Sprints direkt vor der Haustür
17.08.2012 | 18:22 Uhr 2012-08-17T18:22:00+0200In der vergangenen Bundesliga-Saison hielt sich das Sprintteam Mülheim vorzugsweise in ruhigen Gewässern auf. Platz drei im Schlussklassement der Königsklasse gilt als schlagkräftiger Beweis. In der aktuellen Serie bläst dem Flaggschiff von der Ruhr derweil viel Gegenwind entgegen. Bei den Etappen in Rüdersdorf (Platz 7) und in Bitterfeld-Wolfen (wo es aufgrund der mächtigen Wetterkapriolen drunter und drüber gegangen war) mit Platz 11 lief es im Gut-Achter so gar nicht rund. Mehr als Rang acht darf es derzeit nicht sein. Grund genug, mit vereinten Kräften die Kurskorrektur einzuleiten.
Dass am Samstag in Duisburg auf der Wedauer Regattabahn das Wasser kocht, gilt bei der Mülheimer Crew durchaus als gutes Omen: „Für uns ist das ein Heimspiel. Wir gehen davon aus, dass uns viele Mülheimer anfeuern werden. Manche können mit dem Fahrrad kommen, die Speldorfer schaffen es sogar zu Fuß“, hofft Schlagmann Martin Tschäge auf lautstarke Unterstützung, wenn die 350 Meter-Sprintstrecke abgearbeitet wird.
Für den Start in der Nachbarschaft gelten mehrere Ziele. „Wir wollen wieder Selbstvertrauen sammeln, ein solides Zeitfahren hinlegen und am Ende sicher in die erste Hälfte fahren, um zu zeigen, dass wir wieder dran sind. Wie weit es nach vorne gehen kann, wird sich zeigen“, so Tschäge, der sich seinen Hunger jüngst bei den olympischen Ruderrennen in Eton geholt hat. Der Schlagmann hält aber den Ball flach: „Im Training lief es nicht optimal, aber auch nicht ganz schlecht. Die Misserfolge stecken halt noch in den Knochen.“
Nicht nur das Heimspiel, sondern auch die personelle Ausrichtung sorgt bei den Sprintern von der Mendener Straße für Zuversicht. Irgendeiner von der Stammbelegschaft fehlte bislang immer, die Folge war eine ungewohnte Rotation im Großboot. Nach familiären und beruflichen Verpflichtungen gibt Martin Kiefer in Wedau sein Saisondebüt. Auch RRGM-Juniorentrainer Mathias Schneider ist an Bord. Auf den Schlüsselpositionen ist die Crew jetzt wie im vergangenen Jahr besetzt. „Das gibt uns die Hoffnung, uns wieder in die vorderen Ränge zu schieben“, so Tschäge. Die Favoriten sind die üblichen Verdächtigen: Tabellenführer und Titelverteidiger Krefeld, die Frankfurter RG Germania, der Münster-Achter und der Revierrivale Emscher-Hammer.
Der arbeitsreiche Tag beginnt für das Sprintteam um 10.20 Uhr mit dem Zeitfahren, das Achtel- und Viertelfinale folgt zwischen 13 und 13.45 Uhr, der Showdown mit Halbfinale und Finale findet zwischen 18.30 und 19.30 Uhr statt. Was sich anschließt, kann gleichsam anstrengend werden: After-Row-Party im Tribünen-Restaurant.
Die Ruder-Bundesliga geht in der Mülheimer Nachbarschaft neue Wege. Es ist eine Regatta ohne Event-Charakter. In Hannover waren die Sprints in das publikumsträchtige Maschsee-Fest eingebunden, beim diesjährigen Saisonfinale Ende September wird es auf der Binnenalster und damit im Herzen von Hamburg rund gehen.
Ob in dem einen oder anderen Boot ein frischgebackener Olympiasieger sitzt, ist unklar. Im Mülheimer Boot wird Neuzugang Morgan Baumgärtel definitiv nicht sitzen. Er macht mit seiner Freundin und Mülheimer Olympia-Schwimmerin Lisa Vitting Urlaub.
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