HTCU besteigt den Thron

Sie hatten sich herangepirscht, waren mehrfach in Endspiele eingezogen. Doch der große Wurf war den Nachfolgern der Goldenen Generation beim HTC Uhlenhorst noch verwehrt. Bis zum 9. Februar dieses Jahres. Im Finale um die deutsche Hallenhockey-Meisterschaft in Hamburg besiegten die „Uhlen“ den ewigen Rivalen Rot-Weiss Köln mit 7:5. Für den erfolgsverwöhnten Klub aus dem Uhlenhorst war es erst der zweite Hallentitel seit 1987 und wettbewerbsübergreifend die erste Meisterschaft der Herren seit 1997.

Nach drei gescheiterten Versuchen in der Halle und auf dem Feld durfte die Mannschaft um Trainer André Henning endlich den Blauen Wimpel, der im nationalen Hockey für den größtmöglichen Erfolg steht, in den Händen halten. Und wie es beim HTCU nun einmal gute Tradition ist, feierte die Mannschaft ihren großen Titel nicht allein.

Um kurz nach halb zehn am Sonntagabend erreichte die Mannschaft samt Wimpel das Klubhaus am Uhlenhorstweg. Hupend und singend brausten die Spieler in Kleinbussen auf das Vereinsgelände, wo sie von mehr als 100 begeisterten Fans empfangen wurden. Standesgemäß dröhnte „We are the Champions“ aus den Boxen und Kapitän Thilo Stralkowski stimmte feierlich eine „Humba“ an. Unter den Partygästen befand sich auch die nordrhein-westfälische Ministerpräsidentin Hannelore Kraft, die das Endspiel zuvor auf ihrem IPad verfolgt hatte. „Am Ende habe ich echt geheult“, verriet sie.

Genugtuung verspürten die Uhlenhorst vor allem dafür, dass sie den Meistertitel mit ihrer ureigenen Philosophie erreicht hatten: keine teuren Spielerkäufe, sondern Akteure aus dem eigenen Nachwuchs. Ein Großteil der Mannschaft wurde von André Henning und insbesondere Arndt Herzbruch schon von klein auf am Uhlenhorst ausgebildet und später an das Bundesliga-Team herangeführt worden.

In der neuen Hallensaison verfolgen die Uhlenhorster nun zum ersten Mal die Mission Titelverteidigung. Unter der neuen Trainerin Tina Bachmann ist der HTCU auf Kurs, führt die Westgruppe mit 16 von möglichen 18 Punkten vor dem Finalgegner aus Köln an. Bei sieben Punkten Vorsprung auf Rang drei ist das Ticket für das Viertelfinale in greifbarer Nähe. Dort wartet im Falle des Gruppensieges ein Heimspiel gegen den Tabellen-Zweiten der Ost-Gruppe.