HSG Mülheim nutzt ihre Chance in Kaldenkirchen

Einer der besten Mülheimer in Kaldenkirchen: Routinier André Baar.
Einer der besten Mülheimer in Kaldenkirchen: Routinier André Baar.
Foto: Fabian Strauch Photography / WAZ
Was wir bereits wissen
Starke Abwehrleistung ist in Kaldenkirchen der Schlüssel zum Erfolg. Nach der Pause ein Ausrufezeichen gesetzt. Trainer Hellenbrandt macht weiter.

TSV Kaldenkirchen -
HSG Mülheim 19:24 (9:12)

HSG: Banning, Pütter – Baar (6), Krogmann (6/5), Jantze (3), Kullmann (3), Luburic (3), Soest (2), L. Görgens (1), Bernaisch, Engels, T. Görgens, Liedtke, Nicklas

Auf 40:60 Prozent schätzte der Handball-Verbandsligist TSV Kaldenkirchen seine Chance vor dem Heimspiel gegen die HSG Mülheim. So verriet es zumindest ein Aushang in der Halle an der Ravensstraße. Die Mülheimer nutzten diesen scheinbar prozentualen Vorteil und gewannen das Auswärtsspiel dank einer starken Deckung verdient mit 24:19 (12:9).

Die Gäste fanden gut ins Spiel und führten früh mit 6:3. In der Deckung arbeiteten die Mülheimer gut. Diesen Drei-Tore-Vorsprung gaben sie im Verlauf der ersten Halbzeit nicht mehr her. Die Führung blieb bis zur Pausensirene konstant. Beim Stand von 12:9 wurden die Seiten gewechselt.

Banning läuft zu großer Form auf

Dass drei Tore im Handball eine Kleinigkeit sind, ist bekannt. Daher setzte die Spielgemeinschaft zu Beginn der zweiten Halbzeit ein echtes Ausrufezeichen. Acht Minuten lang blieben die Gäste ohne Gegentor und setzten sich bis auf 16:9 ab. Torhüter Marco Banning lief in dieser Phase zu starker Form auf und raubte den Gastgebern den letzten Nerv.

Im Angriff übernahm André Baar die Initiative, während Mirko Krogmann zuverlässig die Siebenmeter verwandelte. Dass Kaldenkirchen zwischenzeitlich einmal bis auf 22:18 herankam, machte die Mülheimer nicht nervös. „Kaldenkirchen war im Rückraum schwach und konnte uns deswegen nicht in Bedrängnis bringen“, so Trainer Daniel Hellenbrandt.

Garant für den Auswärtssieg war die starke Deckung. „Wir haben endlich wieder als Verbund zusammen gearbeitet. Das war richtig gut“, lobte der Coach und fuhr fort: „Bei nur 20 Gegentoren jetzt noch zu meckern, wäre nicht gerecht.“

An der Tabellenspitze der Verbandsliga bleibt es weiter spannend. Bislang lässt sich die HSG doch noch nicht abschütteln. „Für uns ist es wichtig, jetzt weiterhin Spiele zu gewinnen“, sagt Hellenbrandt nur. „Natürlich schielt man automatisch mal nach oben. Aber Platz vier war unser Saisonziel und wir haben gesehen, wie schnell es in die falsche Richtung gehen kann. Wir beschäftigen uns lieber mit den eigenen Schwächen, um uns weiter zu entwickeln“, so der HSG-Trainer.

Der Coach hat dem Verein bereits seine Zusage gegeben, auch in der kommenden Saison an der Seitenlinie der Spielgemeinschaft zu stehen. „Ich habe auch schon mit einigen Spielern gesprochen und gehe davon aus, dass der Großteil bleiben wird“, sagt Hellenbrandt. Um auf dem Niveau weiter spielen zu können, sei zwar die ein oder andere Verstärkung nötig, aber nicht um jeden Preis. „Ich möchte gerne noch mehr Mülheimer zur HSG holen. Nur Spieler von irgendwoher zu verpflichten, das bringt uns auf Dauer doch nicht weiter“, erklärt der Coach seine Vorstellungen für die Zukunft.