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Grätschen ist verboten

16.10.2012 | 16:06 Uhr
Grätschen ist verboten
Auf dem Kunstrasenplatz am Waldschlösschen trugen die Ü50-Teams ihre Niederrheinmeisterschaft aus.Foto: Diana Roos

Sowohl im Profi- als auch im Amateurbereich werden die Fußballmannschaften im Durchschnitt immer jünger. Aus Mangel an finanziellen Möglichkeiten müssen vor allem die Amateuerklubs auf den eigenen Nachwuchs setzen. Die Folge: Auch die Altherrenmannschaften werden immer jünger, so dass Spieler über 50 Jahren dort gar keine Chance mehr haben.

Umso besser, dass der Fußballverband Niederrhein seit einigen Jahren eine Spielrunde für Ü50-Mannschaften durchführt. Nachdem zunächst die besten aller Kreise ermittelt wurden, trafen sich die besten acht Mannschaften sowie der Ausrichter am Samstag auf der Sportanlage des Mülheimer SV 07.

Verkürzte Spielzeit

Gespielt wurde parallel auf zwei Kleinfeldern. Die Spieldauer wurde für die Oldies extra verkürzt. Die Partien der Gruppe A, in der fünf Mannschaften gegeneinander spielten, dauerten 13 Minuten. Die der Gruppe B 17 Minuten, weil dort nur vier Teams um den Gruppensieg kämpften.

„Generell wird nach den Hallenregeln gespielt“, erklärt Peter Hein. Der Vorsitzende des Spielvereins fungierte am Samstag nicht nur als Ausrichter sondern auch als Trainer der gastgebenden Mannschaft. „Grätschen ist absolut verboten, denn wir wollen keine Verletzten haben“, sagt Hein. Wer gegen die Regeln verstößt, wird bestraft. Neben der gelben Karte gibt es zwei Arten von Platzverweisen. Einen für das laufende Spiel und bei ganz harten Fouls eine Sperre für das gesamte Turnier. Gespielt wird mit fünf Spielern und einem Keeper bei fliegenden Wechseln. Alle Akteure müssen in diesem Jahr 50 Jahre alt sein oder werden. Zwei Spieler dürfen 48 sein.

Unter den Mannschaften herrscht bei optimalem Herbstwetter eine lockere Atmosphäre. „Viele Mannschaften kennen sich schon lange, weil sie oft bei solchen Turnieren aufeinander treffen“, erläutert Peter Hein. Da darf natürlich auch das ein oder andere Späßchen nicht fehlen. So verhandeln zum Beispiel die Spieler von Gelb-Weiß Hamborn vor dem Spiel mit Schiedsrichter Peter Ollesch über zwei Elfmeter. Der Unparteiische macht den Spaß mit. „Was? Zwei nur? Das kriegen wir hin“, sagt er und hat die Lacher auf seiner Seite.

Auf dem Platz geht es dann aber nicht ganz so lustig zu. Alle Akteure sind mit großem Ehrgeiz bei der Sache – Ausraster bei nicht gelungenen Aktionen inklusive. Am Ball können die „Fünfziger“ noch einiges. Die wenigen Zuschauer dürfen sich über das ein oder andere Kabinettstückchen freuen. Die geringe Spielzeit kommt den Oldies entgegen. „Die Kondition lässt bei den Spielern in diesem Alter natürlich nach, das ist ja ganz normal“, sieht Peter Hein darin kein Problem.

Seine Mannschaft trifft im ersten Spiel direkt auf den Topfavoriten und Endrundenstammgast VfL Rhede. Der MSV verliert knapp mit 0:1. Da es kein Halbfinale gibt, sondern nur die beiden Gruppensieger das Endspiel bestreiten, sind die Mülheimer Chancen auf den erneuten Finaleinzug damit schon fast dahin. Der MSV steigert sich und schlägt Gelb-Weiß Hamborn mit 3:0. Im Duell gegen den SSV Erkrath reicht es zu einem 1:1. Das abschließende Gruppenspiel gegen den SV Millingen verlieren die Gastgeber mit 0:1. Die Millinger haben mit dem 69-jährigen Friedhelm Berkels übrigens den ältesten Spieler des Turniers in ihren Reihen.

Eingespielte Mannschaft

Als Gruppenvierter treffen die Mülheimer anschließend im Spiel um Platz sieben auf den TuS Gellep-Stratum und gewinnen mit 4:3 nach Neunmeterschießen. Doch am Ende steht weniger das Ergebnis, sondern das schöne Erlebnis im Kreise bekannter Mannschaften im Vordergrund. Turniersieger wird der favorisierte VfL Rhede, der sich im Endspiel überraschend klar gegen Louisiana Oberhausen durchsetzt. Die Oberhausener hatten einige ehemalige Spieler von Rot-Weiß Oberhausen im Kader. Doch die eingespielten Rheder waren eine Nummer zu groß.

Marcel Dronia

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2012-10-16 16:06
Mülheim