Speldorf muss weiter zittern

SV Burgaltendorf -
VfB Speldorf 1:1 (1:1)

Tore: 0:1 Siminenko (30.), 1:1 Vladi (37., Foulelfmeter)

VfB: Pless – Fritsch, Zorlu, Weiß, Freiyni (46. Mharchi), Gürbüz, Iyilik, Siminenko, Baraktar, Fritzsche, Steinmetz

Immerhin, sein Minimalziel hat der VfB Speldorf am Sonntag erreicht. Nach dem Unentschieden beim SV Burgaltendorf ist einen Spieltag vor dem Saisonende klar: Den direkten Weg in die Bezirksliga muss der Verein nicht antreten. Doch aufatmen können die Grün-Weißen noch nicht, denn der Vorsprung auf den Relegationsplatz beträgt nur ein mickriges Pünktchen. Ein dünnes Polster – mit sehr wenig Platz darauf zum Ausruhen. Für den Gegner aus dem Essener Südosten bedeutete das Remis hingegen den sicheren Abstieg.

Trainer Oliver Röder hatte seine Mannschaft im Vorfeld darauf eingeschworen, dass die Burgaltendorfer sich mit allen Mitteln gegen den vorzeitigen Gang in die Bezirksliga wehren würden. So kam es dann auch. Die Essener gingen bissig in die Zweikämpfe und verhinderten in der ersten Halbzeit, dass der VfB zu seinem gewohnten Spiel fand. Den Mülheimern war der Druck anzumerken, hätte doch eine Niederlage im schlimmsten Fall sogar das Abrutschen auf einen direkten Abstiegsplatz bedeutet. Umso wichtiger war nach einer halben Stunde der Führungstreffer durch Michael Siminenko. Sebastian Freiyni steckte den Ball an der Strafraumgrenze durch zu Siminenko, der eiskalt unterm Essener Keeper Patrick Hollenbeck durch ins Tor traf.

„Der Treffer war sehr hilfreich für die Psyche“, sagte Röder. Doch lange hielt der nervenberuhigende Spielstand nicht an. Nur sieben Minuten später hatte der Schiedsrichter ein Foul von Speldorfs Innenverteidiger Emre Iyilik an einem Burgaltendorfer im Sechzehner gesehen und zeigte auf den Elfmeterpunkt. Eine Fehlentscheidung, wie Röder meinte. Das vermeintliche Foul sei klar vor der Strafraumgrenze gewesen. Es half nichts, Kreshnik Vladi traf zum Ausgleich.

Chancen im Minutentakt

„Wir wollen die Schuld nicht beim Schiedsrichter suchen“, sagte Röder nach dem Abpfiff. „In der ersten Halbzeit sind wir überhaupt nicht ins Spiel gekommen.“ Dafür steigerte sich seine Mannschaft nach dem Seitenwechsel deutlich. Die Speldorfer erarbeiteten sich nun Chancen im Minutentakt – doch scheiterten sie immer wieder im Abschluss. Hätte etwa Michael Siminenko seine Kaltschnäuzigkeit aus der ersten Hälfte mit in die zweite genommen, die Partie wäre wohl klar zu Gunsten der Gäste ausgegangen. Doch Fußball findet nicht im Konjunktiv statt. So landeten die Bälle der Mülheimer reihenweise an Pfosten, Latte oder in den Armen des Burghausener Torhüters. Acht so genannte hundertprozentige Tormöglichkeiten hatte Röder am Ende in seinem Notizblock stehen – alle vergeben. Sein Fazit: „Fußball kann manchmal brutal sein.“