International auf getrennten Wegen

Gemeinsam im Fuchsbau: Die Nationalspielerinnen Lena Best (links) und Marie Hu aus Frankreich.
Gemeinsam im Fuchsbau: Die Nationalspielerinnen Lena Best (links) und Marie Hu aus Frankreich.
Foto: Dümptener Füchse

Die Nationalspielerinnen Lena Best und Marie Hu von den Dümptener Füchsen bestreiten die Qualifikationsphase für die Floorball-Weltmeisterschaft in Finnland. Lena tritt für Deutschland an, Marie steht im französischen Aufgebot.

Der deutsche Kader bestreitet seine Vorrundenspiele im polnischen Posen. Im ersten Länderspiel ihrer Karriere steht Lena den Damen aus Estland gegenüber. Es folgen Spiele gegen die Niederlande, Polen und Schweden, der Prominenz schlechthin im Floorball-Geschäft. Dass die 15-Jährige Teil des nationalen Aufgebots ist, steht seit einem Sommercamp im August letzten Jahres fest. Dort überzeugte sie Nationaltrainer Simon Brechbühler von ihrer technischen Fähigkeit und ihrem Spielverständnis derart, dass er sie von der U19 direkt in den Damenkader holte. Im Team ist sie die Zweitjüngste. „Wir setzen auf eine Mischung aus bewährten Kräften und jungen Spielerinnen. Wir brauchen Routine, aber auch jugendliche Power für den Erfolg“, Brechbühler mit Blick auf seine Auswahl.

Dem Sommercamp folgten Trainingslager in Weißenfels, Frankfurt und Tschechien, wobei die deutsche U19 als Testspielgegner fungierte. Dort mischte auch Lea Hübel von den Füchsen mit. Ihr persönliches Ziel hat Lena Best fest im Blick: „Ich will im Wettbewerb wenigstens ein Tor schießen und vor allem gegen Schweden ein gutes Spiel abliefern. Auf einen solchen Gegner trifft man nicht alle Tage.“

Für Frankreich ist es die erste Teilnahme an einer WM-Qualifikation überhaupt. In Lettland steht der Kader um Marie Hu neben den Gastgeberinnen auch der Schweiz, Dänemark, Ungarn und Spanien gegenüber. Das WM-Ticket zu lösen, würde einer kleinen Sensation gleichen.

Die gebürtige Französin spielt seit vier Jahren Floorball, seit einem Jahr auch im Trikot der Tricolore. Dies kam durch einen Zufall: „Ich muss dem niederländischen Spieler und Schiedsrichter Victor de Bruin danken, der 2013 unser Pokalspiel gegen Berlin gepfiffen hat. Er hat mir dringend empfohlen, Kontakt zum französischen Nationalteam aufzunehmen. Das tat ich und wurde kurze Zeit später zu einem Sichtungslager nach Lyon eingeladen“, erinnert sich die Ingenieurin. Das Pendeln zwischen den Ländern, besonders zu den vier Trainingslagern im Jahr, empfindet die 29-Jährige nicht als Anstrengung, sondern als Privileg: „Ich bin jedes Mal sehr aufgeregt und motiviert.“ Dadurch sammelte sie bereits Länderspielerfahrungen gegen Großbritannien.

Da Lena Best und Marie Hu in unterschiedlichen Gruppen spielen, bleibt ein deutsch-französisches Aufeinandertreffen erstmal aus. Sollten die Floorball-Asse die Qualifikationsrunden meistern, könnten die „Füchsinnen“ im Dezember im finnischen Tampere auf internationaler Ebene aufeinandertreffen.