RSV-Nachwuchsarbeit trägt erste Früchte

Luca übt im Handballkindergarten einen Sprungwurf.
Luca übt im Handballkindergarten einen Sprungwurf.
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Was wir bereits wissen
Der Neuaufbau beim RSV Mülheim läuft. Mit einem Handballkindergarten will der Verein den Nachwuchs für den Mannschaftssport begeistern.

Emina und Clarissa schnappen sich die Ringe und lassen sie gekonnt um ihre Hüften kreisen. Übungsleiterin Britta Borchert hat die beiden kleinen Mädchen im Blick und freut sich über deren Bewegungsdrang. Ein Mal in der Woche füllt sich die Halle an der Blücherstraße mit einer Menge Leben. Seilspringen, Schwebebalken, Tore werfen – in jeder Ecke der Halle wirbeln ausgelassene Jungen und Mädchen im Alter von drei bis acht Jahren herum.

Das bunte Treiben nennt sich Handballkindergarten und wird seit mittlerweile gut anderthalb Jahren vom RSV Mülheim angeboten. Die jungen Teilnehmer sollen dabei aus einer Mischung von Spielen und Übungen ein Gespür für Teamgeist entwickeln und erste Erfahrungen sammeln, worauf es in einem Mannschaftssport ankommt.

Das Projekt läuft außerordentlich erfolgreich. Mehr als 40 Kinder sind in dieser Gruppe des Vereins mittlerweile angemeldet. In der Halle an der Kleiststraße wird seit geraumer Zeit sogar ein zweiter Termin unter der Wochen angeboten. Nun wird der Handballkindergarten zudem mit dem Hermann-van-Uum-Jugensportförderpreises des Förderkreises Mülheimer Sport ausgezeichnet.

„Wir sind sehr zufrieden mit dem Projekt, aber auch ein bisschen überrascht von dem Erfolg. Am Anfang hätten wir uns schon über zehn Kinder gefreut, die regelmäßig kommen“, sagt Maik Paulus. Der Biologie- und Sportlehrer organisiert die Gruppen zusammen mit RSV-Abteilungsleiterin Birgit Kolb, dem Jugendtrainer Helmut Konrad und den beiden Jugendspielerinnen Veronika Elm und Hannah Weißner.

Verein will aus dem Tief heraus

Paulus ist vom Fach. Bereits seit 1990 trainiert er Auswahlmannschaften im Handballverband Niederrhein, mit dem Rasensportverein verband ihn bis zum Start des Kindergartens vor allem die Vergangenheit. „Der RSV ist mein Jugendverein“, erzählt Paulus.

Die Idee der Sportgruppe für die Kleinsten entstand, weil sich die Jugendabteilung des Traditionsklubs seit Jahren in einem Tief befindet. Als der Kindergarten gegründet wurde, gab es abgesehen von den weiblichen A-Juniorinnen keine Nachwuchsmannschaft. Derzeit befindet sich der Verein auf dem Weg der Besserung. Neben den Mädchen in der B-Jugend hat sich aus den älteren Kindern der Gruppe mittlerweile eine gemischte F-Jugend entwickelt, die regelmäßig an Turnieren teilnimmt.

Denn auch wenn das Projekt den Kindern generelle erste Sporterfahrungen ermöglichen soll und ein Brückenschlag zwischen Spielgruppe und geregelten Ligabetrieb ist, so ist die Arbeit auf die Förderung der eigenen Jugendabteilung angelegt. „Das ist ein Aufbau von unten – und der kostet Zeit“, sagt Paulus. „Im Optimalfall bleiben die Jahrgänge über Jahre zusammen und durchlaufen die Jugendklassen gemeinsam. Aber natürlich steht erstmal der Spielspaß im Vordergrund.“

Freudenschreie beim Völkerball

Und den haben die Kids, keine Frage. Beim abschließenden Völkerball wuseln und toben die Jungs und Mädchen durch die gesamte Halle. Laute Freudenschreie und fröhliches Lachen bilden die Geräuschkulisse. Der Nachwuchs von Dagmar Marchoud, der fünfjährige Emir und die achtjährige Meryem, sind noch in der Probephase, die Anmeldung dürfte aber bald zum Verein verschickt werden. „Mir und meinen Kindern gefällt das Konzept richtig gut“, sagt die Mutter. „Vor allem, weil hier die Großen und die Kleinen etwas zusammen machen können.“

Zwar ist die Gruppe grundsätzlich in zwei Altersklassen geteilt, doch eine halbe Stunde der Zeit verbringen alle Kinder jeweils zusammen. Doch während bei den Jüngeren vielseitige Übungen für die Motorik im Vordergrund stehen, geht es für die Älteren schon ans richtige Handballtraining.