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Mini-Crew leistet ganze Arbeit

17.06.2012 | 18:56 Uhr

Das diesmal zur Bescheidenheit aufgerufene Sprintteam Mülheim hat vor den Toren Berlins vor 3.000 Zuschauern sein erstes Saisonziel erreicht. Angesichts gravierender Personalprobleme war der Achter von der Ruhr am Samstag in der „Kalksee-Arena“ im brandenburgischen Rüdersdorf mit dem erklärten Wunsch, in der ersten Hälfte der 16 Boote starken Königsklasse zu landen, in die vierte Bundesliga-Saison gestartet. Das Ziel wurde mit Präzision erreicht und mit dem siebten Platz konnte sich die Sprint-Crew sehr gut anfreunden. „Wir sind durchaus zufrieden. Angesichts unserer kleinen Mannschaft wussten wir schon vorher, dass es hier nicht einfach werden würde“, zog Schlagmann Martin Tschäge nach der ersten Saisonetappe Bilanz.

Mit Platz eins zeigte der amtierende Meister Crefelder Ruder Club gleich beim Start Flagge, gefolgt von dem Vizemeister Münster-Achter und der Frankfurter RG Germania.

Beim Mülheimer Flaggschiff griff diesmal die neue, ungewohnte Welle. Mit RRGM-Junioren-Trainer Matthias Schneider, André Warm, Neuzugang Christoph Riplinger und Martin Kiefer fehlte physisch starkes Stammpersonal, das üblicherweise im Maschinenraum gewinnbringende Arbeit verrichtet. Kurzerhand wurden mit Bastian Sievers und Markus Geller Junioren aus den eigenen Reihen verpflichtet, letztendlich standen gerade einmal neun Aktive zur Verfügung, was in Sachen Personaltausch kaum einen Spielraum erlaubte. Was sich dann auch im Verlauf der kräftezehrenden Sprints in der erstmals in den Bundesligareigen aufgenommenen „Kalksee-Arena“ zeigte.

Auf der 350-Meter-Distanz war das Sprintteam von der Mendener Straße nach dem Zeitfahren mit Platz acht auf der sicheren Seite. „Ein solider Auftakt“ befand Tschäge. Der Platz in der ersten Tabellenhälfte war wasserdicht. Im Achtelfinale hießen Krefeld, Neuling RV Weser Hameln und der Dole Achter Hamburg die Gegner. Die Mülheimer machten ein beherztes Rennen und rauschten hinter dem Branchenführer über die Ziellinie. „Wir haben lange geführt, dann haben die Krefelder das noch umgebogen. Wir waren recht happy, weil es unser bestes Rennen an diesem Tag war,“ so der Schlagmann.

Doch der kollektive Kraftakt hatte Folgen. Nach dem nur 25-minütigen Durchschnaufen belegten die Mülheimer im Viertelfinale hinter dem Emscher Hammer, Gastgeber Rüdersdorf und Frankfurt den letzten Platz. Nun ging es um die Plätze fünf bis acht. Im Halbfinale gab es eine ärgerliche Niederlage gegen den RTHC Bayer Leverkusen, die für Christian Reckzeh aus gegebenem Anlass besonders ärgerlich war: Im Leverkusener Achter sitzt sein jüngerer Bruder Michael. Im Sprint um Platz sieben gab es schließlich einen Sieg gegen den Rüdersdorfer RV Kalkberge. „Nach dem Rennen gegen Leverkusen waren wir ziemlich angefressen und haben losgelegt wie die Feuerwehr“, meinte der nach dem Unternehmen „Kalksee-Arena“ zufriedene Crew-Chef Martin Tschäge.

Gerd Böttner



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