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Feste Größe in der Königsklasse

08.08.2011 | 20:28 Uhr
Feste Größe in der Königsklasse
Mit vereinten Kräften hat sich das Mülheimer Sprintteam in die nationale Spitze geschoben. Foto: privat

Wer über eben diese Sprintkraft verfügt, der lehnt sich nicht zu weit aus dem Fenster, wenn es darum geht, das Saisonziel zu korrigieren. Das Mülheimer Sprintteam bewies bei der dritten Station der Ruder-Bundesliga sein Abonnement auf Platz drei, ließ auch das Wasser des Maschsees zu Hannover kochen, behauptete den dritten Tabellenplatz und nimmt Kurs auf Rang zwei.

Trotz des von der Sparkasse Mülheim spendierten, topmodernen Achters übte sich die eingespielte und eingeschworene Crew von der Ruhr vor den ersten Sprintprüfungen auf fremden Gewässern in Bescheidenheit. „Wir wollten uns in der vorderen Tabellenhälfte festbeißen, ein Platz unter den Top 5 war der erklärte Wunsch“, blickt Schlagmann Martin Tschäge nach dem Gastspiel in Niedersachsen auf die Ursprungslage zurück. Doch jetzt hat sich die Situation beim mit frappierender Beständigkeit zu Werke gehenden Sprintteam schlagartig geändert. „Hannover war die Bestätigung dafür, dass wir da oben hingehören und ordentlich mitmischen. Wir haben unseren dritten Platz gefestigt und liegen nur noch einen Punkt hinter dem Münster-Achter.“ Der wurde in der Landeshauptstadt vom neuen Tabellenführer und amtierenden Crefelder Ruder-Club entthront. Der Angriff auf die Westfalen soll bei der nächsten Station der Ruder-Königsklasse am letzten August-Wochenende auf der Hamburger Binnenalster erfolgen.

Das Maschsee-Fest erwies sich wieder als Highlight im Bundesliga-Zirkus. Nachdem auch viele Fußball-Fans nach dem Spiel Hannover 96 gegen Hoffenheim den Weg zum Gewässer gefunden hatten, bildeten geschätzte 50.000 Zuschauer die imposante Kulisse für die Sprint-Achter der Eliteliga. bei der Ouvertüre Zeitfahren hatten die RRGM-Ruderer einen schweren Lauf mit den Gegnern Krefeld, Leverkusen und Hannover erwischt. „Es lief ganz ordentlich, aber wir waren noch etwas verhalten und hatten eine gewisse Morgenstimmung im Boot“, so Tschäge. Die Mülheimer belegten hinter Krefeld und Leverkusen Platz drei, das bedeutete aber ebenfalls die drittbeste Gesamtzeit. „Das war dann auch für uns ein guter Auftakt.“

Ein Auftakt mit befreiender Wirkung: Im Achtelfinale setzten sich die Mülheimer gegen Dresden und die beiden Hamburger Großboote souverän durch, um im Viertelfinale mit den Gegnern Krefeld, Münster und Hannover eine Kracherauslosung beschert zu bekommen. Die aktuellen drei Podestmannschaften waren in einem Sprintrennen versammelt, ein Topteam musste also vorzeitig die Segel streichen. Daran glauben mussten die Münsteraner, denen Tschäge und Co. als Zweitplatzierte auf der 350 Meter-Distanz eine halbe Sekunde abnahmen. „Natürlich war bei uns die Erleichterung groß“, hieß es nach dieser getanen Arbeit.

Im Halbfinale, bei dem um 20 Uhr der Himmel seine Schleusen öffnete und Blitze zuckten, wartete der neue Tabellenvierte und Reviernachbar Emscher-Hammer, der bis dahin nicht groß aufgefallen war. Was sich schnell änderte. „Auf einmal waren die bärenstark. Wir waren nicht schlecht, aber es lief nicht 100-prozentig. Natürlich war die Enttäuschung groß, nicht das Finale erreicht zu haben.“ Das buchte der Hammer mit einer Zehntelsekunde Vorsprung.

Im Kampf um Platz drei machten die Ruhr-Sprinter gegen die Frankfurter RG noch einmal ein Superrennen und nahmen den Hessen 1,5 Sekunden ab. „Wir haben unseren Frust abgelassen.Mit dieser Leistung hätten wir das Halbfinale garantiert gewonnen“, sagte Tschäge.

Gerd Böttner

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