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Futsal

Grätschen verboten

28.02.2012 | 18:06 Uhr

Futsal ist die offizielle DFB-Hallenvariante der weltweit beliebtesten Sportart. Während beim Hallenfußball mit einem ganz normalen Ball gespielt wird, ist das Sportgerät beim Futsal sprungreduziert: Lässt man den Ball auf den Boden fallen, tippt er nur ein- oder zweimal auf, bevor er auf dem Boden liegen bleibt. Dadurch kann er im Spiel besser kontrolliert werden, was sich äußerst positiv auf die Attraktivität dieser noch recht unbekannten Sportart auswirkt. Diese Eigenschaft ermöglicht eine filigrane Ballbehandlung.

In Mülheim hält der PCF Mülheim, der Primero Club de Futsal, die Fahne dieses feinen Sports hoch. Am Samstag trug der Verein sein Niederrheinliga-Spiel gegen NK Croatia Düsseldorf im Rahmen des Westdeutschen Finals aus, das von den Mülheimern ausgerichtet wurde und in dessen Rahmen vier Partien ausgetragen wurden, die allesamt in der Halle an der Kleiststraße stattfanden. Drumherum das Finale um die Westdeutsche Meisterschaft, mittendrin der PCF mit seinem Spiel und an der Wand ein Banner, der die Essenz dieser Sportart treffend zusammenfasst: „Futsal statt Grätschen!“

Erfahrene Mülheimer Futsal-Fans mussten sich beim Betreten der Sportstätte wohl unweigerlich verwundert die Augen reiben Bereits in einiger Entfernung von der Halle war ein ohrenbetäubendes Getöse zu hören. Während sich hier für gewöhnlich nicht mehr als 20 Zuschauer zu den Spielen einfinden, reiste das Team Holzpfosten Schwerte mit einem Fanclub in Mannschaftsstärke an, der nicht nur durch seine Größe und einheitliche Kleidung, sondern vor allem durch seine Lautstärke tiefen Eindruck bei allen Anwesenden hinterließ. Trommeln, Tröten, Ratschen! Hauptsache lautstark den eigenen Verein anfeuern, ist das Motto der lustig-bunten Truppe, die eine Stimmung verbreitet, wie man sie bei nur wenigen Fußball-Bundesligaspielen erleben kann. Hoolz´pfosten steht auf einem der Banner – so also der Name der Truppe, der sich ganz offensichtlich eng an den des Teams anlehnt. Jonas Becker ist der Präsident des Fanclubs, und Fragen interessierter Zeitgenossen ganz offensichtlich gewohnt. Er skizziert kurz die Entstehungsgeschichte des noch jungen Clubs: „Es ging vor zwei Jahren hier in Mülheim los, als wir bei einem Auswärtsspiel unserer Mannschaft hier Stimmung gemacht haben.“ Daraus entstand die Idee, einen Fanclub zu gründen, was ganz offensichtlich hervorragend funktioniert hat. „Bei uns in Schwerte kommen auch schon einmal 500 Zuschauer zu einem Futsal-Spiel“, gibt Jonas Becker zu Protokoll.

Den Mülheimern gelingt in ihrem Spiel ein guter Start. Kurz nach dem Wiederanpfiff führt das Team mit 3:0, fängt sich danach aber zwei Tore ein, so dass die Partie spannender wird, als sie eigentlich werden muss. Zwei Minuten vor dem Abpfiff steht es nur noch 3:2 für die Platzherren und es wird hektisch. Bis Tim Tübben mit der Schlusssirene den Treffer zum 4:2-Endstand erzielt. PCF-Trainer, PCF-Spieler, 1. PCF-Vorsitzender und an diesem Tag zwischendurch auch noch Kuchenverkäufer Alexander Prim war mit der Leistung seiner Mannschaft überhaupt nicht zufrieden: „Wir haben unsere Dominanz nicht in Tore umgemünzt und es unnötig spannend gemacht. Gegen stärkere Gegner wird so ein Gegurke unweigerlich bestraft. Jetzt muss es heißen: Gewonnen, Mund abwischen, weitermachen!“

Alexander Waldhelm

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Grätschen verboten
Grätschen verboten
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2012-02-28 18:06
Mülheim