Mit Zittersieg ins Halbfinale

Eigentlich hätte Katharina Windfeder nach dem finalen 5:1 (2:1)-Sieg in der Gruppe A gegen Australien allen Grund zur ungeteilten Freunde gehabt, schließlich hatten die deutschen Hockey-Damen bei der Hallen-WM 2015 in Leipzig im Topspiel Erster gegen Zweiter ihre Poleposition erfolgreich verteidigt und der Mülheimerin war bereits der dritte WM-Treffer gelungen.

Doch die 21-jährige Abwehrspielerin machte mit wachem Auge ein Haar in der Suppe aus: „Das war bisher das eher langweiligste Spiel. Australien war permanent mit drei Spielerinnen im eigenen Kreis, vorne lauerte eine einsame Spitze. Wenn du ständig geduldig spielen musst, macht das auf Dauer keinen Spaß“, so die WM-Debütantin. Wie auch immer, die Damen des DHB hatten mit einer blitzsauberen Bilanz das Nahziel Viertelfinale erreicht, wo am Freitagabend die Polinnen warteten. Nach dem ungemein mühsamen 2:1 (0:1)-Sieg der Gastgeberinnen geht es am Samstag, 16 Uhr, im Halbfinale gegen Österreich.

Auch Co-Trainer André Henning atmete tief durch: „So eine erste Halbzeit, wo es einmal gar nicht klappt, passiert in so einem Turnier. Sie haben in der zweiten Halbzeit aber gut reagiert und es umgebogen. Dafür gebührt ihnen Respekt. Gegen Österreich dürfen wir wegen des Vorrundenergebnisses nicht glauben, dass es ein leichtes Spiel wird.“

Im abschließenden Duell der bis dahin verlustpunktfreien Teams siegte die deutsche Nationalmannschaft am Freitagvormittag nach starker Leistung glatt gegen Australien. Die Danas zeigten sich offensiv wirkungsvoller und holten damit im fünften Spiel den fünften Sieg. Beide Teams begannen defensiv stark, Deutschland erarbeitete sich in der Anfangsphase aber ein Chancenplus. Luisa Steindor vom Düsseldorfer HC setzte nach zwölf Minuten erst eine Strafecke an den Querbalken, dann erzielte Anne Schröder vom Club an der Alster Hamburg das erste Tor (15.).

Nur eine Minute später war Schröder erneut erfolgreich. Bei ihrem Schuss vom Kreisrand gab es keine Zweifel. Sekunden vor dem Pausenpfiff verkürzte Emma McLeish für Down Under per Strafecke flach in das deutsche Tor.

Den besseren Start in die zweite Hälfte erwischten die deutschen Damen von Bundestrainer Jamlion Mülders. Katharina Windfeder sorgte per Strafecke für den beruhigenden Zwei-Tore-Abstand. „Der Anschlusstreffer der Australierinnen war für uns ein kleiner Dämpfer. Der dritte Treffer war schon wichtig. Unsere Gegnerinnen haben sich da wohl gesagt, dass das Ding durch ist“, so die Spielführerin des deutschen Hallen-Vizemeisters HTCU. Danach blickte sie auf das Abend-Match gegen Polen: „Wir sind wieder bereit, wirklich alles reinzuhauen. Im Trainingsspiel haben wir gegen diesen Gegner ein 4:4 erreicht. Die sind schon stark.“ Da hatte die junge Damen einen wirklich guten Riecher.

DHB-Coach Mülders war auch am Ende der lupenreinen Gruppenphase mit seiner Auswahl zufrieden. „Es ist ganz schwer gegen so einen unglaublich tief stehenden Gegner“, musste DHB-Trainer Jamilon Mülders nach dem Schlusspfiff feststellen. „Die Mädels wollen dann unbedingt dem Publikum etwas zeigen. Und das fällt in so einem Spiel halt schwer. Trotzdem haben sie das bisher super gemacht!“