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Trainer mit Leib und Seele

29.05.2012 | 17:26 Uhr
Trainer mit Leib und Seele
Herbert Stoffmehl (l.) beendet seine Trainerkarriere. In den vergangenen neun Jahren coachte er das Kreisligateam des Rasensportvereins Mülheim. Foto: Strauch

Locker und entspannt steht Herbert Stoffmehl an der Seitenlinie. Rotes Karohemd, kurze Hose, Turnschuhe. Es ist warm an diesem Sonntag auf dem Sportplatz an der Rudolf-Harbig-Straße. Ab und zu steckt er sich eine Zigarette an. Doch der Schein trügt – auch in seinem letzten Spiel als Trainer des RSV ist Stoffmehl noch mit Leib und Seele dabei. Kommentiert die Entscheidungen des Schiedsrichters, muntert seine Spieler auf und treibt sie in der spannenden Schlussphase mit lauten „Vorwärts“-Rufen in den gegnerischen Strafraum.

Genutzt hat es am Ende nichts, Stoffmehls Team verliert seine Abschiedspartie auf der heimischen Anlage gegen die zweite Mannschaft des MSV 07 mit 2:3. Am kommenden Samstag folgt für den RSV das letzte Saisonmatch bei der dritten Mannschaft der Sportfreunde Hamborn 07 – ohne Urlauber Soffmehl. Abpfiff für eine lange Karriere, nicht nur im Mülheimer Fußball-Geschäft! 66 wird Stoffmehl im August, der Fußball hat ihn fast sein ganzes Leben begleitet. Erst als Spieler, dann als Trainer. In der Glanzzeit des Mülheimer Fußballs kickte er für den 1.FC Mülheim in der Zweiten Bundesliga.

Danach begann er seinen Job als Mann an der Seitenlinie. Über 40 Jahre hat Stoffmehl das gemacht. „Dafür braucht man eine tolerante Frau“, sagt er. Seine größten Erfolge feierte er beim TuS Neviges, führte das Team bis in Landesliga. „Das war meine schönste Zeit.“ Aber auch beim RSV muss es ihm gefallen haben, sonst wäre Stoffmehl wohl kaum neun Jahre lang in Heißen geblieben. Übernommen hat er den Verein in der Kreisliga B, gleich im ersten Jahr gab es einen großen Rückschlag. Die Mannschaft spielte gut, schaffte es bis in die Relegation. Doch gegen Vatanspor setzte es dort eine empfindliche Niederlage. Ein paar Jahre später ist der Aufstieg in die Kreisliga A dann aber doch geglückt. Jahre lang hat der RSV gute Leistungen gebracht, kratzte sogar am Aufstieg in die Bezirksliga. Stoffmehl: „Das fehlt ein bisschen, dass wir das nie geschafft haben. Aber für die Infrastruktur des Vereins passt die Kreisliga eigentlich am besten.“

Auch im letzten Spiel seiner Karriere brennt Stoffmehl noch für diesen Sport als wäre es sein erster Einsatz. Über die Leistungen des Schiedsrichter regt er sich nach dem Spiel auf („Das war unglaublich, was der gepfiffen hat.“) und nach dem Abpfiff folgt direkt die Analyse („Wir hatten heute viel Pech, ein Remis wäre verdient gewesen.“). Das kann einen nicht wundern bei Herbert Stoffmehl, er lebt und liebt diesen Sport und wird auch in den nächsten Jahren bei den Spielen des RSV dabei sein. „Ich kann mich hier auf jeden Fall noch blicken lassen“, sagt Stoffmehl nur halb im Scherz.

Als die Begegnung gegen den MSV 07 II abgepfiffen wird, schnappt sich Stoffmehl die Wasserflaschen und den Sanitätskasten. Als wäre es ein ganz normales Spiel. Dass es das doch nicht ist, macht Spieler Dominik Fritsch klar. Er umarmt Stoffmehl und bedankt sich: „Es war mir eine Ehre!“

Robin Kunte



Kommentare
30.05.2012
10:19
Trainer mit Leib und Seele
von Soccer01 | #2

Ein symathischer und authentischer Typ! Seine beste Zeit als Spieler hatte er beim ETB Schwarz-Weiss Essen, als er 1967 in der Bundesliga-Aufstiegsrunde nur knapp den Einzug in die Bundesliga verpasste, zusammen mit den 2 gebürtigen Mülheimern Klöckner und Walitza.

29.05.2012
19:15
Trainer mit Leib und Seele
von suedjuergen | #1

alles gute herbert

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