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Nord legt Protest ein

21.10.2012 | 19:40 Uhr
Nord legt Protest ein
Am Sonntag, den 21.10.2012 wurde das Spiel in der Schach Bundesliga zwischen dem SV Muelheim und dem SC Eppingen im Haus der Wirtschaft in Muelheim fotografiert. Foto: Fabian Strauch / WAZ FotoPoolFoto: Fabian Strauch

SV Mülheim-Nord -
SC Eppingen 3,5:4,5

Ergebnisse: Navara – Bologan ½:½; Grachev – Harikrishna ½:½; Motylev – Berkes ½:½; Fridman – Postny ½:½; Potkin – Acs ½:½; Landa – Ruck 1:0; Tregubov – Bindrich 0:1; Berelovich – Guliyev 0:1

SV Mülheim-Nord -
SV Hockenheim 5,5:2,5

Ergebnisse: Navara – Buhmann ½:½; Grachev – Lenic ½:½; Motylev – Baramidze 1:0; Fridman – Saric 1:0; Potkin – Ribli 1:0; Landa – Neubauer ½:½; Tregubov – Paehtz 1:0; Levin – Wagner 0:1

Einige würden es als „Skandal“ bezeichnen und sich mächtig aufregen, Heinz Schmitz reagiert gelassen. Der Nord-Vorsitzende geht davon aus, dass seine Mannschaft im Bundesliga-Heimspiel am Samstag von einem Spieler des gegnerischen SC Eppingen betrogen worden ist. Die Gäste siegten mit 4,5:3,5 Punkten. Die Mülheimer haben noch am Sonntag Protest gegen die Wertung eingelegt.

Der SV Nord und der SC Eppingen sind nach Bundesliga-Überflieger OSG Baden-Baden die Mannschaften, denen zugetraut wird, sich einen der drei Europacup-Startplätze am Ende der Saison zu sichern. Daher war schon vor der Begegnung klar, dass sich beide Teams einen harten Kampf im Haus der Wirtschaft an der Wiesenstraße liefern würden.

Boris Grachev (gegen Pentala Harikrishna) und Daniel Fridman (gegen Evgeny Postny) einigten sich mit ihren Gegnern frühzeitig auf ein Remis. Konstantin Landa brachte die Gastgeber durch seinen Sieg am sechsten Brett gegen Robert Ruck in Führung. Die Gäste konnten aber wenig später ausgleichen, weil Alexander Berelovich am achten Brett gegen Namig Guliyev verlor.

Nord-Neuzugang David Navara erreichte am Spitzenbrett gegen Victor Bologan ein Unentschieden – ebenso wie Alexander Motylev gegen Ferenc Berkes und Vladimir Potkin gegen Peter Acs.

Die Partie am siebten Brett brachte die Entscheidung. Der für den SV Nord spielende Russe Pavel Tregubov und der Deutsche Falko Bindrich saßen sich gegenüber. Lange Zeit verlief dieses Duell ausgeglichen. Die Mülheimer monierten, dass Bindrich zwischen den Zügen ungewöhnlich häufig die Toilette besuchte. Sie vermuteten, dass Bindrich ein Schach-Analyseprogramm auf seinem Smartphone installiert hat und sich auf dem „stillen Örtchen“ jeweils den bestmöglichen Zug errechnen ließ. Der Schiedsrichter griff am Samstag nicht ein.

Der Verdacht war – wie sich einen Tag später herausstellen sollte – nicht unbegründet. Während die Mülheimer sich im Haus der Wirtschaft am Sonntag mit dem SV Hockenheim (5,5:2,5) duellierten, trafen Katernberg und Eppingen im Parallelspiel aufeinander. Erneut zog Bindrich seine „Toiletten-Show“ ab. Dieses Mal schritt der Schiedsrichter ein und forderte nach den Statuten des Deutschen Schach-Bundes rechtmäßig den Eppinger auf, sein Mobiltelefon vorzuzeigen. Bindrich verweigerte dies und der Unparteiische wertete die Aktion als Eingeständnis und disqualifizierte Bindrich.

„Die Disqualifikation gilt nur für das Spiel gegen Katernberg. Wir legen Protest ein, weil wir aufgrund des Verhaltens des Spielers davon ausgehen, dass dieser auch am Samstag betrogen hat. Nun wird das Schiedsgericht des Deutschen Schach-Bundes entscheiden“, erklärte Heinz Schmitz. Er meinte zudem: „In der Bundesliga ist es das erste Mal, dass jemand disqualifiziert worden ist, weil er sich vermutlich mittels seines Handys einen Vorteil verschaffen wollte.“

Marcus Lemke



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