Punktgewinn in Rosenheim

Viel riskiert, alles gewonnen: Johanna Goliszewski (links) und Judith Meulendijks legten in Rosenheim den Grundstein zum wertvollen Punktgewinn.
Viel riskiert, alles gewonnen: Johanna Goliszewski (links) und Judith Meulendijks legten in Rosenheim den Grundstein zum wertvollen Punktgewinn.
Foto: WAZ

PTSV Rosenheim -
1. BV Mülheim 3:3

Herrendoppel: Peter Käsbauer/Oliver Roth - Marcus Ellis/Jorrit de Ruiter 21:11, 21:16
Damendoppel: Isabel Herttrich/Barbara Bellenberg - Judith Meulendijks/Johanna Goliszewski 19:21, 18:21
1. Herreneinzel: David Obernosterer - Dmytro Zavadsky 7:21, 15:21
Dameneinzel: Elisabeth Baldauf - Judith Meulendijks 21:0, 21:0 (Aufgabe durch Gast)
Gemischtes Doppel: Peter Käsbauer/Isabel Herttrich - Marcus Ellis/Johanna Goliszewski 21:15, 21:19
2. Herreneinzel: Matthias Almer - Alexander Roovers 20:22, 22:20, 21:23

Bei seiner Dienstreise in blau-weiße Gefilde ist Bundesligist 1. BV Mülheim mit einem blauen Auge davongekommen. „Bei all den widrigen Umständen werten wir das Unentschieden in Rosenheim als Punktgewinn und nicht als Punktverlust“, blickte Mannschaftsführerin Judith Meulendikjs nach der Rückkehr aus dem Freistaat auf ein abenteuerliches Wochenende zurück, das gottlob keinen Schaden beim deutschen Vizemeister angerichtet hat. Zwei Spieltage vor dem Ende der Bundesligaserie (in vier Wochen erfolgt in Trittau und daheim gegen Refrath der Schlussspurt) behauptet der 1. BVM mit drei Punkten Vorsprung vor dem 1. BC Beuel den zweiten Tabellenplatz, der das Heimrecht im Play-off-Halbfinale sichert.

Aus Mülheimer Sicht hatte der Freitag unter keinem guten Stern gestanden. Auf der Fahrt nach München hatte es einen leichten Unfall gegeben, nach dem Nationalspielerin Johanna Goliszewski über Nackenschmerzen klagte. Am Abend erfüllte der Tabellenzweite mit dem 5:1-Sieg beim Schlusslicht TSV Neuhausen-Nymphenburg seine Pflicht. Nach der verletzungsbedingten Aufgabe im Einzel von Judith Meulendijks, die große Schmerzen in der Wade hatte, zogen aber mit Blick auf die Partie am Samstag in Rosenheim dunkle Wolken auf. „Am Freitag habe ich nicht daran geglaubt, spielen zu können, ich konnte ja gar nicht auftreten. Am Samstag ging es aber schon besser, wir haben uns dann darauf verständigt, dass wir es versuchen werden.“ Mit Erfolg, das Damendoppel steuerte einen ganz wichtigen Punktgewinn zum finalen 3:3 bei. „Johanna hat im Match die Regie übernommen, da war es für mich einfacher. Mit diesem Sieg konnten wir nun wirklich nicht rechnen“, so die Mannschaftsführerin, die von einer Zerrung ausgeht. „Sonst wäre die Wade blau.“ Nach dem Doppel ging aber gar nichts mehr, das Dameneinzel ging kampflos an den PTSV.

Parallel zu den Damen erwischten die Mülheimer Herren Jorrit de Ruiter und Marcus Ellis einen rabenschwarzen Tag. „Das war nicht gut, sie hatten keine Chance“, so Meulendijks mit Blick auf den wenig verheißungsvollen Auftakt.

Dafür hielten sich die Herren in den beiden Einzeln schadlos. Dmytro Zavadsky machte ein Klassespiel und stimmte sich leichtfüßig auf die am Dienstag in der RWE-Sporthalle beginnenden YONEX German Open 2015 ein.

Den Punkt zum 3:2 steuerte das Mülheimer Urgestein Alexander Roovers bei. Und wie! Hier kommt Alex, hieß es einmal mehr. „In einem ganz, ganz engen 50:50-Match hat er sich super reingekämpft. Das war große Klasse“, lautete das Lob der 36-jährigen Niederländerin. „Bei dem, was alles passiert ist, können wir mit den drei Punkten sehr zufrieden sein.“