Showdown auf dem Aasee
02.09.2010 | 18:31 Uhr 2010-09-02T18:31:00+0200Beim Saisonfinale der Ruder-Bundesliga wird der Aasee in Münster am Samstag nicht zur Ruhe kommen. Mittendrin im turbulenten Sprintgeschehen der Achter befindet sich das Großboot der Renn-Ruder-Gemeinschaft Mülheim (RRGM).
Schlagmann Martin Tschäge sieht auf sich und seine Mitstreiter alles andere als den westfälischen Frieden zukommen: „Das wird eine Entscheidungsschlacht um die Plätze, schließlich sitzen uns die Verfolger ganz dicht im Nacken“, weiß der Teamkapitän um einen Showdown in der ganz knackigen Ausrichtung.
Während die Meisterschaft 2010 bereits an den übermächtigen Branchenriesen und Titelverteidiger Crefelder RC vergeben ist, herrscht dahinter drangvolle Enge. „Für uns geht es um die Plätze fünf bis sieben“, gibt Tschäge den Kurs vor. „Vor der Saison war es unser großes Ziel, in der vorderen Hälfte der Tabelle zu landen. Das haben wir bereits erreicht. Wenn es jetzt zum fünften Platz reicht, wäre das für uns ein Traumergebnis.“ Besagten Rang fünf belegt die RRGM nach den Stationen Frankfurt/Main, Rauxel, Krefeld, Hamburg und Hannover und vor dem Endspurt in Westfalen. Das Traumziel ist also in Sicht. Doch Vorsicht, der Atem der Rivalen ist deutlich zu spüren: Die Frankfurter RG „Germania“ liegt nur einen Punkt hinter dem Flaggschiff von der Ruhr und der RV Münster, der schließlich sein Heimatrevier behauptet und von den eigenen Zuschauern getragen wird, wiederum nur einen Zähler dahinter.
Die Mülheimer Crew ist gut darauf vorbereitet, die Attacken abzuwehren und selbst in die Offensive zu gehen. Nach der Etappe Hannover, wo die RRGM im exklusiven 16er-Feld Platz sieben belegt hatte, wurde wieder fünf- bis sechsmal in der Woche trainiert. „Wir haben daran gearbeitet, unsere Technik zu verbessern“ sagt Tschäge. Natürlich, beim Unternehmen Sprint geht es um Zentimeter und um Sekunden.
Und um das Teamwork. Diesbezüglich sieht sich die RRGM gestählt und erprobt. Andere Klubs sind Zusammenschlüsse, so mancher kauft kurzerhand die Qualität ein, derweil ticken die Uhren an der Ruhr anders: „Bei uns stimmt die Chemie, weil wir alle aus der Mülheimer Ruderschule kommen und eine reine Vereinsmannschaft sind. Alle verfolgen ein gemeinsames Ziel und arbeiten daran“, setzt der Schlagmann auf die Schubkraft des engen Schulterschlusses.
Den braucht die Crew auch, denn beim Finale auf dem Aasee wartet bereits im Zeitfahren die erste große Herausforderung: Gegner sind um 11 Uhr die Boote aus Münster, Osnabrück (Tabellenvierter) und Hamburg (Tabellenzweiter). Pünktlich zum Heimstart ist das Münsteraner Boot ganz groß in Fahrt. In Hannover schob sich der RVM auf Rang drei und besiegte jüngst beim Sprint-Cup in Düsseldorf, wo die RRGM nicht am Start war, selbst den Meister aus Krefeld. „Danach wissen wir bereits, wo wir stehen“, erklärt Martin Tschäge.
Auf der After-Row-Party bei der Akademischen Ruderverbindung Westfalen wird die Bundesliga-Saison standesgemäß beendet. Natürlich mit der RRGM-Teilnahme: „Das lassen wir uns nicht nehmen“, heißt es unisono.
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