Silber schmückt die Damen

Foto: WAZ

Düsseldorfer HC -
HTC Uhlenhorst 4:1 (1:0)

Tore: 1:0 Steindor (18., KE), 2:0 Gräve (32.), 2:1 M. Terber (40.), 3:1 Gerke (42.), 4:1 Markert (44., KE)
HTCU: Grabowski, Gudermann – Schaunig, Windfeder, Grote, Martin Pelegrina, Apeltrath, Valentin, M. Terber, Zengerle, D. Terber, Zöller
Strafecken:
5 (2 Tore) / 3 (0 Tore)
Schiedsrichter:
Gabriele Schmitz / Mark Löffler
Zuschauer:
2000

In den Minuten nach dem Abpfiff kämpften einige Hockeyspielerinnen des HTC Uhlenhorst mit den Tränen. Soeben hatten sie das Finale der deutschen Hallenmeisterschaft vor 2000 Zuschauern in der Berliner Max-Schmeling-Halle gegen den Düsseldorfer HC mit 1:4 (0:1) verloren. Lange Zeit hatten sie den favorisierten Westrivalen ärgern können, um ihm dann am Ende doch unterlegen zu sein.

Von den mitgereisten Uhlen-Anhängern (unter ihnen NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft mit grün-weißem Fan-Schal) prasselte derweil donnernder Applaus auf die Spielerinnen herab. Alle waren sie unglaublich stolz auf die grandiose Saisonleistung und den Endspiel-Einzug des Feld-Zweitligisten unterm Hallendach.

„Es dürfen ein paar Tränen fließen und kurz nach dem Schlusspfiff darf man ja auch enttäuscht sein. Das muss aber nach spätestens fünf Minuten verflogen sein, denn wir haben eine fantastische Saison gespielt, sind Vizemeister und haben gegen die beste deutsche Mannschaft im Endspiel verloren“, sagte Hanns-Peter Windfeder in der Pressekonferenz.

Die Mülheimerinnen hielten sich an die vorgegebene Taktik. Sie wollten nicht wie beim 1:8 gegen den DHC vor drei Wochen in der Bundesligarunde ins offene Messer laufen. „Das 8:1 hat uns gar nicht so gut getan. Bei uns fehlte im Vergleich zum Halbfinale gegen den UHC Hamburg etwas die Konzentration. Hätten die Uhlenhorsterinnen ihre Strafecken in der ersten Hälfte genutzt, hätte das Spiel in die andere Richtung ausschlagen können“, sagte DHC-Trainer Nico Sussenburger. Sein Team hatte einen Mülheimer Abwehrfehler in der 18. Minute zur 1:0-Führung ausgenutzt. Luisa Steindor war die Torschützin.

Es gab bei den Uhlenhorsterinnen zwar einige „Wackler“ in der Defensive und manchen Fehlpass im Spielaufbau, aber dennoch hielt der Außenseiter bravourös mit. Kurz nach der Pause sorgte Elisa Gräve für das 2:0. Es schien so, als ginge den Mülheimerinnen angesichts des Kräfte zehrenden Halbfinals am Vortag nun die Luft aus. Doch für einen Moment waren sie wieder im Geschäft. Melanie Terber hatte ihr Herz in beide Hände genommen und ihren Alleingang mit dem Treffer zum 1:2 gekrönt (40.). Die HTCU-Fans feuerten ihr Team lautstark an. Sollten die Uhlenhorster Feld-Zweitligaspielerinnen dem Match noch eine Wende geben und für eine echte Sensation sorgen? Ein Düsseldorfer Doppelschlag riss die Mülheimerinnen dann aus den süßen Träumen. Zunächst traf Greta Gerke in der 42. Minute zum 3:1. Wenig später verwandelte DHC-Kapitänin Sabine Markert eine Strafecke zum 4:1 (43.). Damit war die Entscheidung gefallen. Abpfiff! Die Düsseldorferinnen tanzten aus lauter Freude, während die Mülheimerinnen enttäuscht waren. Aber nur ganz, ganz kurz! Denn es wurde ihnen klar, was sie vollbracht haben. Die HTCU-Damen sind deutscher Hallen-Vizemeister!