Heißener Sportplatz-Projekt geplatzt
14.08.2008 | 23:10 Uhr 2008-08-14T23:10:00+0200Das Projekt gemeinsame Bezirkssportanlage in Heißen, das die Stadt Mülheim zusammen mit den Vereinen RSV und TB Heißen auf dem Gelände an der Rudolf-Harbig-Straße umsetzen wollte, ist geplatzt.
Die lärmschutztechnischen Voraussetzungen lassen auf dem Gelände an der Rudolf-Harbig keine Erweiterung der bestehenden Sportanlage zu. Das ist das Ergebnis eines Lärmschutzgutachtens, das der für die Projektkoordination zuständige Mülheimer Sport-Service (MSS) in Auftrag gegeben hatte.
Heinz Moseler, Leiter des MSS, sagte im Gespräch mit der Sportredaktion: „Diesen Schock müssen wir erst einmal verdauen.” Im Juni dieses Jahres stimmten die Mitglieder des RSV, der an der Rudolf-Harbig-Straße zu Hause ist, und des TB Heißen, der seinen Sportplatz am Mühlenfeld für die neue gemeinsame Sportanlage aufgegeben hätte, bei Vereinsversammlungen mehrheitlich für das Heißener Gemeinschaftsprojekt. Der Immobilien-Service (IS) der Stadt konnte nun eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegen. Auch die Finanzierung des 3,7-Millionen-Euro-Projektes, in das von der Leonhard-Stinnes-Stiftung zur Verfügung gestellte Mittel fließen sollten, war gesichert.
„Wir können aber nicht eine Summe in dieser Höhe in den Umbau einer Sportanlage investieren, wenn darauf dann nach der Fertigstellung nur ein stark eingeschränkter Sportbetrieb möglich wäre”, erklärte Moseler. An der Rudolf-Harbig-Straße sollten der bisherige Ascheplatz und weitere Freiflächen zum Bau einer modernen Sportanlage mit zwei wettkampfgerechten Kunstrasenplätzen und einem Bambini-Spielfeld genutzt werden. Die bisherige Sportanlage wäre also erweitert worden und damit hätten sich auch die Lärmschutzbestimmungen geändert.
Lärmschutzgutachten schließt Erweiterung der Anlage aus
Im Gutachten wird darauf hingewiesen, dass die vorhandene Wohnumfeldsituation im Heißener Kernbereich eine verträgliche Ausweitung der bisherigen sportlich genutzten Flächen leider nicht zulasse. Möglich ist nur eine Modernisierung der Anlage. Jetzt suchen MSS und IS in Heißen fieberhaft nach Alternativflächen für eine zeitgemäße Sportanlage.
„Wenn es geht, wollen wir das Projekt retten”, erklärte Moseler gegenüber der Sportredaktion. Falls das nicht gelingt, fließen die für dieses Projekt vorgesehenen Mittel in den Gesamtetat für renovierungsbedürftige Sportplätze. Die Anlagen des RSV und des TB Heißen werden dann ohne Erweiterung im Rahmen des nach Dringlichkeit aufgestellten Gesamtplans renoviert.
19:04
Wir „kämpfen“ jetzt mittlerweile seit mindestens 15 Jahren für die Renovierung der Platzanlage des RSV. Alle Planungen wurden immer wieder verschoben, da eine Bezirkssportanlage entstehen sollte, zuletzt in Kooperation mit dem Turnerbund Heißen, die ausdrücklich begrüßt wurde. Die Bezirkssportanlage hätte beiden Vereinen eine langfristige Zukunftsperspektive geboten, insbesondere vor dem Hintergrund, dass beide Vereine eine nicht gerade unerhebliche Anzahl von Jugendlichen betreuen und so einen wichtigen Beitrag in der Jugendarbeit und -betreuung leisten. Allein im RSV sind die Hälfte der rd. 700 Mitglieder Jugendliche unter 18 Jahre. Um so enttäuschter sind wir, dass dieses Projekt jetzt kurzfristig und in letzter Minute auf Grund eines Lärmgutachtens – dessen Inhalt die Vereine nicht kennen - „gekippt“ wurde und damit beide Vereine in ihrer Existenz gefährdet. Dies können und wollen wir so nicht akzeptieren zumal der Sportplatz nach Vereinsunterlagen an dieser Stelle bereits seit mindestens 1913 – also gute 95 Jahre - besteht.
Von daher können Anwohner nicht überrascht von Lärm- oder Staubbelästigung sein.
Beide Vereinsanlagen sind marode und dringend renovierungsbedürftig. Die Umwandlung in Kunstrasenplätze ist dringend erforderlich. Dies muss so schnell wie möglich geschehen. Sollte eine Alternativstandort nicht gefunden werden können – und hier kommen eigentlich nur die seit Jahren ungenutzten Freiflächen im Gewerbegebiet an der Hardenbergstr. in Betracht – muss die Platzsanierung „erste Priorität“ genießen, dies kurzfristig und nicht erst in mehreren Jahren. Bei Nutzung des Gewerbegebietes, bei dem die Stadt sich bewegen und flexibel zeigen müsste, ständen dann alle jetzt durch den Sport genutzten Flächen und das Freigelände für eine Wohnbebauung zur Verfügung. Wir können nur an die Sportverwaltung und an die Politik mit aller Eindringlichkeit appellieren, sich entweder weiter für die Verwirklichung der bisherigen Planungen oder für eine kurzfristige Alternative einzusetzen. Unsere Geduld ist jetzt erschöpft.
Noch ein Wort zu den Kommentaren zur Oberbürgermeisterin. Der Person unserer Oberbürgermeisterin jetzt Parteilichkeit oder Einflussnahme auf das Gutachten wegen ihres Wohnsitzes vorzuwerfen, ist sachlich falsch. Der RSV hatte und hat zu Dagmar Mühlenfeld immer ein gutes Verhältnis und in ihrer Person eine Befürworterin der Planungen gehabt. Dieses Gutachten jetzt für persönliche Angriffe zu nutzen können wir nicht mittragen.
Im Namen des
Rasenspotverein Mülheim an der Ruhr e.V.
18:32
Vielleicht könnte man Ruhrwahnia einstellen und dort mal ein paar moderne Sportstätten an der Ruhr entstehen lassen.
Alles Papperlapapp! Herr Moseler, wenn es nach ihnen geht, dann gäbe es in Mülheim doch gar keinen Fußballverein mehr, gell!
Mülheim die apathische Stadt an der Ruhr!
18:15
Sehr merkwürdig das eine Frau OB es mit verantworten kann, dass gleich zwei Vereine auf runtergekommenen Sportanlagen spielen müssen, nur weil Madame es zu laut wird. Wer denkt denn mal an die Kinder? Sollen sie lieber auf dem heißener Marktplatz dumme Sachen machen? Echt schade, dass es so weit gekommen ist!!! Es ging diesmal ausnahmsweise nicht ums Finanzielle, da sich ja bereits Sponsoren gefunden haben. Der RSV Mülheim ist der älteste Fußballverein Mülheims und daher kann ja wohl kein Anwohner überrascht über irgendwelchen Lärm sein. Ich frage mich, warum die Anwohner sich nicht eine ruhigere Ecke in Mülheim ausgesucht haben?! Paradox, meines Erachtens! So paradox, dass es mich wütend macht!!!
17:55
und weil wir sowieso gegen alles und jeden sind, schreiben wir auch gleich noch einen kommentar:
wir sind gegen sport!
wir sind gegen sport!
wir sind gegen sport!
wir sind gegen jugend!
wir sind gegen jugend!
wir sind gegen jugend!
wir sind gegen alle!
bis zum nächsten inhaltsreichen beitrag!
16:35
Wohnt nicht Dagmar M. gegenüber der Sportanlage? Merkwürdig, dass neuerdings auch die kleinen Düsen nicht mehr über Heißen fliegen. Ob das zusammenhängt?
15:18
Ich hoffe das sich die Beteiligten nun ins Zeuglegen und entweder einen alternativ Plan auf
zeigen oder dem Stadtteil Heißen ein anderes Gelände präsentieren können.
Ich kann nicht verstehen ,das nur ein Gutachten alles stoppen kann,in andern fällen wird dann ein gegen Gutachten erstellt.
Die Damen - und Mädchenabteilung des TB Heißen 1892 e.V. zeigt sich entäuscht und sieht nicht, das die Stadt MH gewillt ist ,den Frauenfußball zu
unterstützen.
Man hat sich über die Stadt Essen aufgeregt ,das sie das Stadion nicht hin bekommt,die Stadt MH scheiteret schon an einer Bezirkssportanlage.
Schade der Aufschwung im Frauen und Mädchenfußball hätte bestimmt noch so einiges nach sich gezogen für den Stadtteil Heißen
14:18
Natürlich konnte ich es nicht zulassen, dass vor meiner Haustür ein lärmendes Monstrum von Sportplatz gebaut wird. Wer würde das nicht zu verhindern versuchen?
11:37
Liebe Frau Rüther,
Und all das Vitamin B, worüber der Verein, in Persona von Herrn Rolf Mühlenfeld verfügt, findet mal wieder keine journalistische Plattform.Frau OB hat sich garantiert nicht für befangen bei der Sitzung der Leonhard-Stinnes-Stiftung erklärt.
Ich finde hier kein Statement der Vereinsführungen zu diesem unglaublichen Vorgang. Da wird lediglich die Verwaltung gehört, die Betroffenen allerdings nicht.
Die Presse hat es in der Vergangenheit anscheinend ebnso negiert das die Pflasteranlage der Anlage durch die JSG saniert worden sind. Alles Korrekt natürlich in der Bande mit Herrn Ernst, damals Leiter der Stadtkanzlei, sowie Herrn Göckeritz, Prokurist bei der JSG. Aber wen Interesieren noch solche Bagatellfälle.
Liebe Frau Rüther Sie wissen doch ganz genau was wie es innerlich um den Mülheimer Sport steht. Auch diese dunkele Seite gehört in die Berichterstattung, ansonsten machen Sie sich mitschuldig!
09:38
Von welcher Wohnraumsituation reden wir da eigentlich? Von der Ratten-Population am Frohnhauser Weg? Oder lebt auf der U18-Strecke irgendwas? Wenn ich das richtig sehe sind da doch nur ein paar Häuschen?!?!?!
Ich frage mich manchmal, was in den Köpfen der Anwohner vor geht. Zuerst zieht man an einen Platz, an dem mit Lärmbelästigung gerechnet werden muss (Sportplatz, Flughafen, Autobahn). Dann nutz man die daraus resultierenden Vorteile aus (allem voran billige MIeten) und beschwert sich, wenn nach einer bestimmten Zeit ein höherer Bedarf entsteht.
Gerade unter dem Aspekt das immer mehr Einrichtungen für Kinder und Jugendliche nicht saniert oder sogar geschlossen werden finde ich das Ergebnis sehr schade. Zumal die Finanzierung (laut Bericht) ja schon steht.
Letztlich würde mich nur interessieren, ob nach diesem Gutachten über die Installierung von Schallschutzwänden nachgedacht wurden. Doch wahrscheinlich nicht. Denn es gab ein Problem, also kippen wir direkt das ganze Vorhaben!
07:06
Das ist ja mal wieder typisch für Mülheim. Die planen sich nen Wolf, ohne sich vorher mal zu informieren, ob es auch machbar ist.
Jetzt würde ich mir wünschen, dass der Neubau an der Saarner Straße (VfB Speldorf) auch scheitert. Die in den umliegenden Städten beheimateten Vereine lachen sich schon kaputt über diese Unfähigkeit Mülheims!