Trister Winter-Kick
19.02.2012 | 15:06 Uhr 2012-02-19T15:06:00+0100
VfB Speldorf -
SV Westfalia Rhynern0:0
VfB: Hillebrand – Akyildiz, Kuzniarz, Flöth, Hupperts – El Idrissi (46. Acikgöz), Hinz – Ademovic (67. Sipahi), Altin, Munoz – Beric (84. Penan)
Westfalia: Wegner – Bechtold (54. Bajric), Kücükyagci, Kaleoglu, Wurst – Fudala, Akyüz – Hagemann, Scherff (88. Firat), Bengsch – Petker (81. Grasteit)
Schiedsrichter: Bläser (Niederzier)
Zuschauer: 250
Rote Karte: Bengsch (16.)
Die Rückrunde in der NRW-Liga begann für die Fußballer des VfB Speldorf wenig verheißungsvoll. Das Heimspiel gegen den SV Westfalia Rhynern endete mit einem torlosen Unentschieden. Alles passte zum grauen, regnerischen Wintertag: Das Niveau war überschaubar und nur 250 Zuschauer wollten diese Partie zweier Mannschaften aus dem Tabellenmittelfeld sehen.
In der 16. Minute gab es den ersten „Aufreger“ in der ansonsten über weite Strecken langweiligen, weil chancenarmen Begegnung. Mathieu Bengsch brachte VfB-Rechtsverteidiger Aykut Akyildiz an der Seitenlinie in rüder Manier zu Fall. Schiedsrichter Benjamin Bläser aus Niederzier wollte zunächst die Gelbe Karten zücken, nach einem Blickkontakt mit seinem Assistenten holte er aber die Rote Karte aus der Gesäßtasche. „Aus meiner Sicht war die Rote Karte ein bisschen zu hart. Gelb wäre in Ordnung gewesen“, meinte Westfalia-Trainer Björn Mehnert später.
Glücksgriff Hillebrand
Die VfB-Fans rieben sich die Hände, denn die Voraussetzungen für einen Sieg im ersten Meisterschaftsspiel 2012 hatten sich plötzlich schlagartig verbessert. Doch die Speldorfer, die anfangs noch den Ton angegeben hatten, konnten aus dem Überzahlspiel kein Kapital schlagen. Ganz im Gegenteil: Keeper Kevin Hillebrand, der sein Meisterschaftsdebüt im Speldorfer Trikot gab, war es zu verdanken, dass der VfB nach einer knappen halben Stunde nicht in Rückstand geriet. Der 20-Jährige löste die Eins-zu-eins-Situation gegen Westfalia-Spieler Kevin Hagemann mit Bravour. Der Torhüter, der in der Winterpause vom Ligakonkurrenten VfB Homberg zu den Mülheimer gewechselt war, könnte sich als wahrer Glücksgriff erweisen, wenn er seine guten Eindrücke in den Testpartien und im ersten Meisterschaftsduell in den kommenden Wochen und Monaten bestätigt.
Eine weitere Großchance hatten die Gäste in der 30. Minute durch einen Kopfball von Markus Scherff aus kurzer Entfernung. Geistesgegenwärtig rettete VfB-Kapitän Dennis Hupperts vor der Torlinie stehend per Fuß. Rhynern spielte in Unterzahl und die Speldorfer gerieten unter Druck: verkehrte Welt im Ruhrstadion!
Oliver Röder musste handeln. Der Speldorfer Trainer wechselte zur zweiten Halbzeit den lauffreudigen Tanju Acikgöz für Tahar El Idrissi ein. Acikgöz beackerte fortan die linke Mittelfeldseite, Munoz rückte im defensiven Mittelfeld nach innen an die Seite von Christian Hinz.
Es schien für einen Moment so, als wäre dies der richtige Schachzug gewesen. In der 49. Minute rettete Gästespieler Dustin Wurst in höchster Not bei einem Schuss von Christian Hinz. Kurz darauf verfehlte Hinz den gegnerischen Kasten nur knapp (50.). Die Sturm- und Drangphase flaute aber schnell wieder ab. Langeweile machte sich breit. Fünf Minuten vor dem Ende hatte Kamil Kuzniarz noch eine gute Möglichkeit, per Kopfball zum Erfolg zu kommen. Doch er traf den Ball nicht richtig. Ein Speldorfer Sieg hätte dem Spielverlauf aber auch nicht entsprochen.
16:31
mülheim war schon immer ein gutes pflaster für spitzenfußball