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Olympische Spiele in London

Kleider machen Athletinnen

01.07.2012 | 18:21 Uhr
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Kleider machen Athletinnen
Vorfreude auf die Olympischen Spiele in London: DOSB-Präsident Dr. Thomas Bach mit den Badminton-Assen Birgit Michels (links) und Juliane Schenk. Foto: Claudia Pauli

„Passt genau, die Größe, die ich angegeben habe, die nehme ich“, meint Badminton-Nationalspielerin Birgit Michels erfreut, nachdem sie die Jacke des Präsentationsanzuges über ihr T-Shirt gezogen und den Reißverschluss geschlossen hat. Ebenso schnell, wie sie in die Jacke geschlüpft ist, zieht die 28 Jahre alte EM-Dritte im Damendoppel diese wieder aus, packt sie in ihren Einkaufswagen – und dann geht’s zügig weiter zur nächsten Ausgabestation. Dort „wartet“ gewissermaßen schon das zum Anzug passende Schuhwerk auf die Spitzenathletin.

Eine Shoppingtour der besonderen Art erlebten die Mülheimer Bürgerinnen Birgit Michels und Juliane Schenk, die beide am Badminton-Spitzensportzentrum (BSZ) an der Südstraße trainieren: In der Kurmainz-Kaserne in Mainz erhielten an jenem Tag alle Olympia-Teilnehmer in den Sportarten Badminton, Tischtennis und Schießsport die offizielle Ausstattung für London 2012 (27. Juli bis 12. August). „Olympia rückt gerade noch ein ganzes Stück näher. Es wird einem nun noch stärker bewusst, dass man zur deutschen Olympiamannschaft für London zählt“, beschreibt Birgit Michels ihre Gefühle während der Einkleidung.

Insgesamt 65 ebenso farbenfrohe wie modische und funktionale Teile umfasst die Kollektion für jedes Mitglied der Olympiamannschaft – angefangen von verschiedenen Taschen, mehreren Paar Schuhen und diversen Jacken über Socken, Kappen, Hosen, T-Shirts, Poloshirts, Westen, Shorts, Blusen bzw. Hemden bis hin zu einem Hut, einem Schal und einer Sonnenbrille.

Somit ist für jeden Anlass ein ansprechendes Outfit vorhanden – schließlich gilt für alle Mitglieder des deutschen Teams im Zusammenhang mit den Olympischen Spielen eine strikte Kleiderordnung: Mit Ausnahme des Wettkampfs, der in den Zuständigkeitsbereich der einzelnen Sportverbände fällt, müssen sie jederzeit die offizielle Bekleidung tragen. Daher gibt es Teile für Eröffnungs- und Schlussfeier, für Präsentationszwecke wie Siegerehrungen oder Pressekonferenzen und für An- und Abreise sowie Freizeit im Olympischen Dorf oder in der Stadt.

Mitunter ist sogar festgelegt, welche Teile der Kollektion im Einzelnen die Mitglieder der deutschen Olympiamannschaft für die entsprechenden Anlässe auswählen müssen. Während die Damen beim Einmarsch im Rahmen der Eröffnungsfeier am 27. Juli die zweifarbige Wendejacke „auf pink“, kombiniert unter anderem mit einer weißen Hose und einem karierten, ebenfalls pinkfarbenen, Schal sowie mit den pinkfarbenen Schuhen tragen müssen, ist für den Aufenthalt im Olympischen Dorf das Tragen von bestimmter Kleidung und Schuhen vorgesehen.

Rund vier Stunden schoben die Badminton-Könnerinnen mit ihrem Einkaufswagen durch die Mehrzweckhalle der Kaserne, ehe sie auf ihrer „Einkaufsliste“ hinter allen Artikeln ein Häkchen vorfanden. Bedient und hinsichtlich der zu wählenden Kleider- bzw. Schuhgröße beraten wurden sie auf ihrer kostenfreien „Shoppingtour“ von mehr als 40 Soldatinnen und Soldaten des Feldjägerbataillons 251, für die die Einkleidung der deutschen Mannschaft ebenfalls ein besonderes Erlebnis bedeutet. Über knapp fünf Wochen erstreckt sich diese, zusammen 750 Personen.

Zudem freuten sich die Badminton-Asse über das Interesse von Dr. Thomas Bach, dem Präsidenten des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), der im Jahr 1976 Olympiasieger im Fechten geworden war, bzw. DOSB-Generaldirektor Dr. Michael Vesper, der in London – wie schon 2008 in Peking – als „Chef de Mission“ für die deutsche Olympiamannschaft fungiert, an ihrer Person. Natürlich erkundigten sich die beiden Herren in den Gesprächen mit den Spitzensportlerinnen auch danach, wie ihnen die 2012er-Kollektion gefällt. Und diese hatten viel Lob für das Outfit übrig: „Die Präsentationshose beispielsweise ist richtig pfiffig geschnitten und einfach einmal etwas anderes“, meinte die WM-Dritte im Dameneinzel und Mülheims „Sportlerin des Jahres 2011“, Juliane Schenk. Alle Badminton-Fans in Deutschland drücken der 29 Jahre alten Vize-Europameisterin die Daumen, dass sie die Gelegenheit erhält, die angesprochene schwarze Hose in London im Rahmen der Siegerehrung vorzuführen.

Claudia Pauli

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2012-07-01 18:21
Mülheim