Stadtderby im Ruhemodus

Mülheimer FC Vatangücü -
Rot-Weiß Mülheim 0:3 (0:3)

MFC: Karabiyik – Sari, Dogansoy, Turna (46. Güc), Aydogan – Bahar, Cekic, Kartal – Yildirim, Ergin (39. Blondo) – Aksoy
RWM: D. Hirtz – Paede, Mastrolonardo, Günel, Spitzer – Fürst, Masen (37. Bartholomäus) – Pusch (76. Meyer), Glahn, Schaus (69. P. Hirtz) – Klar
Tore: 0:1 Pusch (18.), 0:2 Glahn (23.), 0:3 Bartholomäus (39.)

Rot-Weiß-Trainer Christian Bär brachte es nach dem Spiel auf den Punkt. Sein kurzes Statement: „Drei Punkte.“ Viel mehr gab es nach langweiligen 90 Minuten, die die Schwächen beider Mannschaften offenbarten, nicht zu sagen.

Das Spiel im Ruhrstadion begann mit satten 25 Minuten Verspätung. Schiedsrichter Andreas Lissok hatte den Zustand der Tornetze bemängelt, die erst noch in Ordnung gebracht werden mussten. Der Unparteiische zog auch in der Folge den Unmut der Spieler und Zuschauer auf sich, als er beispielsweise Rot-Weiß-Akteur Bastian Masen sowie MFC-Spieler Oguzcan Bahar mit einer Gelben Karte bedachte, da ihre Unterziehhosen die falsche Farben hatten. Den MFC-Vorsitzenden Zafer Önen verwies er zudem des Innenraums, weil er nicht auf dem Spielberichtsbogen stünde. Allesamt Aktionen, die nicht gerade zu mehr Spielfluss oder gar Tempo beitrugen – die 22 Spieler der beiden Mannschaften trugen ihren Teil dazu bei.

Die Gastgeber agierten – nein, standen – in einem 4-3-3-System, ohne sich übermäßig viel zu bewegen. Rot-Weiß wählte allerdings regelmäßig das falsche Mittel, um die löchrige MFC-Abwehr vor Probleme zu stellen. Anstatt die riesen Löcher im Zentrum zu bespielen, versuchten die Gäste wieder und wieder, über die Flügel zum Erfolg zu kommen. Man merkte den Gästen an, dass sie es nicht gewohnt sind, das Spiel machen zu müssen – bei eigenem Ballbesitz wirkte das RWM-Spiel oft zu schwerfällig.

Nichtsdestotrotz kamen die Rot-Weißen im ersten Durchgang zu einigen Tormöglichkeiten. Zunächst verfehlte Marcel Glahn das MFC-Tor (13.), wenig später erzielte Fabian Pusch jedoch nach Ablage von Maximilian Klar das 1:0 (18.). Weitere fünf Minuten später fiel das zweite Tor, das die Partie bereits mehr oder weniger entschied: Pusch setzte sich auf der rechten Seite durch und bediente Glahn, der mit einem fulminanten Schuss in den Winkel abschloss. Vier Minuten später versuchte Klar sein Glück – er traf jedoch nur den linken Pfosten. Den Schlusspunkt der ersten Halbzeit setzte der früh eingewechselte Cedric Bartholomäus: Eine hohe Hereingabe von Dennis Paede, der als Rechtsverteidiger auflief, verwertete er mit einem schönen Rechtsschuss zum 3:0 (39.). Offensive Lebenszeichen von Vatangücü? Fehlanzeige.

Den ersten Schuss auf das von Dario Hirtz gehütete RWM-Tor gab Fatih Güc erst nach 50 Minuten ab. Der MFC hatte im zweiten Durchgang bessere Chancen, doch auch Serkan Cekic (70.) und Ahmet Aksoy (75.) ließen ihre Einschussmöglichkeiten ungenutzt. Da bei Rot-Weiß im zweiten Durchgang endgültig die Luft raus war, blieb es beim 0:3 aus MFC-Sicht. „Wir haben nicht das umsetzen können, was wir uns vorgenommen haben“, bemängelte Spielertrainer Hakan Turna. RWM-Coach Bär meinte: „Wir haben das erste Endspiel gewonnen – es folgen noch sieben.“

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