteres Mal in die Suppe spucken können.