Lehrbuch-Rennen von Ishita

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Die Favoriten sind am After-Work-Renntag im Hauptrennen gestrauchelt. Stattdessen durfte sich der brasilianische Jockey Da Silva mit Ishita feiern lassen.

Sehenswert und lange Zeit spannend war das mit 8000 Euro dotierte Hauptrennen am Dienstag-Renntag am Raffelberg. Die Favoriten konnten sich nicht durchsetzen. Ihnen spielten die vierjährige Stute Ishita und der brasilianische Jockey Francisco Franco da Silva einen Streich. Sie hatten nach 2000 Metern das bessere Ende für sich — letztendlich sogar eindeutig. Zudem gab es im ersten Rennen des Tages den ersten Heimsieg eines Mülheimer Trainers in dieser Turfsaison. Bruce Hellier landete einen Volltreffer.

Im Hauptrennen um den über 2000 Meter führenden „Pfingstpreis Mülheim-Raffelberg“ erwischten Dibadu mit Alexander Pietsch im Sattel und Francisco Franco da Silva mit Ishita einen guten Start. So sah es auch der Brasilianer. „Ishita ist schnell herausgesprungen und lag mit vorne. Im Verlaufe des Rennens konnten wir etwas relaxen, hielten uns auf den Plätzen drei und vier auf. Etwa die letzten 50 Meter ist Ishita dann sehr gut galoppiert“, sagte Da Silva kurz vor der Siegerehrung. Und er meinte noch: „Das Team ist sehr glücklich, war es doch der erste Sieg für Ishita.“

Trainer Dr. Andreas Bolte aus Lengerich bestätigte dies und freute sich über die taktische Meisterleistung seines Reiters. Er meinte: „Es war ein Bilderbuch-Rennen. Es hat alles optimal gepasst. Bei ihrem Saisondebüt in Düsseldorf war sie Siebte. Diesen Start hatte sie benötigt. Da die Stute recht zierlich ist, bekommt sie nun erst einmal drei bis vier Wochen Pause.“ Die Besitzer der Stute sind Regina und Andreas Hacker aus Georgenthal. Der Sieg brachte 4000 Euro ein, der Totokurs stand bei 100 für zehn Euro.

Den vierjährigen Wallach Alshazah (Trainer: René Jansen/Niederlande) mit Daniele Porcu im Sattel hatten die wenigsten auf dem Wettschein. Der haushohe 423:10-Außenseiter galoppierte als Zweiter ins Ziel, gefolgt von Simplon, eine sechsjährige Stute, die lange Zeit mit Flora die Führungsarbeit gemacht hatte. Der in Mülheim-Speldorf wohnende Michael Cadeddu saß im Sattel von Simplon.

Erst auf dem vierten Rang kam der Favorit ins Ziel. Der vierjährige Hengst Divisional wurde in der Startbox neun kurz vor dem Rennen sehr unruhig. Der niederländische Spitzenjockey Adrie de Vries hatte große Mühe, sich im Sattel zuhalten. Als die Gittter sich öffneten, kamen Divisional und auch die offenbar vom Getöse in der Nachbarbox irritierte Kazzira, die von Julia Römich am Raffelberg trainiert wird, mit ziemlicher Verspätung heraus. Dieser Rückstand auf den ersten Metern wurde Divisional vor 3500 Zuschauern auf der Rennbahn in Speldorf zum Verhängnis.

Bereits in der Auftaktprüfung, „Bürgerentscheid zum Erhalt der Frankfurter Galopprennbahn“-Rennen, gab es am zweiten Raffelberger Renntag den ersten Heimsieg der Saison. Jockey Patrick Gibson steuerte den vierjährigen Wallach Giolino, der von Bruce Hellier trainiert wird, zu einem Start-Ziel-Sieg. Den Mülheimer Doppelsieg machte in diesem Auftaktrennen Selma Louise perfekt. Adrie de Vries galoppierte mit der vierjährigen Stute auf dem zweiten Platz liegend durchs Ziel. Selma Louise wird vor Ort von William Mongil trainiert. Der Abstand zwischen den ersten beiden Vollblütern war groß, er betrug fünf Längen. Trainer Bruce Hellier freute sich wenige Tage nach seinem 75. Geburtstag über den Erfolg seines Schützlings Giolino: „Endlich konnte sich der Wallach einmal entfalten. Zuvor hatte er immer Pech mit dem Rennverlauf.“