Trainerlegende sprüht vor Ehrgeiz

Nach dem Sieg beim letzten Renntag in Mülheim soll der von Bruce Hellier trainierte Giolino auch im Preis der Sparkasse Mülheim an der Ruhr auftrumpfen.
Nach dem Sieg beim letzten Renntag in Mülheim soll der von Bruce Hellier trainierte Giolino auch im Preis der Sparkasse Mülheim an der Ruhr auftrumpfen.
Foto: MSPW

Auf der traditionsreichen Galopprennbahn am Raffelberg geht es am Samstag (der erste Start erfolgt um 12 Uhr) buchstäblich rund. Beim 19. Sparkassen-Renntag stehen acht mit insgesamt 45.000 Euro dotierte Rennen für den sportlichen Teil, zudem sorgt ein Rahmenprogramm bei Jung und Alt für viel Spaß und gute Unterhaltung. Traditionell gehört die Volksveranstaltung zu den Publikumsmagneten auf dem hiesigen Oval. Bei der Vorjahresauflage hatte der Renntag 12.500 Besucher angelockt.

Sportlicher Höhepunkt ist der Preis der Sparkasse Mülheim an der Ruhr, dotiert mit 8.000 Euro. Auch sechs weitere Prüfungen werden unter dem Patronat der Sparkasse und seiner Partner gelaufen. Für ein weiteres Rennen mit einer Garantie-Auszahlung in der Viererwette von 10.000 Euro (Wettchance des Tages) steht die WAZ-Mediengruppe als Sponsor und Namensgeber zur Verfügung.

Die 75-jährige am Raffelberg ansässige Trainer-Legende Bruce Hellier hat den vierjährigen Fuchswallach Giolino für das Hauptrennen, in dem vier frische Sieger am Start sind, vorbereitet. Der Engländer zeigt sich mit Blick auf die Aufgabenstellung optimistisch: „Wenn alles glatt geht, landen wir unter den ersten drei von acht Teilnehmern.“ Giolino gehört dem Stall Heberingshof aus Alpen. Sein Besitzer Dierk Finke strahlte schon beim letzten Mülheimer Renntag, denn da gelang Giolino ein souveräner Sieg. Geritten wird er von der 18-jährigen Esther Ruth Weißmeier aus Sonsbeck, die sich mit Giolino bestens versteht und mit einem Gewichtsvorteil von vier Kilo antritt.

Zum engeren Favoritenkreis zählt die frische Siegerin La Facella, die vom Ex-Trabertrainer Axel Kleinkorres (Neuss) betreut wird. Besitzer ist der Krefelder Stall „Samt und Seide“. Ian Ferguson, ein Schotte, der in Mülheim wohnt, sitzt im Sattel. Kleinkorres: „Wir wollen vorne mitmischen.“

Cash the Cheque gehört dem „Stall 5-Stars“, hinter dem sich Tanja Rogge, Präsidentin des Bremer Rennvereins verbirgt. Trainer Markus Klug (Heumar) ist bei seiner Prognose vorsichtig: „Der Wallach galoppiert nicht gerne im Pulk, ist auch am Start nicht ganz einfach. Er benötigt freie Bahn. Bekommt er die, dann ist alles drin.“ Als Reiter wurde der erfahrene Andreas Helfenbein (Köln) verpflichtet.

Das Bergheimer Gestüt Ullmann bietet Wind Chill auf. Jockey René Piechulek (28): „Der Hengst reist mit einer ordentlichen Gesamtform an, ist nicht bodenabhängig, ein zuverlässiges Pferd. Ich reite ihn zum ersten Mal in einem Rennen, kenne ihn aber gut aus der Arbeit am Gestüt.“ Auch Wind Chill beendete seinen letzten Auftritt siegreich, war im Juni in Baden-Baden zum Abschluss der Großen Woche erfolgreich.

Trainer Dr. Andreas Bolte aus Lengerich hat Alexander Pietsch aus Köln als Jockey für Victorious benannt. Bolte: „Der Hengst benötigt einen weicheren Boden, um ein Preisgeld abzubekommen.“ Victorious war zuletzt in Baden-Baden Vierter, hatte zuvor aber gleich vier Rennen in Folge gewonnen. Dreimal saß dabei Pietsch im Sattel.

Der ebenso wie sein britischer Kollege Bruce Hellier in Mülheim ansässige Trainer und Ex-Jockey William Mongil schickt die vierjährige Stute La Louz mit Steffi Hofer (Krefeld) im Sattel ins Rennen. Besitzer ist der German Racing Club (Berlin). Die Wetter sollten La Louz vor dem Start genauer unter die Lupe nehmen. Sie wird mit Scheuklappen ins Rennen gehen. Das dürfte seine Gründe haben. Auch La Louz tritt als frische Siegerin an, gewann kürzlich während der Derby-Woche in Hamburg.

Niederländische Gästen komplettieren das Starterfeld. Anna van den Troost reitet den von Anthonius Johannes Frederikus Franzen trainierten fünfjährigen Wallach Semai. Daniel Christiaan Klomp hat „Oldie“ Ferro Sensation (neunjähriger Wallach) mit dem in Düsseldorf wohnenden Tommaso Scardino als Reiter angegeben.