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Nach dem Abpfiff zum Bottich

01.02.2012 | 14:05 Uhr
Nach dem Abpfiff zum Bottich
Kurt Höfmann ist seit 75 jahren Mitglied beim MSV 07 und wurde dafür während des Neujahrsempfanges im Klubhaus vom Vorsitzenden Peter Hein und der Ehrenamtsbeauftragten Uschi Samatis geehrt. Foto: Ulla Emig

Kurt Höfmann wurde am 7. Juli 1923 geboren. Im Alter von zwölf Jahren schloss er sich am 1. Januar 1936 dem MSV 07 an. Seit 1934 ist der Mülheimer wohnhaft am Waldschlösschen.

Mit seinen Brüdern Walter und Günter durchspielte er die komplette Jugendabteilung des MSV 07. Bei den Senioren verstärkte er die erste und die zweite Mannschaft. Kurt Höfmann: „Die Tendenz ging schon zur zweiten Mannschaft, in der ersten habe ich lediglich ausgeholfen.“

In der Vorkriegszeit stand am Waldschlösschen als Umkleidekabine lediglich eine Bretterbude zur Verfügung. In der Mitte des Holzverschlages stand ein Bottich, an dem man sich waschen konnte. Das Wasser wurde von einem 07-Freund und Nachbarn kostenlos zur Verfügung gestellt. Kurt Höfmann: „Nach den Spielen musste man sich beeilen. Das Wasser reichte gerade mal für drei bis vier Personen.“

Kurt Höfmann war 30 Jahre als, als er nach zehnjähriger Kriegsgefangenschaft nach Mülheim und zum MSV 07 zurückkehrte. „Im ersten Spiel nach meiner Rückkehr trafen wir auf Broich 85. Ich war nachher derart erledigt, dass mich meine Mannschaftskameraden stützend vom Platz brachten.“

Bei den „07ern“ hatte sich zwischenzeitlich einiges geändert. Auf der Anlage befanden sich zwei Fußballplätze (ein Senioren- sowie ein Jugendplatz), ein Tennisplatz sowie eine Radrennbahn (heute noch zu erkennen an den Zuschauerrängen). Kurt Höfmann: „ Die Radrennbahn war früher nichts besonderes. Im Ruhrstadion hatten sie auch eine gebaut. Bei 07 hat aber nie ein offizielles Rennen stattgefunden.“

Neben Fußball, Tennis und Radfahren gab es beim MSV 07 auch eine Handballabteilung. 1950 lernte Kurt Höfmann die Handballerin Marianne Unterberg kennen und machte sie 1952 zu Marianne Höfmann.

Kurt Höfmann spielte bis zu seinem 50. Lebensjahr in der Altherrenmannschaft des MSV 07: „Das hat mir sehr viel Spaß gemacht; teilweise habe ich die Jungs auch gecoacht.“ Weitere Ämter Höfmanns waren die des zweiten Vorsitzenden sowie ein Platz im Ältestenrat.

Die MSV-Mitglieder besaßen nicht viel Geld. Öffentliche Mittel konnte man nicht erwarten. Man war auf Arbeit in Eigenregie angewiesen. So wurde kurzerhand die erste Flutlichtanlage selber gebaut. Kurt Höfmann: „Wir haben einigermaßen gerade Baumstämme etwa zwei bis drei Meter in den Boden eingegraben. Circa sechs Meter ragten die Stämme heraus. Fritz Butenberg hatte Leuchtmittel besorgt. Ich verlegte die Elektrik. Fertig war unsere erste Flutlichtanlage.“ Gerne erinnert sich Kurt Höfmann an Fahrten zu Auswärtsspielen. „ Günter Grüneberg und Rolf Bröckelmann arbeiteten für Jakobs Kaffee. Da sind wir dann mit dem Kaffeewagen zu den Spielen gefahren.“

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Kommentare
03.02.2012
13:23
Nach dem Abpfiff zum Bottich
von saarnerjung | #1

Bitte mehr von solchen berichten, mein sohn hat ihn verschlungen, und konnte nicht begreifen was " früher " alles so war. schön wäre es auch wenn zu so einer geschichte auch bilder dazu geliefert werden.. das ist teilweise viel interessanter als die üblichen berichte im lokalem..

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