Erinnerungen werden wach

Es war ein kalter Sonntagnachmittag im November, als der Mülheimer FC Vatangücü im Ruhrstadion den Spielverein 07 zum Stadtderby empfing. Das Spiel wurde zu einer Demonstration der Stärke der Gäste, bereits nach einer Viertelstunde war die Partie entschieden. Am Ende deklassierte der MSV den Lokalrivalen mit 7:0. Was nach dem Torfestival niemand ahnte: Der MSV- Sieg gegen Vatangücü, es war der dritte in Folge, sollte der letzte für über fünf Monate sein.

Ein halbes Jahr später, am Sonntag, 15 Uhr, steigt die Neuauflage des Lokalduells. Der MSV ist wieder gut in Form, gewann zuletzt dreimal am Stück. Nach dem desolaten Winter mit zwölf sieglosen Spielen in Folge hat sich der Spielverein rechtzeitig zum Saisonendspurt gefangen und derzeit einen Punkt Vorsprung auf die Abstiegsränge. Drei weitere Zähler sollen am Sonntagmittag folgen, die „07er“ wollen auch das zweite Lokalduell gegen den MFC für sich entscheiden.

Dieser ist mittlerweile sang- und klanglos aus der Bezirksliga abgestiegen. Fünf Spiele dauert die Abschiedstournee des MFC noch an, ehe eine katastrophale Spielzeit ihr Ende gefunden hat. Am Mittwochabend gab es eine 1:4-Heimniederlage gegen Rheinland Hamborn, bei der die Gastgeber beste Chancen freistehend vergaben. „Allein in der ersten Halbzeit hätten wir fünf Tore erzielen müssen“, weiß Spielertrainer Hakan Turna, „wir waren viel zu fahrlässig.“ MSV-Trainer Jörg Ostwald, der den MFC am Mittwochabend beobachtet hat, ergänzt: „Die erste Halbzeit war imposant.“ Im Lokalduell soll beim MFC die Chancenverwertung besser werden. Den Spielverein sieht Turna unter Druck: „Der MSV will natürlich in der Liga bleiben und wird angreifen. Wir müssen dagegenhalten.“

MSV-Coach Ostwald weiß darum. „Ich erwarte ein körperbetontes Spiel. Vatangücü wird sich sicher nicht kampflos ergeben. Sie werden uns ärgern wollen“, prognostiziert er. Die höhere Qualität steckt allerdings zweifelsohne in seinem Kader. „Das hat das Hinspiel gezeigt“, erinnert sich Ostwald, „das ist ein Pluspunkt, den wir in so einem Spiel nutzen müssen.“ Er weiß jedoch auch: „In unserer Situation gibt es keine leichten Spiele mehr.“ Und Gedanken daran, dass es erneut der letzte Sieg für lange Zeit werden könnte, möchte am Waldschlösschen niemand verschwenden.

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