Haushoher Favorit
10.02.2012 | 15:48 Uhr 2012-02-10T15:48:00+0100
Wenn die Bundesliga-Volleyballer des Moerser SC am Sonntag (16 Uhr, Dieter-Renz-Sporthalle) gegen die RWE Volleys Bottrop antreten, dann ist die Vorgabe Pflichtsieg eine Selbstverständlichkeit. Bottrop ist abgestiegen, hat im Hinspiel eine 0:3 Niederlage bezogen und hat nach Aussage von Erfolgstrainer Mihai Paduretu aus Haching allenfalls Zweitligaformat.
Die Bottroper hat es in dieser Saison hart getroffen. Die eklatante wirtschaftliche Schräglage hat zum Abgang von vier Leistungsträgern - Falko Steinke, Renzo Verschuren (jetzt MSC), Sijme van Jaarsveld und Lukas Kampa sowie Trainer Johan Verstappen - geführt. Nun versucht Interimstrainer Igor Prielozny der Mannschaft einen ordentlichen Abgang aus der 1. Liga zu verschaffen. Zwischendurch wird von der Vereinsführung zwar noch über einen Ligaverbleib spekuliert (wenn andere Vereine auf den Aufstieg verzichten sollten), doch den Volleys ist eher eine Phase der Gesundung in einer unteren Spielklasse zu wünschen.
Dies alles bedeutet jedoch nicht, dass der Ausflug automatisch ein Sonntagnachmittagsspaziergang für die Mannschaft von MSC-Trainer Chang Cheng Liu werden wird. Die Volleys haben nichts mehr zu verlieren und spielen befreit auf. Spaß am Spiel haben, heißt die Devise der einst hoch gehandelten „Nationalmannschaft des Ruhrgebiets“.
Und die „Adler“ sollten gewarnt sein. Im Hinspiel hielten sich die Bottroper im ersten Satz mit 22:25 achtbar, im dritten Durchgang reichte es beim MSC mit Ach und Krach nur zu einem 26:24. Damals stand man in der RWE-Sporthalle kurz vor einer Blamage. Will sagen: Wenn man die Bottroper in ihrer eigenen Halle zu leicht nimmt, könnte das zu einem bösen Erwachen führen. Dies gäbe es sogar bei einem Satzverlust für den MSC. Ein Blick auf das Restprogramm lässt vermuten, dass es beim Kampf um Platz vier im Vergleich mit dem TV Bühl am Ende der regulären Spielzeit durchaus auf das Satzverhältnis ankommen könnte.
Die Devise für die Partie ist also klar: 3:0 Sieg. „Wir müssen einen glatten Sieg schaffen. Das geht nur über eine klare Führung gegen Satzende. Eine 23:23-Situation kann immer ins Auge gehen, das dürfen wir nicht noch einmal zulassen,“ so Coach Liu, der sich seinerzeit zwar über einen 3:0-Sieg freute, sich intern aber erhebliche Kritik über eine schwache Mannschaftsleistung anhören musste.
Man kann davon ausgehen, dass nach der guten Leistung der „jungen Adler“ beim Spiel gegen Rottenburg am letzten Wochenende auch in Bottrop wieder alle Spieler zum Einsatz kommen werden. Bottrop steht für den MSC am Anfang einer „englischen Woche“ (Mittwoch darauf in Friedrichshafen, Sonntag Heimspiel gegen Gotha). Da scheint sicher, dass Liu in Bottrop auch die Formation antesten wird, die in der Wochenmitte beim Meister den „einen oder anderen Satz“ holen soll.
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