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Speldorfer ringen die Löwen nieder

30.12.2012 | 22:30 Uhr
Speldorfer ringen die Löwen nieder
Die Speldorfer Fußballer freuen sich über die erfolgreiche Titelverteidigung bei der Stadtmeisterschaft.Foto: Stephan Glagla

Die Riesenüberraschung lag in der Luft. Gebannt blickten die 1200 Zuschauer in der RWE-Sporthalle auf das Spielfeld. Außenseiter 1. FC Mülheim, der in der A-Kreisliga um Meisterschaftspunkte kämpft, hatte den Oberligisten und Top-Favoriten VfB Speldorf ins Neunmeterschießen gezwungen. Auf den letzten Metern zum Titelgewinn versagten den bissigen Löwen aber die Nerven. Der Ball verfehlte bei zwei Neunmetern sein Ziel. Der Titelverteidiger feierte am Ende einen glücklichen 8:5-Erfolg und nahm den Wanderpokal abermals mit ins Klubhaus an der Saarner Straße.

Das Finale verlief spektakulär. Zwei Mal zehn Minuten waren angesetzt. Von der ersten Sekunde an drückten beide Teams das Gaspedal durch. Der erste Treffer fiel aber erst in der zehnten Minute. Nach einer Ecke von Blerton Balaj schoss Kevin Kirchner den Ball 22 Sekunden vor dem Pausenpfiff zum 1:0 ins Netz. Der Favorit führte.

Wütende Angriffe des Oberligisten

Zweite Halbzeit: Jetzt wurden die Löwen richtig bissig. Süleyman Balli nutzte einen Fehler von Kirchner gnadenlos aus und erzielte den Ausgleichstreffer. Im nächsten Angriff konnte Abdul Haimami VfB-Keeper Michael Strzys zum 2:1 überwinden. Beinahe hätte Mesut Cömez den Außenseiter mit 3:1 in Führung gebracht, doch Strzys stellte sich ihm rechtzeitig in den Weg (12.). Die Speldorfer reagierten mit wütenden Angriffen. Erst traf Carlos Penan, dann Tim Seidel die Latte. Der Favorit meldete sich zurück. Auf Zuspiel von Penan gelang Anil Ozan der Ausgleichstreffer zum 2:2 (14.). Wenig später schien Antonio Munoz seine Mannschaft mit dem Tor zum 3:2 auf die Siegerstraße bringen zu können (16.).

Die Löwen machten das Spielchen aber nicht mit. Gut drei Minuten vor dem Ende schoss Kamel Bdioui nach Vorarbeit von Abdul Haimami das Tor zum 3:3. Der Lärmpegel in der Halle war nun finalwürdig. Als dann auch noch der Styrumer Mesut Cömez zwei Minuten und 15 Sekunden vor dem Ende das 4:3 erzielte, bebte die Halle. Klar: Der Außenseiter wurde von fast allen Fangruppen und neutralen Zuschauern lautstark unterstützt. Zurück ins Geschehen auf dem Feld: Der Favorit wankt. Noch 24 Sekunden: Michael Strzys verhindert den nächsten Einschlag, wehrt mit einer Glanzparade den harten Schuss von David Bröhl ab. Dann haben die Speldorfer den Ball. Antonio Munoz tankt sich auf der rechten Seite durch und schießt den Ball acht Sekunden vor dem Ende kaltschnäuzig zum 4:4 ins Tor.

Neunmeterschießen: Der Speldorfer Kevin Kirchner legt vor – 5:4. Sefa Sentürk patzt, Michael Strzys wehrt ab. Anil Ozan erhöht für die Grün-Weißen auf 6:4 – keine Chance für FCM-Keeper Birkan Döger, der den verletzten Patrick Renning zwischen den Pfosten vertrat und ein Klasse-Turnier spielte. Auch dem nächsten Stryumer Schützen versagen die Nerven. Süleyman Balli gerät beim Schuss in Rücklage und das Leder fliegt hoch über das Tor. Carlos Penan macht es besser und somit steht es 7:4 für den VfB. Dogan Celik kann zwar aus Löwen-Sicht auf 5:7 verkürzen, aber Mümin Aktürk lässt sich die große Chance nicht entgehen und verwandelt den „Matchball“ zum 8:5.

Der quirlige Dribbler hatte schon zuvor in den Spielen großartig aufgetrumpft. Zusammen mit seinem Mannschaftskollegen Carlos Penan nahm er die Torjägerkanone mit. Acht Treffer konnten beide jeweils erzielen. Da war es kein Wunder, dass Aktürk nach der Entscheidung gut aufgelegt war. „Das war Adrenalin pur! Bis auf unsere Fans waren in der Halle alle gegen uns. Das war nicht einfach, aber es hat viel Spaß gemacht. Die Styrumer haben sehr gut gespielt. In der Halle liegt alles dicht beieinander. Da machen mehrere Ligen Unterschied nicht ganz so viel aus wie draußen. Ich habe das erste Mal hier in Mülheim gespielt und fand es sehr gut. Mir kommt das Spielen in der Halle als kleiner und quirliger Spieler entgegen. Die Torjägerkanone habe ich Carlos Penan überlassen. Er spielt schon länger als ich für den VfB Speldorf und deshalb ist es gerecht, wenn er sie bekommt“, sprudelte es aus Mümin Aktürk heraus.

Marcus Lemke

Kommentare
02.01.2013
01:39
Speldorfer ringen die Löwen nieder
von Fussballbeobachter | #5

SR aus anderen Städten hatten wir auch schon. Die waren nicht besser als unsere aus Mülheim.
Leider bleibt der Schlag ins Gesicht des Styrumer...
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1 Antwort
Speldorfer ringen die Löwen nieder
von mehlbox | #5-1

tradition hat der ruhrstadionverein nur in der beschäftigung nicht mülheimer spieler

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Speldorfer ringen die Löwen nieder
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2012-12-30 22:30
Mülheim