Spannende Kämpfe auf dem Wasser

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Was wir bereits wissen
Der Deutschland-Cup auf dem Baldeneysee gehört zu den größten Turnieren der Welt und ist auch für die Mülheimer Klubs das Saisonhighlight.

Rasantes Treiben auf dem Wasser, packende Zweikämpfe, knackige Paddelsprints – auf dem Gewässer herrschte ordentlich Bewegung. Der Kanu-Sportverein Rothe Mühle Essen hatte zum traditionellen Deutschland-Cup im Kanupolo an den Baldeneysee eingeladen. Und dies bereits zum 44. Mal.

Auf dem Gelände rund um den Regattaturm herrschte reges, internationales Treiben. 16 Nationen mit 100 Mannschaften, darunter aus Taiwan, Südafrika, Australien oder den baltischen Ländern, traten gegeneinander an. Die rund 1.300 Teilnehmer zeigten auf sieben Spielfeldern in über 420 packenden Partien, worauf es bei dieser Sportart ankommt: Kraft, Ausdauer und Geschicklichkeit. Seit 1989 findet der Cup am Baldeneysee statt und ist immer weiter gewachsen. Eine enorme Logistik und Organisation steckt dahinter. Unter den Teilnehmern herrschte eine familiäre und gesellige Stimmung, man kennt sich und trifft sich immer wieder gerne auf den Wettkämpfen. Ein Großteil der Wassersportler übernachtet im Zeltlager neben dem Regattahaus. Abends sitzt man noch zusammen und fachsimpelt über umstrittene Schiedsrichter-Entscheidungen oder interessante Taktiken.

Kanupolo, mit rund 10.000 aktiven Athleten, ist eine der kleineren Sportarten im Deutschen Kanu Verband (DKV). „Es ist interessant, wenn uns die Spaziergänger an der Ruhr beim Training zuschauen und wie sie unsere Sportart dann interpretieren. Da erklären Eltern ihren Kindern im Brustton der Überzeugung, da auf dem Wasser, das sind Ruderer mit Bällen“, schmunzelt Birgit Heisterenberg. Mit der Liebe zu ihrem Mann Thomas kam sie automatisch in den Kreis der Kanusportler. „Eine andere Wahl hätte ich eh nicht gehabt“, lacht sie. Ihre beiden Söhne Rene und Pascal sind bei der DJK Ruhrwacht aktiv, der Vater trainiert die Jugend und die Herren. Der Deutschland-Cup zählt für ihn zum Highlight der Saison, wild gestikulierend coacht er seine Mannschaften. Und erklärt seine Sportart wie folgt: „Zweimal fünf Spieler in Kajaks versuchen einen Wasserball mit Händen und Paddeln ins Tor des Gegners zu befördern, der zwei Meter über dem Wasser hängt. Rammen ist erlaubt, Paddeleinsatz gegen den Gegner auch, solange er nicht als gefährlich gewertet wird. Darüber entscheiden zwei Schiedsrichter auf Stegen an der Seitenlinie. Binnen 60 Sekunden muss der Angriff abgeschlossen sein, sonst bekommt der Gegner den Ball. Die Spieler schützen sich mit Helm, Gittervisier und Weste gegen allzu grobe Stöße.“

Auch die Mülheimer Kanu- und Skifreunde (MKSF) sind mit vier Teams – Herren, Damen, Jugend und Schüler – angetreten. Pressewart Tim Stanke-Rossmannek schwärmt von der besonderen Atmosphäre des Wettkampfes: „Das ist wirklich hochkarätig, was hier antritt. Es ist das größte Turnier weltweit.“ Trainerin Christina Mantell trommelt ihre Teams zusammen und spricht motivierende Worte, bevor die Schützlinge ihre Boote zum Wasser tragen. Seit diesem Jahr ist die 24-Jährige nur noch als Coach tätig, zuvor hat sie in der Bundesliga und sogar in der Nationalmannschaft mitgespielt: „Der Leistungssport und das Berufsleben ließen sich nicht vereinbaren.“