TB Heißen lässt Fusion platzen

284 Stimmen wurden am Donnerstagabend in der Luisenschule abgegeben. Am Ende fehlte sechsmal das „Ja“, um die Fusion wie geplant mit allen Vereinen zu vollziehen.
284 Stimmen wurden am Donnerstagabend in der Luisenschule abgegeben. Am Ende fehlte sechsmal das „Ja“, um die Fusion wie geplant mit allen Vereinen zu vollziehen.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Sechs Stimmen fehlen zur geplanten Verschmelzung. Vorerst fusionieren nur der RSV Mülheim und der Holthausener TV mit dem neuen SV Heißen.

Der neue Großverein in Heißen ist vorerst geplatzt. Zwar werden der RSV Mülheim und der Holthausener TV zur neuen Saison zum Sportverein Heißen fusionieren, doch der Turnerbund Heißen wird sich dem Projekt nicht anschließen. Sechs Stimmen fehlten bei der Versammlung am Donnerstagabend in der Luisenschule zur erforderlichen Mehrheit.

„Ich habe damit nicht gerechnet und bin sehr enttäuscht. Wir haben zwei Jahre lang umsonst gearbeitet“, gab Norbert Zmorek, Vorsitzender des RSV und des SV Heißen, nach der Sitzung zu Protokoll. „Es ist ein Schlag ins Gesicht für Heißen“, ergänzte Eckhard Mandel, Geschäftsführer des Fusionsklubs.

Klares „Ja“ von RSV und HTV

Zwar hatten erwartungsgemäß sowohl der SV Heißen mit 12 seiner bislang erst 13 Mitglieder als auch der RSV Mülheim (80 von 91 Stimmen) und der Holthausener TV (35 von 36) der geplanten Verschmelzung zugestimmt. Um den Turnerbund hatte es im Vorfeld der Versammlung aber eine Menge Theater um die sportliche und wirtschaftliche Ausrichtung gegeben, so dass aus diesem Lager eine erhebliche Anzahl an Nein-Stimmen zu erwarten war. Als das Ergebnis von 101-mal „Ja“, 36-mal „Nein“ und vier Enthaltungen bekannt gegeben wurde, sprangen die Fußballerinnen des TB Heißen auf und spendeten begeistert Beifall. Ein klares Votum zur Fusion!

Doch dann der Schock! Laut der Satzung benötigte der Turnerbund eine Dreiviertelmehrheit. Dies wären 107 Stimmen gewesen. Damit war die Fusion geplatzt. Der Turnerbund bleibt als einzelner Verein bestehen. Entsetzte Gesichter waren vor allem in den Reihen der Fußballerinnen zu entdecken, die mit dem Votum ihrer männlichen Vereinskollegen offenbar nicht einverstanden waren. „Die Frauen waren immer für die Fusion, wir wollen in der nächsten Saison auf der neuen Anlage spielen“, bekräftigt Abteilungsleiter Bernd Ostermann. „Wir müssen nun überlegen, wo uns der Weg hinführt. Klar ist, dass wir die Liga erhalten wollen. Wir spielen in der nächsten Saison schließlich im zehnten Jahr in der Niederrheinliga“, ergänzte Ostermann. SV-Heißen-Chef Norbert Zmorek sagte: „Wir werden versuchen, die Damen für uns zu gewinnen. Sie sind mit das Aushängeschild des TB Heißen.“

Wie geht es nun weiter? Der RSV und der Holthausener TV bilden ab der neuen Saison gemeinsam den SV Heißen. Zwar kann innerhalb von vier Wochen noch Klage gegen die Fusion eingelegt werden und erst danach wird der neue Verein im Vereinsregister eingetragen. Dies dürften aber nur noch Formalien sein. Der rechtliche Verschmelzungsstichtag ist der 1. Juli.

Und der Turnerbund? Der bleibt eigenständig und behält seine bisherigen Startplätze. Allerdings muss sich der Klub offenbar eine neue Platzanlage suchen. Der Pachtvertrag am Mühlenfeld läuft am 31. Dezember aus und die neue Anlage an der Hardenbergstraße wird laut dem Mülheimer Sportservice nur an den SV Heißen vermietet. „Wir haben fest mit der Fusion gerechnet und die Planungen daraufhin ausgerichtet“, erklärt MSS-Leiterin Martina Ellerwald. „Ich brauche einen Vertragspartner.“

Umdenken reichte nicht aus

Diese Tatsache hatte innerhalb des Turnerbundes wohl auch viele vorherige Fusionsgegner zum Umdenken gebracht. „Im Endeffekt ist uns nichts anderes übrig geblieben, weil es nicht unser Ziel ist, an der Oberheidstraße weiter auf Asche zu spielen“, sagt Vorstandsmitglied Tanja Knöpke. „Ich war selbst überrascht, dass so viele dagegen gestimmt haben. Wir werden uns jetzt zusammensetzen und überlegen, wie es weitergeht.“ Sofern rechtlich überhaupt möglich, scheint zum jetzigen Zeitpunkt ein zweiter Anlauf denkbar.

Es bleibt also weiterhin spannend in Heißen.