Kurzarbeit im Freistaat Bayern

TSV Neuhausen-Nymphenburg -
1. BV Mülheim 1:5

Herrendoppel: Patrik Beier/Lucas Bednorsch - Marcus Ellis/Jorrit de Ruiter 6:21, 14:21
Damendoppel: Amelie Oliwa/Christina Kunzmann - Judith Meulendijks/Johanna Goliszewski 9:21, 9:21
1. Herreneinzel: Lucas Bednorsch - Dmytro Zavadsky 12:21, 19:21
Dameneinzel: Natalya Voytsekh - Judith Meulendijks 11:21, 15:14 (Aufgabe Gast)
Gemischtes Doppel: Manuel Heumann/Amelie Oliwa - Marcus Ellis/Johanna Goliszewski 10:21, 5:21
2. Herreneinzel: Manuel Heumann - Alexander Roovers 12:21, 12:21

Badminton-Bundesligist 1. BV Mülheim hat einen weiteren raumgreifenden Schritt in Richtung Play-off-Halbfinale am 26. April in der heimischen RWE-Sporthalle gemacht. Die Auswärtsaufgabe am Freitagabend in München beim Tabellen-Schlusslicht TSV Neuhausen-Nymphenburg löste der amtierende deutsche Vizemeister mit der erwarteten Souveränität und Schnelligkeit und festigte seinen zweiten Platz hinter dem 1. BC Bischmisheim, der von der Poleposition wohl nicht mehr zu verdrängen ist.

Die Gäste aus dem Westen mussten den Pflichtsieg im Freistaat aber teuer bezahlen. Mannschaftsführerin Judith Meulendijks, die in München einmal mehr den Einzelpart für die in England gebliebene Nationalspielerin Fontaine Mica Chapman übernommen hatte, musste im zweiten Satz verletzungsbedingt aufgeben. „Bei einem Schritt habe ich einen Stich in der Wade gespürt. Da ging nichts mehr. Ob ich in Rosenheim spielen kann, weiß ich zum jetzigen Zeitpunkt nicht. Ich denke aber eher nicht, das ist nicht so toll“, so die ehemalige niederländischen Nationalspielern, die sich vor Ort behandeln ließ.

Wie so oft legte der deutsche Rekordmeister in den Auftaktdoppeln den Grundstein zum Erfolg. In den ungleichen Duellen war mehr als ein Klassenunterschied zu erkennen. Nach der Verletzung ihrer Mannschaftsführerin waren die Teamkollegen sichtlich angeschlagen. „Sie haben das aber gut gelöst“, so die 36-Jährige. Meulendijks weiter: „Wenn die Rollenverteilung so eindeutig ist, ist es nicht ganz so leicht. Du musst in diesen Spielen bereit sein - und das waren wir.“

Zavadsky mir reger Reisetätigkeit

BVM-Spieler Dymtro Zavadsky hatte am Freitag eine Punktlandung hingelegt. Nachdem der Ukrainer bei den Austria Open 2015 in der Wiener Stadthalle sein Auftaktmatch gegen den an Position fünf gesetzten Spanier Pablo Abian mit 21:9 und 22:20 gewonnen hatte, trat er am Freitagvormittag zum Zweitrundenspiel gegen Dinuka Karunaratna aus Sri Lanka nicht an, um rechtzeitig in München einzutreffen.

Von der bayerischen Landeshauptstadt ging es noch am Abend weiter in Richtung Rosenheim, wo der BVM am Samstag, 10 Uhr, beim dortigen PTSV antritt. Bei der Morgensession wird der 1. BVM deutlich mehr gefordert werden, zumal ja der Einsatz von Judith Meulendijks völlig offen ist. Zwar steht Gastgeber PTSV Rosenheim wie der TSV im Tabellenkeller, aber schon in der Hinrunde leisteten die Bayern heftige Gegenwehr bei der 2:4-Niederlage.

Der PTSV gewann das Herrendoppel und Mixed glatt und musste sich in zwei weiteren Spielen erst nach drei Sätzen geschlagen geben. „Das Herrendoppel und das Mixed könnten durchaus umkämpft sein“, lautet die Erwartung des Mülheimer Trainers Boris Reichel. Das auf dem respektablen 23. Weltranglistenplatz geführte Mixed Isabel Herttrich/Peter Käsbauer wird die Mülheimer zu einer konzentrierten Höchstleistung zwingen. Beide trainieren an den Leistungsstützpunkten in Mülheim und Saarbrücken und haben als Fernziel die Olympia-Qualifikation für 2016 in Rio de Janeiro im Blick.