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VfB Speldorf

Mit breiter Brust

30.04.2010 | 18:11 Uhr

Die Höhenluft bei den Treffen mit Spitzenvereinen hat dem NRW-Ligisten VfB Speldorf jüngst Flügel verliehen. Mit dem Gastspiel am Sonntag (15 Uhr, Stadion Sonnenblume, Jupiterstraße) bei der SSVg Velbert geht es für die stürmischen Mülheimer wieder in die untere Tabellenregion.

Wie man sich im hektischen Saisonschlussspurt mit englischen Wochen gleich im Bündel selbst das Leben schwer machen kann, das haben die Kicker von Coach Peter Kunkel am Mittwoch im Pokal-Intermezzo beim 1. FC Mülheim exemplarisch bewiesen. 120 Minuten bedeuteten das volle Programm. Ensprechend musste Kunkel den Grantler geben: „Das passt mir überhaupt nicht. Natürlich war das keine gute Leistung von uns, aber die Bedingungen waren ja mehr als widrig. Bei dem Staub musst du ja Angst haben, Lungenkrebs zu bekommen. Das soll aber keine Entschuldigung sein. Wir haben darüber gesprochen, die Sache ist abgehakt.“

Schwamm drüber und den Blick konzentriert nach vorne und damit auf das sonntägliche Gastspiel in Velbert richten, so die kollektive Ausrichtung beim VfB. „Wir sind noch nicht durch“, predigt Kunkel gebetsmühlenartig. Doch die große Angst ist nach den sechs Punkten und den sieben Toren aus den Spielen in Windeck und an der „Blötte“ gegen Herne nicht mehr herauszuhören. Natürlich, was soll den Speldorfern denn noch passieren. Noch weniger passieren wird, wenn sich die Gäste morgen laut Kunkel mit einem weiteren Dreier richtig freischwimmen. „Erfolge gegen Mannschaften, die unten stehen, sind doch doppelt viel wert“, so einfach ist. Selbst bei einem Remis beim Fünfzehnten würde es beim komfortablen Neun-Punkte-Abstand bleiben. „Auf Unentschieden können meine Jungs aber nicht spielen, wir spielen wie immer auf Sieg. Ich erwarte, dass die Mannschaft an die letzten sehr guten und beeindruckenden Leistungen anknüpft und zeigt, dass das alles kein Zufall war.“ Dass der Coach ausgerechnet seinen Ex-Verein in höchste Not bringen kann, lässt ihn ziemlich unbeeindruckt: „Für mich war es eine kurze, aber allemal lehrreiche Zeit in Velbert. Mit dem Präsidente Oliver Kuhn pflege ich einen guten Kontakt.“

Pflege hat derweil der mit vielen Blessuren behaftete Speldorfer Kader bitter nötig. Neben dem seit Wochen verletzten Kapitän Dennis Hupperts fehlen definitiv die beiden Angreifer Senad Beric und Wilson Pereira Weller (beide muskuläre Probleme). Oktay Güney (nach Bauchmuskelzerrung) ist am Freitag wieder ins Training eingestiegen. „Mal schauen, ob das hält“, hält sich Kunkel mit Prognoesen zurück.

Derweil gehen die personellen Planungen voran. Tahar Elidrissi verlängerte für zwei Jahre, Jaroslav Stankiewicz für eine Saison.

Gerd Böttner

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