HTCU besteigt Europas Thron

Uhlenhorster Spaßgesellschaft in der RWE-Sporthalle: Die Mülheimer feiern hüpfend und singend den ersehnten Gewinn des Hallen-Europapokals.
Uhlenhorster Spaßgesellschaft in der RWE-Sporthalle: Die Mülheimer feiern hüpfend und singend den ersehnten Gewinn des Hallen-Europapokals.
Foto: FUNKE Foto Services

SV Arminen Wien -
HTC Uhlenhorst 4:5 (1:4)

Tore: 0:1 (3.) Keusgen, 1:1 (6., KE) Uher, 1:2 (11., KE) Keusgen, 1:3 (12., KE) Matania, 1:4 (16.) T. Brinkmann, 1:5 (22.) Fürk, 2:5 (23., KE) Uher, 3:5 (38.) Eitenberger, 4:5 (40. KE) Uher
Wien: Szymczyk, Mäntler - Eitenberger, Uher, A. Belle, Fröhlich, Schmidt, Steyrer, Minar, Petersen, R. Belle
HTCU: Küppers, B. Brinkmann - Weinke, Windfeder, T. Brinkmann, Keusgen, Matania, Stralkowski, Fürk, Herzbruch, Fleckhaus, Nitschke
Zuschauer: 1000

Als deutscher Rekordmeister kennt sich der HTC Uhlen mit köstlichen Meisterfeiern unter freiem Himmel bestens aus. Nun wissen die Uhlen auch, wie sich ein Championat unter dem Hallendach anfühlt. Am Sonntagnachmittag bestiegen die Mülheimer in der RWE-Sporthalle nach dem 5:4-Finalsieg gegen den österreichischen Meister SV Arminen Wien Europas Thron. „In guter Uhlenhorster Tradition haben die Jungs Geschichte geschrieben“, blickte Teammanager Horst Stralkowski stolz und auch gerührt auf die Mannschaft, die mittlerweile auch Halle kann. Nach dem letztjährigen Gewinn der deutschen Meisterschaft folgte beim Heimspeil mit dem Gewinn des Europapokals der Landesmeister der internatonale Tusch. Und ebenfalls in bewährter Tradition bebte das Klubhaus im Uhlenhorster Quellgebiet bis in den frühen Montagmorgen. Karneval in Mülheim! Natürlich und mit einer Extraportion Frohsinn versehen.

Das Finale der beiden besten Mannschaften geizte zunächst mit Tore. Deutsche wie Österreicher verband ein Höchstmaß am Konzentration und das Lauern auf den Vorteil. Den bekam der HTCU. Abwehrspieler Ole Keusgen, der einen vorzüglichen MWB-Europacup gespielt hat, zeigte im Abschluss kleine Nerven. Doch was war das für ein Zuckerpass von Kapitän Thilo Stralkowski. Die Wiener zeigten sich wenig geschockt. Mund abwischen und weitermachen, lautete die Devise. Gleich bei der ersten Ecke griffen die Gäste von der Donau zu. Dominic Uher gilt aber auch einer, der diese Disziplin beherrscht. Im erwartungsgemäß engen Finalmatch erfolgte die vorentscheidende Ansage der Uhlenhorster nach gut der Hälfte der ersten Halbzeit. Innerhalb kurzer Zeit trafen Keusgen per Ecke und Tobias Matania in der raffinierten Ausrichtung. Als gar Tom Brinkmann das vierte Tor nachlegte, war die Zuversicht auf den Rängen bereits groß.

Als „Fürki“ nach dem Wiederanpfiff dann weiter aufstockte, taten die Uhlenhorster Anhänger gut daran, die ersten Gesänge anzustimmen. Was sollte denn noch passieren? Und tatsächlich passierte nichts mehr, was die Thronbesteigung hätte verhindern können. In der 38. Minute kamen die Arminen auf 3:5 heran. Die Ecke zum 4:5 war nach der Schlusssirene die letzte Aktion eines Endspiels, das an der Ruhr unvergessen bleiben wird. Die Uhlen ließen den Ball tatenlos passieren. Sie wollten nur noch feiern und in die neue Dimension Mülheimer Hockeygeschichte eintauchen. Die Siegerehrung geriet zum kollektiven Freudentaumel. Was hätte man sich mehr als „We are the champions“ als heilige Hymne wünschen können. In der RWE-Halle war Party angesagt. Und NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft, die gute Freundin des HTCU, die jeden Spieler beglückwünschte, ging freudig voran.