HSG Mülheim gibt sicher geglaubten Sieg aus der Hand

Sebastian Engels betätigte
Sebastian Engels betätigte
Foto: Fabian Strauch Photography / WAZ
Acht-Tore-Führung zur Pause reicht der Spielgemeinschaft nicht. Das Remis gegen dieHSG Wesel fühlt sich am Ende wie eine Niederlage an.

HSG Mülheim -
HSG Wesel 22:22 (15:7)

HSG: Banning, Pütter – Krogmann (9), Baar (4), Engels (3), L. Görgens (3), Kullmann (1), Luburic (1), Nicklas (1), Bernaisch, Jantze

Trainer Daniel Hellenbrandt musste sich nach dem Schlusspfiff erst einmal setzen. Der Coach des Handball-Verbandsligisten HSG Mülheim konnte nicht begreifen, wie seine Mannschaft eine Acht-Tore-Führung noch aus der Hand gegeben hatte und am Ende des Heimspiels gegen die HSG Wesel mit nur einem Zähler da stand. 22:22 (15:7) lautete der Endstand.

„Das war völlig unnötig“, sagte der völlig konsternierte Coach nach dem Schlusspfiff. Das Remis fühlte sich für die Gastgeber wie eine Niederlage an. „Wir haben vorne komplett die Linie verloren“, suchte Hellenbrandt nach Gründen für den Einbruch.

Aber der Reihe nach: In Halbzeit eins lief für die HSG Mülheim alles mehr als nur nach Plan. Während die Mülheimer die ersten vier Angriffe allesamt versenkte und Torwart Marco Banning schon früh zu starker Form auflief, saßen die mitgereisten Weseler Fans kopfschüttelnd auf der Tribüne. Ihrer Mannschaft wollte einfach nichts gelingen. Erst nach über elf Minuten schafften die Gäste den ersten Treffer per Siebenmeter (6:1), das erste Tor aus dem laufenden Spiel sogar erst nach über 14 Zeigerumdrehungen (9:2). Die Gastgeber brachten ihren Rückraum gut in Bewegung und damit vor allem ihren Haupttorschützen Mirko Krogmann in gute Wurfpositionen. Neben dem Hünen tat sich in dieser frühen Phase vor allem Sebastian Engels als sicherer Torschütze hervor. Die Mülheimer Fans hatten richtig Spaß an der Partie, bei jeder gelungenen Abwehraktion brandete lauter Applaus auf.

Wesel holt in Windeseile auf

18 Minuten nach der Pause waren es nur noch die Anhänger der Gäste, die laut klatschten und ihr Team nach vorne peitschten. Bis auf 20:19 waren die Weseler bis zu diesem Zeitpunkt herangekommen. „Ich habe in der Halbzeit gewarnt, dass das Spiel noch nicht vorbei ist“, sagte Trainer Daniel Hellenbrandt später. Auch eine Auszeit und die Einwechslung von Spielmacher Anton Luburic (45.) sowie ein Torwartwechsel von Marco Banning zu Alexander Pütter (50.) konnten die Aufholjagd des Aufsteigers nicht stoppen. Der Mülheimer HSG unterliefen nun wesentlich mehr Fehler und sie verzettelte sich zunehmen in Einzelaktionen. „Wir hatten schlimme Pässe und jede Menge Fangfehler. Wir sind hektisch geworden, obwohl wir noch so viel Zeit hatten. In der Abwehr waren wir zu passiv und sind einfach bei sechs Metern stehengeblieben“, sagte Hellenbrandt.

In Führung gehen konnte Wesel aber nicht, vielmehr legten Luburic (21:20) und Krogmann (22:21) für die Gastgeber vor. Keeper Pütter verhinderte 90 Sekunden vor Schluss beim Stand von 22:22 den ersten Rückstand. Als Sebastian Engels wenige Sekunden vor dem Ende einen Siebenmeter für die Hausherren herausholte, schien für den Tabellenvierten doch noch alles gut zu werden. Doch Mirko Krogmann scheiterte an Keeper Richard Kalus.

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