Theater beim Heißener Fusionsverein

Hier war noch alles in bester Ordnung: Die Mannschaft des Turnerbundes Heißen nach dem Aufstieg in die Kreisliga A im vergangenen Sommer.
Hier war noch alles in bester Ordnung: Die Mannschaft des Turnerbundes Heißen nach dem Aufstieg in die Kreisliga A im vergangenen Sommer.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Der desginierte Vorstand des SV Heißen setzt auf einen Neuanfang mit Trainer Oliver Wronsky und plant nicht mehr mit Slavko Franjic.

Am 28. Mai sollen der Turnerbund Heißen, der RSV Mülheim und der Holthausener TV zum neuen Fusionsklub SV Heißen verschmelzen. Doch vor der geplanten Vereinigung gibt es Streit um die neue sportliche Ausrichtung der Fußballabteilung.

Der am 8. Januar gewählte vorläufige Vorstand des SV Heißen um den Vorsitzenden Norbert Zmorek und der designierte Fußballabteilungsleiter Bernd Ostermann haben sich dafür entschieden, sämtlichen Trainern der bisherigen Fußballmannschaften zu kündigen. Als neuer Trainer der ersten Männer-Mannschaft wurde Oliver Wronsky vorgestellt. „Wir haben uns für einen Neuanfang entschieden“, erklärt der Vereinsvorsitzende Norbert Zmorek – aktuell auch noch Klubchef des RSV.

Diese Entscheidung kommt vor allem bei Turnerbund-Coach Slavko Franjic nicht gut an. Bis zum vergangenen Dienstag war er im Glauben, neuer Trainer der neuen ersten Mannschaft beim SV Heißen zu werden. Schließlich ist der Turnerbund von den drei Teams die am höchsten platzierte Mannschaft. „Ich habe immer gesagt, dass ich kein Problem damit habe, wenn man nicht mehr mit mir plant. Das wurde aber nie gesagt. Vielmehr war ich sogar als einziger Trainer bei der Gründungsversammlung eingeladen. Das jetzt erst so kurz vor dem Saisonende zu verkünden, während der neue Trainer der RSV-Mannschaft schon vorgestellt worden ist, ist für mich eine bodenlose Frechheit“, sagt Franjic.

Er habe dem Vorstand ein schlüssiges Konzept auf den Tisch gelegt, doch der Verein setzt auf die Karte Neuanfang mit externen Trainern. Dass dabei auch Franjics Verurteilung und die sechsmonatige Sperre wegen versuchter Spielmanipulation eine Rolle gespielt hat, gibt Zmorek unumwunden zu. „Ich habe meine Sperre abgesessen und mir danach nichts mehr zu Schulden kommen lassen. Außerdem habe ich bewusst den Ball flach gehalten“, erklärt der Coach.

Team ist kaum zu halten

Wie geht es nun weiter beim SV Heißen? Die letzten beiden Partien wird Franjic mit seiner Mannschaft noch absolvieren. Dann ist Schluss in Heißen. „Wir möchten gerne zusammenbleiben und suchen nun nach einem neuen Verein“, sagt Franjic. Auch der Vereinsvorsitzende Norbert Zmorek weiß, dass es schwer wird, das Team zu halten. „Die Entscheidung war keine Entscheidung gegen die Spieler“, betont er.

Der für den Posten des sportlichen Leiters vorgesehene Henrik Knöpke war von diesem Posten beim SV Heißen schon vor einigen Wochen zurückgetreten, da er mehrere Zukunftsentscheidungen nicht mittragen wollte. Nun ist er auch als sportlicher Leiter des Turnerbundes zurückgetreten.

Fusionsversammlung am 28. Mai

Den Eindruck, dass die beiden Klubs RSV und TB Heißen trotz der bevorstehenden mehr gegen- als miteinander arbeiten, hat der designierte Vereinsvorsitzende überhaupt nicht. „Wir haben das Zukunftskonzept gemeinsam entschieden. Die einzigen, die nicht damit einverstanden sind, sind Herr Franjic und das Ehepaar Knöpke (Tanja Knöpke gehört zum TB-Vorstand, Anm. d. Red.)“, betont Norbert Zmorek.

Seiner Meinung nach steht der Fusion nichts mehr im Weg. „Alle drei Vereine haben dem Vorhaben mit überwältigender Mehrheit zugestimmt“, erklärt er. Am 28. Mai soll die Fusion in der Aula der Luisenschule dingfest gemacht werden. Vier Wochen danach haben die nicht einverstandenen Mitglieder noch die Möglichkeit, den neuen Verein zu verlassen.