Nord-Team reist mit einem blauen Auge aus Hamburg ab

Konstantin Landa (SV Nord) holte im Match gegen Rostock ein Remis und sicherte damit den Mülheimer Sieg.
Konstantin Landa (SV Nord) holte im Match gegen Rostock ein Remis und sicherte damit den Mülheimer Sieg.
Foto: Christoph Wojtyczka / WAZ FotoPo
Was wir bereits wissen
Es läuft nicht rund für die Schachspieler des SV Nord. Die Mülheimer kassierten im Bundesligaspiel gegen Gastgeber Hamburger SK eine Niederlage, gewannen aber gegen Schlusslicht Rostock.

Es zieht sich wie ein roter Faden durch die Schach-Bundesligasaison. Die Mannschaft des SV Nord muss — nicht zuletzt aus finanziellen Gründen — auf wichtige Stützpfeiler verzichten, ist dennoch in den meisten Partien favorisiert und wird dieser Rolle aber nur selten gerecht. Im „Kasino der Signal Iduna“ kassierten die Mülheimer am Samstag eine 3:5-Niederlage gegen den Gastgeber Hamburger SK. Am Sonntag konnten sie immerhin die Partie gegen Schlusslicht SSC Rostock mit 4,5:3,5 gewinnen.

„Unsere absoluten Top-Spieler wie Vachier-Lagrave, Navara und Motylev fehlen an den oberen Positionen. Ein Konstantin Landa, der an Position vier spielen könnte, sitzt fast immer am Spitzenbrett. Auch unsere eigentlich Mitte mit Potkin, Tregubov und Golod kam bislang selten bis gar nicht zum Einsatz. Die übrigen Spieler rutschen dann auf Positionen, auf denen sie überfordert sind“, erklärt Heinz Schmitz. Dennoch: Der Vizemeister ist eigentlich so gut besetzt, dass er in der Tabelle viel besser dastehen müsste. Vier Partien vor dem Saisonende fehlt noch immer ein Punkt zum Klassenerhalt. Von einer guten Platzierung in der Abschlusstabelle sprechen die Mülheimer schon gar nicht mehr.

Gegen die Hamburger gerieten Daniel Hausrath am vierten Brett gegen den Dänen Sune Berg Hansen und Volkmar Dinstuhl an Brett acht gegen Karsten Müller frühzeitig ins Hintertreffen. In diesen Duellen gab es für den SV Nord nichts zu holen. Alle übrigen Duelle endeten Unentschieden. Schmitz verfolgte die Partien am heimischen PC. Der Vereins-Chef sagte: „Ich habe die ganze Zeit darauf gewartet, dass etwas passiert. Aber es passierte nichts.“ Alle Spiele wurden zu Unentschieden abgewickelt. Somit hatten die Hamburger in diesem wichtigen Match um den Klassenerhalt den Sieg eingefahren.

Die Mülheimer standen in der Sonntag-Partie gegen den SSC Rostock unter Zugzwang. In den vergangenen Jahren waren Duelle gegen Tabellenletzte schnell entschieden, in Hamburg aber nicht. Diese Saison ist alles anders!

Bundesligadebüt von Valentin

Die Niederlage am achten Brett hatten die Nord-Spieler eingeplant. Bei seinem Bundesligadebüt unterlag der erst 13-jährige Valentin Buckels dem Rostocker Eckhard Jeske. Dennoch war Schmitz voll des Lobes: „Valentin hat seine Sache ordentlich gemacht. Anfangs konnte er gut mithalten. Er kann mit seinen 13 Jahren noch keine Bundesliga-Reife haben.“

Siegreich waren Daniel Hausrath an Brett vier gegen Hans-Ulrich Grünberg, Michael Feygin gegen Willi Skibbe und Mihail Saltaev gegen Robert Jaster. Da Alexander Berelovich gegen den Polen Marcin Szelag verlor, wurde es spannend. Beim Stand von 4:3 für Nord lief nur noch das Match am Spitzenbrett zwischen dem für den Mülheim spielenden Konstantin Landa und dem Polen Jacek Tomczak. Landa hatte im Laufe des Spiels einen Bauern weniger als sein Gegner, aber routiniert brachte er das Duell mit einem Remis über die Bühne. Dadurch sind die Mülheimer an der Elbe mit einem blauen Auge davongekommen.