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Futsal

Nachhilfe auf Brasilianisch

07.08.2012 | 16:01 Uhr

Obgleich Futsal in Deutschland noch immer ein Schattendasein führt, war am vergangenen Sonntag einer der bekanntesten Männer dieser speziellen Hallenvariante des klassischen Fußballs in Mülheim zu Gast. Marcos Sorato ist Trainer der brasilianischen Futsal-Nationalmannschaft und zudem Co-Trainer des Nationalteams der Frauen. Nur logisch, dass er es war, um den sich beim 1. Internationalen Futsal-Workshop alles drehte.

Einem intensiven, dreistündigen Theorie-Kursus in der Sportschule Wedau folgte der praktische Teil in der Halle an der Lehnerstraße in Saarn.

Wie immer, wenn es in Mülheim um Futsal geht, ist auch in diesem Fall Alexander Prim, der Mann für alle Fälle beim Mülheimer Primero Club des Futsal, mit von der Partie. Er war stark in die Organisation eingebunden und kümmerte sich um die für die Durchführung der Veranstaltung notwendigen Räumlichkeiten. Die sind nun bereit – was fehlt, sind die Gäste und ein Großteil der Teilnehmer. „Das ist die brasilianische Mentalität“, bemerkt Prim mit einem Augenzwinkern. „Es sind noch nicht alle da.“ Der Theorie-Teil des Workshop ist beendet. Nun steht der praktische Teil an. „Wir sind zehn Minuten vor den anderen losgefahren. Die müssen gleich hier sein“, bewahrt der Vorsitzende des PCF Ruhe. Binnen weniger Minuten füllt sich die Halle mit rund 30 Teilnehmern, von denen einige aus Hessen, Hamburg und sogar Berlin angereist sind, um sich diese wohl einmalige Chance in ihrem Sport nicht entgehen zu lassen.

Marcos Sorato ist im brasilianischen Futsal in etwa das, was Franz Beckenbauer im deutschen Fußball ist. „Er hat unter anderem Ronaldo trainiert, also nicht Cristiano Ronaldo, sondern den anderen“, erläutert Alexander Prim. Der Futsal-Kenner aus Südamerika kommt eher unauffällig daher, das tut seiner Ausstrahlung aber keinen Abbruch. Als der eigentliche Workshop beginnt, hängen die Teilnehmer an Marcos Soratos Lippen beziehungsweise an denen von Marcelo, der die portugiesischen Worte des Fachmannes ins Deutsche übersetzt – und er erfüllt diese Aufgabe so gewissenhaft, dass er sogar das portugiesische „Stop!“ in dessen deutsche Übersetzung „Stop!“ wandelt. Der Unterschied ist übrigens überaus gering.

So lernen die Teilnehmer also, wie man den Ball, der nicht so hoch springt, wie ein normaler Fußball und dadurch besser kontrolliert werden kann, eng am Fuß führt – ganz gleich, ob im Vorwärts- oder Rückwärtsgang – und so manch weiteren Futsal-Kniff. Alexander Prim sitzt derweil auf der Tribüne und schreibt fleißig mit, obwohl er auch mittrainieren könnte. „Ich mache das ganz bewusst, weil ich glaube, dass man von hier aus mehr mitbekommt und so insgesamt den größeren Nutzen aus der ganzen Sache ziehen kann.“ So oder so haben alle Teilnehmer etwas von diesem 1. Internationalen Futsal-Workshop.

Nach Ende der Veranstaltung zeigt sich der Vorsitzende des Primero Club de Futsal Mülheim rundum zufrieden: „Das war ein Tag, an dem alle deutschen Futsaler viel lernen konnten. Sowohl der Theorie- als auch der Praxisteil waren sehr eindrucksvoll.“ Dabei seien auch die Einlagen von Sorato selbst äußerst interessant gewesen, so Prim.

Zum Abschluss wandte sich der Brasilianer in einer flammenden Ansprache an die Teilnehmer: „Ihr habt eine große Chance und eine große Verantwortung. Ihr könnt den Samen Futsal in Deutschland säen. Davon wird der deutsche Futsal und der deutsche Fußball in den nächsten Generationen profitieren!“ So soll es sein.

Alexander Waldhelm



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