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Erfüllung eines Kindheitstraumes

10.08.2012 | 19:01 Uhr
Erfüllung eines Kindheitstraumes
Zwei Mülheimer in London: Die Mülheimer Nationalspieler Thilo Stralkowski (links) und Jan Philipp Rabente. Foto: Privat

Der gemeinsame Weg ist noch lange nicht zu Ende, aber in der Vielfalt der gemeinsamen Erlebnisse mit der Kindergarten- und Schulzeit sowie dem sportlichen Werdegang im Zeichen der Eule wartet am Samstag (Spielbeginn 21 Uhr MESZ) in der Londoner Riverbank Arena eine Königsetappe auf die beiden Mülheimer Jan Philipp Rabente und Thilo Stralkowski. Mit der Hockey-Nationalmannschaft formieren sich die Uhlenhorster Urgesteine zum olympischen Finale gegen den Erzrivalen Niederlande.

Der gemeinsame Weg der beiden heute 25-jährigen Kumpel hat vor zwei Jahrzehnten begonnen. Zu jener Zeit gehörten sie zu den Minis in der Uhlenhorster Hockey-Familie. Und hatten zu jener Zeit das erste große Erlebnis, als sie zu denjenigen gehörten, die die 1992 in Barcelona zu Olympiasiegern geschlagenen HTCU-Legenden Carsten Fischer, Sven Meinhardt, Jan-Peter Tewes und Andreas Becker mit dem ganz großen Bahnhof im Waldstadion empfingen. Damals begann der Traum, auch einmal den Weg der großen Vorbilder einzuschlagen. „Jetzt ist er mit der Finalteilnahme in Erfüllung gegangen“, sagte Nationalstürmer Thilo Stralkowski vor dem weltweit verfolgten Showdown in Londons guter Hockeystube. „So richtig realisiert habe ich das noch nicht, das wird wohl noch eine Weile dauern. Eine gewisse Anspannung ist zwar da, aber ich bin so ruhig wie immer. Das Finale sehe ich noch wie jedes andere Spiel, vermutlich wird sich das ändern, wenn die Hymne gespielt wird. Dieser Samstag, an dem sich ein Kindheitstraum erfüllt. wird einer der größten Tage in meinem Leben“, so der angehende Verkehrspilot, der sich vor Handy- und Facebook-Nachrichten aus der Heimat kaum retten kann.

Auch Jan Philipp Rabente freut sich über diesen Zuspruch. Carsten Fischer und HTCU-Co-Trainer Sven Meinhardt gehören zu denjenigen, die den London-Reisenden mit aller Kraft die Daumen drücken. „Als ehemalige Olympiasieger wollen sie uns als frischgebackene Goldmedaillengewinner empfangen“, so Mittelfeldspieler Rabente. Auch für ihn geht der Herzenswunsch in Erfüllung. „Wenn und das einer vor 20 Jahren erzählt hätte, hätten wird es natürlich nicht geglaubt. Was wir hier geschafft haben, erfüllt uns mit Stolz und es ist einen große Ehre, den HTCU so zu vertreten und die große Tradition des Vereins fortzusetzen. Das Endspiel ist für mich das wichtigste Spiel in meiner Karriere, Die Finalteilnahme ist das Etappenziel, das Endziel ist aber, dass wir die Goldmedaille um den Hals haben. Das war ja immer unser erklärtes Ziel. Unser kompletter Hunger ist noch nicht gestillt“, hieß es am freien Freitagnachmittag bei einem Spaziergang durch das Olympische Dorf. Und mit Blick auf die sattsam bekannten Niederländer: „Die haben bisher alles gewonnen, wobei man den Erfolg gegen Großbritannien nicht überbewerten soll, sind sehr stark und strotzen vor Selbstbewusstsein. Bei uns ist der Knoten geplatzt. Wir sind nach der Superleistung gegen Australien sehr zuversichtlich.“

André Henning, Trainer des HTC Uhlenhorst, hat für den historischen 9:2-Kantersieg der Niederlande gegen die bedauernswerten Briten nur eine Wertung: „Beeindruckend! Die spielen ein nahezu perfektes Turnier, ich hoffe, dass sie das im Endspiel nicht abrunden. Die Niederländer sind topfit, aber das waren wir gegen Australien auch. Ich erwarte ein Duell auf Augenhöhe. Wenn die Mannschaft, die im Halbfinale ebenfalls ein Hammer-Hockey gespielt hat, wieder solch eine Topleistung abruft, hat sie große Chance, Gold zu gewinnen“, so Henning, der Rabente und Stralkowski seit der B-Jugend begleitet und neben anderen Uhlenhorster Trainern geformt hat. „Vorrangig für die Entwicklung ist aber, dass die Spieler ihren Weg finden - und den haben sie gefunden. Das sind zwei unterschiedliche Typen, die aus ihrem herausragenden Talent extrem viel gemacht haben. In Richtung Olympia haben sie hart gearbeitet und viel investiert. Wie bei uns in der Bundesliga haben sie auch in der Nationalmannschaft den letzten und großen Willen.“

Mit den entsprechenden Auswirkungen auf den Heimatverein. „Was sie erreicht haben, ist eine klare Botschaft an unsere jungen und aufstrebenden Spieler. Sie werden ihre Erfahrungswerte weitergeben und ihre Vorbildfunktion ausfüllen, davon werden alle profitieren“, sagt Henning, der vor dem großen Finale seine eigene Botschaft formuliert: „Deutschland holt Gold, aber der Sieg wird gegen diesen Gegner knapp ausfallen!“

HTCU-Teammanager Horst Stralkowski erwartet als Zuschauer in der ausverkauften Riverbank Arena ein Match mit allen Zutaten. „Das ist Kopfsache und wird unfassbar eng. Aber in der deutschen Mannschaft ist jeder in der Lage, für den entscheidenden Moment zu sorgen.“ Go for Gold!

Gerd Böttner



Kommentare
10.08.2012
23:37
Erfüllung eines Kindheitstraumes
von suedjuergen | #1

auch ich wünsche alles gute und drücke die daumen.

ist hofberichterstatter böttner denn nicht vor ort?

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