Startampel springt auf Grün

Beim Einstieg in die siebte Saison der Ruder-Bundesliga kommt das Sprintteam Mülheim am Samstag in Frankfurt/Main zeitig aus den Startlöchern. Um exakt 8.18 Uhr springt im Zeitfahren gegen das Team Lombardium aus Hamburg die Startampel auf Grün. Danach geht es im Schatten der Bankentürme darum, sich über Achtel- und Viertelfinale für einen möglichst hohen Finalblock am Abend zu qualifizieren. Insgesamt fünf Rennen über die kurze und knackige Distanz von 350 Metern werden die Ruderer absolvieren.

Im letzten Jahr blieb der Achter von der Ruhr hinter den eigenen Erwartungen. Weil es nicht nach Wunsch lief und es bei einigen Starts hakte, musste sich die Crew mit dem achten Platz begnügen. „Eigentlich haben wir das Potenzial für weiter oben, doch 2014 stimmte die Konstanz an den Renntagen nicht“, blickt Teamchef Martin Tschäge zurück. Entsprechend gewillt sind die Ruderer in diesem Jahr wieder bessere Leistungen zu zeigen und oben anzugreifen. Diesmal soll es eine Top-sechs-Position sein. „Wenn uns das gelingt, sind wir glücklich“, schaut Tschäge auf das, was das Team erwartet. Nach der Station Frankfurt geht es auf der Deutschlandtour in Hannover (13. Juni), Münster (18. Juli), Leipzig (Bundesliga-Premiere am 18. August) und Hamburg (12. September) weiter.

Im Mülheimer Flaggschiff greifen im personellen Bereich Veränderungen. Die Routiniers Peter und Martin Kiefer sowie Tschäge bleiben an Bord, doch der 35-jährige Kapitän hat nach sechs Jahren den Schlagplatz an den 21-jährigen Henrik Stoepel weitergegeben und rudert nun auf Co-Schlag. „Es ist Zeit, dass ein Jüngerer diese Position übernimmt und mit Henrik haben wir den richtigen dafür im Team. Bei der Henley-Regatta im vergangenen Jahr in England hat das im Vierer schon gut geklappt. Wir setzen wir jetzt auf eine Mischung aus jungen und erfahrenen Ruderern, auch um nicht irgendwann den ganz radikalen Wechsel vollziehen zu müssen“, so Tschäge.

Die einen gingen, die anderen kamen. Nicht mehr zum Sprintaufgebot gehören André Warm, Christian Reckzeh und Morgan Baumgärtel. Willkommen im Club heißt es mit Blick auf Marcel Bouchard (21) aus Oberhausen und Sven Schnabel (25), der zuletzt im Wittener Zweitliga-Achter gesessen hat. Zusammen mit Steuerfrau Mara Raasch geben sie auf dem Main ihr Debüt. Die Mülheimer reisen mit neun Ruderern an, so dass die Möglichkeiten für taktische Wechsel begrenzt sind. „Doch wir sind gut eingefahren, so dass wir positiv auf den Auftakt blicken“, so Bugmann Jan Nikolai Trzeszkowski.

Auch in dieser Saison zählen Meister Krefeld und Champions-League-Gewinner Frankfurt zu den Favoriten. „Die Konkurrenz ist bärenstark und hat qualitativ zugelegt“, erwartet Tschäge heiße und enge Sprints. Aufgerüstet hat auch der Reviernachbar Emscher Hammer, bei dem nun Filip Adamski (Olympiasieger 2012 in London im Achter) und Urs Käufer (Platz sechs in London im Vierer ohne Steuermann) anpacken.