Königin von Bielefeld

Gemeinsam zum Meistertitel:Johanna Goliszewski (rechts) vom 1. BV Mülheim und ihre Doppelparterin Carla Nelte im Bielefelder Finale.
Gemeinsam zum Meistertitel:Johanna Goliszewski (rechts) vom 1. BV Mülheim und ihre Doppelparterin Carla Nelte im Bielefelder Finale.
Foto: Claudia Pauli

Die favorisierten Damen gab sich bei den 63. deutschen Badminton-Meisterschaften die Ehre. Am Sonntag kam es in der Bielefelder Seidensticker Halle im Doppel zum Traumfinale, in dem für Johanna Goliszewski vom Bundesligisten 1. BV Mülheim ein Traum wahr wurde. Diesmal an der Seite von Carla Nelte vom TV Refrath, verteidigte sie erfolgreich den im Vorjahr gewonnen DM-Titel. Gegnerinnen beim 21:18 und 21:19-Sieg waren Johanna Goliszewskis letztjährige Spielpartnerin Birgit Michels (1. BC Beuel) und die Mülheimerin Isabel Herttrich vom PTSV Rosenheim (hinter den beiden Siegerinnen an Position zwei gesetzt).

Der Mülheimer Nationalspielerin fiel nach dem erneuten Titelgewinn ein Stein vom Herzen: „Bis zum Finale war alles recht locker. Im Finale habe ich nicht gut gespielt, Carla hat gut gespielt. Trotzdem bin ich überglücklich über das Triple“, so Goliszewski zum dritten DM-Sieg in Folge im Doppel (2013 und 2014 mit Birgit Michels)

Als bei den Halbfinal-Partien am Samstag-Nachmittag die Mülheimer Note ins Spiel kam, war das einer wundersamen Regie zu verdanken. Dass die BVM-Akteure Alexander Roovers und Katharina Altenbeck in der Vorschlussrunde servierten, galt in Ostwestfalen schon als Überraschung. Die Regionalliga-Spielerin profitierte natürlich davon, dass die haushohe Favoritin Karin Schnaase vom SC Union Lüdinghausen krankheitsbedingt nicht angetreten war. Mit der Halbfinal-Teilnahme war für die kleine Mülheimerin ein Wunsch in Erfüllung gegangen. „Egal, wie das Spiel verläuft, es ist toll, dabei zu sein. Das ist ein Mega-Ereignis und eine ganz besondere Atmosphäre. Ich möchte einfach Spaß haben und es genießen. Es ist schon ein bisschen ein komisches Gefühl, von der Absage von Karin profitiert zu haben. Es tut mir leid für sie. Es gehört schon etwas dazu, bei einer DM abzusagen“, hieß es vor dem Match gegen die Mülheimerin Fabienne Deprez vom FC Langenfeld, in dem es für Katharina Altenbeck nicht zu holen gab. Nach nur 19 Minuten hieß es 7:21 und 9:21. „Ich wusste gar nicht, wo mir der Kopf steht, und war ganz wacklig auf den Beinen. Ich wollte mich besser präsentieren. Aber wenn man so etwas zum ersten Mal erlebt, ist man einfach nervös. Gratulation an Fabienne, sie hat das souverän gemacht“. lautete der neidlose Kommentar der Unterlegenen. Fabienne Deprez verlor das Finale am Sonntag gegen Olga Konon vom 1. BC Bischmisheim mit 12:21, 15:21. Im Halbfinale hatte die neue Titelträgerin die Mülheimerin Yvonne Li vom Hamburger SV mit 21:15 und 21:7 besiegt.

In einem 63-minütigen Marathon-Match hatte sich BWM-Spieler Alexander Roovers am Samstag ins Halbfinale gespielt. Gegen Peter Lang vom SV Fun Ball Dortelweil hieß es 17:21, 21:14 und 21:13. In der Vorschlussrunde verlor der Mülheimer gegen den spätere Finalisten Fabian Roth vom TV Refrath mit 11:21 und 12:21.

„Morgen freue ich mich definitiv mehr über den dritten Platz. Wenn man im Halbfinale steht, möchte man natürlich auch gewinnen. Ich kann besser spielen, aber Fabi macht das auch sehr gut, er ist sehr konstant. Ich muss jeden Punkt selbst machen und für jeden Punkt arbeiten, das ist unheimlich anstrengend. Insgesamt überwiegt hier das Positive“, so der zweimalige Goldmedaillengewinner bei den European Universities Games 2014, dem erstmals (wie auch seine Klubkollegin Katharina Altenbeck ) in Bielefeld den Sprung in die Vorschlussrunde gelang.