Letztes Spiel nach 30 Jahren

Nach mehr als 30 Jahren absolviert Jürgen Polzin am Sonntag sein letztes Spiel.
Nach mehr als 30 Jahren absolviert Jürgen Polzin am Sonntag sein letztes Spiel.
Foto: STEPHAN GLAGLA / WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Der Styrumer Jürgen Polzin hängt nach dem Derby gegen den Aufsteiger HSV Dümpten die Handballschuhe an den Nagel. 15 Trainer bei fünf Vereinen.

Mit einem Lokalderby geht am Sonntag in der Handball-Landesliga die Saison zu Ende. Der Tabellendritte DJK Styrum 06 empfängt in der Halle an der Von-der-Tann-Straße um 11.30 Uhr den Verbandsliga-Aufsteiger HSV Dümpten. Für einen ist es nach über 30 Jahren das letzte Spiel.

Styrums Jürgen Polzin hängt mit 48 Jahren endgültig die Handballschuhe an den Nagel. „Ich habe tatsächlich genau 30 Jahre im Seniorenbereich gespielt“, blickt der Rückraumspieler zurück. Angefangen hat er in der C-Jugend der DJK 09, ehe er in der B-Jugend zum Mellinghofer TV wechselte. „Auf meinem Gymnasium Heißen waren damals etliche MTV-Spieler, die mich dann quasi rübergeholt haben.“

Weil die Jugend einspringen musste, kam Polzin schon mit 17 Jahren in die erste Mannschaft. Später stieg er mit dem MTV zweimal in die Verbandsliga auf – einmal unter Gerd Schneider und einmal unter Holger Wiedemann.

Unter seinen insgesamt 15 Trainern ist ihm aber vor allem sein erster Coach Peter Rödel bei der DJK in Erinnerung geblieben. „Er hat sich um jeden Spieler gekümmert und sich unheimlich viel Zeit genommen“, erinnert sich Jürgen Polzin gerne an die ersten Jahre zurück.

2002, als der Verein bereits SG MTV/Rot-Weiß hieß, zog sich Polzin einen Kreuzbandriss zu. „Da wollte ich eigentlich aufhören“. Doch mit seinem Kumpel Dirk Bril ging er später für fünf Jahre zum VfR Saarn, ehe er die letzten drei Jahre in Styrum verbrachte.

Am Sonntag ist Schluss. „Viele von meinen alten Weggefährten haben ja schon längst aufgehört. Wenn ich hingegen am Sonntag auflaufe, könnten viele Teamkollegen meine Söhne sein“, sagt Polzin mit einem Schmunzeln.

Neben Polzin wird die DJK am Sonntag auch Kreisläufer Sascha Hidding verabschieden, der in Zukunft nur noch im allergrößten Notfall zur Verfügung stehen wird. Mit Simon Wodetzki konnte Trainer Carsten Quass in dieser Woche den zweiten Neuzugang bekannt geben. Der beim TuSEM Essen ausgebildete Rückraumspieler war zuletzt in der zweiten Mannschaft des Kettwiger SV aktiv. Der 20-Jährige ist im Rückraum flexibel einsetzbar.

Derby mit Prestige verbunden

Das Derby ist für beide Seiten auch am letzten Spieltag noch mit einem gewissen Prestige verbunden. „Mit einem Sieg würde das anschließende Grillen schon mehr Spaß machen“, sagt Styrums Trainer Carsten Quass mit einem Schmunzeln. Der Coach weiter: „Wir wollen ernst an die Sache herangehen und es Dümpten nicht ganz so leicht machen.“ Bei der DJK fehlt nur Pascal aus der Wiesche. Alexander Schmidt und Marvin Siemes sind wieder dabei.

HSV-Trainer Jan Kassens geht von starker Gegenwehr der Styrumer aus. „Der Innenblock muss gut arbeiten“, weiß der Coach. Umso ärgerlicher, dass mit Marek Scharfenberg der wahrscheinlich wichtigste Abwehrspieler aus privaten Gründen fehlt. Philipp Peich und Daniel Kiriakou werden den Mittelblock in der Deckung des Aufsteigers bilden. Auch Marc auf’m Kamp wird in der Abwehrzentrale zum Einsatz kommen.