Saisonfinale als Heimspiel

Möchte mit seinem Team aus eigener Kraft den Klassenerhalt schaffen: Kapitän Daniel Fridman.
Möchte mit seinem Team aus eigener Kraft den Klassenerhalt schaffen: Kapitän Daniel Fridman.
Foto: Fabian Strauch Photography / WAZ
Was wir bereits wissen
In den letzten beiden Partien einer verkorksten Spielzeit möchte sich der SV Nord anständig verabschieden. Ein Punkt fehlt noch zum Klassenerhalt

Das Saisonfinale in der Schachbundesliga kommt für den SV Mülheim-Nord als Heimspiel daher. In den Räumlichkeiten der Sparkasse am Berliner Platz möchten die Mülheimer eine völlig verkorkste Spielzeit anständig zu Ende bringen. Das Nord-Team trifft am Samstag auf den SV Hockenheim (14 Uhr) und am Sonntag auf die SG Trier (10 Uhr).

„Wir wollen uns zum Schluss noch einmal etwas rehabilitieren“, sagt der Vereinsvorsitzende Heinz Schmitz. Seine Mannschaft erlebte nach den Vizemeisterschaften in den beiden vergangenen Spielzeiten eine Talfahrt, die sie aktuell bis auf den zwölften Rang zurückwarf. Am finalen Wochenende benötigen die Mülheimer sogar noch einen Punkt, um nicht abzusteigen. Neben den abgeschlagenen Teams von Rostock und Bayern München sowie dem sich freiwillig aus der ersten Liga zurückziehenden SC Eppingen muss der SV Nord nur den Lokalrivalen Katernberg oder die Schachfreunde Berlin hinter sich lassen.

Klassenerhalt aus eigener Kraft

„Es hält sich auch das Gerücht, dass aus dem Westen niemand aufsteigen möchte. In dem Fall würde der Viertletzte ohnehin drin bleiben und wir wären aus dem Schneider“, erklärt Schmitz. Für den Mannschaftskapitän Daniel Fridman wäre es aber eine Blamage, würde der SV Nord den Klassenerhalt nur durch eine solche Mithilfe erreichen.

Den einen noch benötigten Zähler werden die Mülheimer wohl eher am Sonntag im Duell gegen Trier holen können, obgleich die Rheinland-Pfälzer auf dem dritten Platz in der Tabelle notiert sind. „Genauso wie wir unter unseren Verhältnissen spielen, ist Trier in dieser Saison über seinen Verhältnissen unterwegs“, erklärt der Nord-Vorsitzende Heinz Schmitz.

Am Samstag erwartet er im Duell gegen die Gäste aus Hockenheim eine äußerst schwere Aufgabe. „Das Team hat sich noch einmal verstärkt und steht zurecht dort oben“, sagt Schmitz über den Tabellenvierten. Die Mülheimer entscheiden also auch mit darüber, wer am Saisonende den dritten Platz hinter Serienmeister OSG Baden-Baden, der am Wochenende den zehnten Titel in Folge klar machen wird – und dem SV Werder Bremen innehaben wird – Trier (18 Punkte), Hockenheim (17) oder doch der derzeitige Tabellenfünfte SK Schwäbisch Hall (17)?

Zum Kader der Hockenheimer gehört auch der ehemalige Weltmeister Anatoly Karpov. Schmitz’ Hoffnung auf einen Einsatz des bekannten Großmeisters ist aber gering. „Hockenheim muss nicht unbedingt gewinnen und wird kein finanzielles Risiko eingehen. Karpov ist schließlich ein sehr teurer Spieler“, weiß der Vereinsvorsitzende des SV Nord. Nichtsdestotrotz dürfen sich die Schach-Fans auch ohne den 63-Jährigen auf jede Menge internationale Klasse in Mülheim freuen.

Dies gilt wohl auch für die kommende Saison. Denn trotz der aktuellen Formkrise hat das gesamte Team des SV Nord seine Zusage für die nächste Spielzeit gegeben. „Bei uns möchte niemand weg und gleichzeitig haben wir bereits mehrere Anfragen von Großmeistern, weil wir weiterin einen guten Ruf genießen. Aber in unserem Kader wird kein Platz frei“, sagt Heinz Schmitz. In der neuen Saison wollen die Mülheimer wieder an die Form alter Tage anknüpfen.