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Löwen sind die Könige

09.01.2010 | 22:02 Uhr
Löwen sind die Könige

Mülheims Hallenkönige sind die Bezirksliga-Fußballer des 1. FC Mülheim. Sie gewannen den Titel bei der 37. Auflage der Stadtmeisterschaft um den König-Pilsener-Cup durch einen 7:2-Finalerfolg über den SC Croatia. Der haushohe Favorit VfB Speldorf landete am Samstag vor 1300 Fans nur auf Platz vier.

Kaum zu glauben, aber wahr: Der 1. FC Mülheim wurde vor 1300 Zuschauern in der RWE-Sporthalle Hallenfußball-Stadtmeister 2009/10. Foto: Wojtyczka

„Wir sind verdientermaßen Stadtmeister geworden. Ich bin stolz auf die Leistung meiner Mannschaft. Dieser Erfolg kommt gerade zur richtigen Zeit, nachdem wir eine schwere Phase in der Bezirksliga mit vielen Verletzten und fünf Niederlagen in Serie durchlebt haben. Dieser Sieg gibt uns bestimmt einen Schub für die Meisterschaft”, sagte Cengiz Temur, Trainer des 1. FC Mülheim. Kurz zuvor hatten seine Spieler und er ausgelassen den Überraschungscoup gefeiert. Die Löwen waren los!

Die eigentliche Sensation war der Halbfinalerfolg über den VfB Speldorf. Der NRW-Ligist führte nach der Hälfte der 15-minütigen Spielzeit mit 4:0 Toren. Das Endspielticket war bereits so gut wie gelöst. Dann aber krempelten die Styrumer die Ärmel hoch. Benjamin Kuhlewey verkürzte auf 1:4. Dogan Celik sorgte per Hattrick für den nicht mehr möglich gehaltenen 4:4-Ausgleich. In Überzahl stieß VfB-Kapitän Dennis Hupperts mit einem knallharten Schuss in den Winkel das Tor zum Finale wieder auf (5:4). Sechs Sekunden vor der Schluss-Sirene sorgte aber FCM-Stürmer Jusef Saado mit einem satten Flachschuss für den erneuten Ausgleich (5:5). Die Zuschauer tobten, die RWE-Sporthalle bebte.

Mutluer war der tragische Held

Kadir Mutluer erzielte in der Zwischen- und Endrunde insgesamt 16 Treffer und gewann dadurch mit weitem Abstand vor den Verfolgern die Torjägerkanone. Aber im entscheidenden Moment ging es daneben. Im Neunmeterschießen hatten fünf Styrumer und vier Speldorfer getroffen. Dann lief Mutluer an und der Ball klatschte an die Bande. 9:10. Das Aus! Die Löwen feierten den Finaleinzug, die Grün-Weißen schlichen enttäuscht vom Feld. Mutluer war der tragische Held.

VfB-Spieler Kadir Mutluer eroberte die Torjägerkanone. Er traf 16.mal. Foto: Wojtyczka

„Ich habe mich vor dem Neunmeterschießen schon nicht so sicher gefühlt. Es tut mir leid für die Mannschaft, dass wir durch meinen Fehlversuch ausgeschieden sind”, sagte Kadir Mutluer. Der Speldorfer fügte hinzu: „Es ist zwar ärgerlich, dass wir den Titel nicht geholt haben, aber die Meisterschaft ist wichtiger.”

Im zweiten Vorschlussrundenduell gegen das Bezirksligateam des SV Rot-Weiß hatten die A-Kreisligafußballer des SC Croatia erneut ihre Stärke unterm Hallendach unter Beweis gestellt. Sie gewannen die Partie mit 2:1 Toren durch einen späten Treffer von Stürmer Kristijan Sljivic.

Nachdem das Rot-Weiß-Aufgebot das Neunmeterschießen um den dritten Platz gegen den VfB Speldorf mit 4:3 für sich entschieden hatte, liefen die Mannschaften des 1. FC Mülheim und des SC Croatia zum Finale auf. Diese Konstellation hatte vor den Titelkämpfen wohl keiner auf dem Zettel.

Spiel stand auf des Messers Schneide

Und mitten hinein ins Endspiel: Fünf Minuten vor dem Ende verkürzt Croatia-Spieler Ivan Vojkovic in Überzahlsituation den Rückstand auf 2:3. Das Match steht auf des Messers Schneide. Dann aber zerlegen die Löwen ihren Gegner. Murat Canim nutzt einen Croatia-Abwehrfehler zum 4:2 aus (16.), Dogan Celik lässt dem von seinen Verteidigern im Stich gelassenen SC-Keeper Daniele Autieri keine Chance (17.) und am Ende sorgt der Styrumer Houcine Hamami mit einem Doppelschlag (18./19.) für den 7:2-Endstand. Als Schiedsrichter Stephan Nerlich die Partie beendet, beginnt der Tanz der Löwen. „Die Meisterschaft war anstrengend. Wir trainieren als Kreisligist nicht viermal in der Woche. Im Finale fehlte uns am Ende die Kraft und darunter litt die Konzentration”, sagte Croatia-Spielertrainer Robert Babic nachher.

Bei der Siegerehrung bekam Kamel Bdioui den Wanderpokal überreicht. Der FCM-Kapitän riss die Arme so schnell in die Luft, dass der Deckel im hohen Bogen nach oben flog. Bdioui fing das Flugobjekt aber ganz elegant auf. An diesem triumphalen Abend konnte einfach nichts mehr schiefgehen!

Marcus Lemke

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