Enttäuschung auf der ganzen Linie

Crefelder HTC -
HTC Uhlenhorst 2:0 (0:0)

Tore: 1:0 (41.) Deecke, 2:0 (70.) Pelzner
HTCU: Küppers, Weißner - Keusgen, T. Brinkmann, Weinke, Fürk, Rieß, Bosserhoff, Nitschke, Matania, Windfeder, Herzbruch, Stralkowski, Rohrbach, Godau, Schmitz, Fleckhaus
Ecken: 3 (0 Tore)/1 (0 Tore)
Zuschauer: 350
Gelbe Karten: Fleckhaus (28., unsportliches Verhalten), Stralkowski (65., Foulspiel)
Schiedsrichter: C. Deckenbrock/R. Drost

Kurz nach der Schlusssirene, die von den Gästen wie eine Erlösung aufgenommen wurde, bildeten die Uhlen auf dem Krefelder Kunstrasen einen Kreis. Staff und Mannschaft nach einer blutleeren Vorstellung im engen Schulterschluss. Bei denen, die die Köpfe hängenließen und wie begossene Pudel wirkten, wurden die ersten kritischen Stimmen laut. Dann erhob Tina Bachmann die Stimme. Und sie fand nach der bösen Vorstellung ihrer aus der Spur geratenen Auswahl eindringliche Worte. Die Aufarbeitung des kapitalen Fehlstarts des Bundesligisten HTC Uhlenhorst, der nun den Atem des Berliner HC spürt, hatte begonnen.

Aufregung bei Match-Vorbereitung

Es gibt schwarze Tage, an denen frühe Ereignisse irgendwie bereits auf das schlechte Gelingen verweisen. Schon bei der Matchvorbereitung herrschte Aufregung bei den Gästen. Abwehrspieler Ferdinand Weinke hatte unglücklich einen Ball abbekommen, die Wunde musste kurzerhand genäht werden, dann konnte der Nationalspieler seinen Dienst verrichten.

Nach einer Phase des Abtastens verlagerten die Uhlen, die sich zu allem Überfluss an der Hüttenallee über ein vermehrt parteiisches und oftmals überfordertes Schiedsrichtergespann ärgern mussten, nach zehn Minuten das Geschehen in die Krefelder Spielhälfte und beherzigten das, was Tina Bachmann mehrmals eindringlich in Richtung Team rief: „Geduld!“ Die erste Chance (12.) besaß Jan Nitschke. CHTC-Keeper Mark Appel war auf dem Posten. Die nächste Möglichkeit (20.) bot sich Kapitän Thilo Stralkowski. Diesmal legte Appel in Sachen Torwartkunst noch einen drauf. Viele Möglichkeiten gab es danach für die Gäste nicht mehr.

Dafür gerieten sie im Abwehrverband übel aus dem Tritt, blieben bei den Großchancen von Patrick Schmidt (22.) und Felix Klein (25.) aber noch verschont. Beide standen sträflich frei, keine Spur von Zuordnung und Kommunikation bei den Mülheimern, die in der Hälfte der Bundesliga-Saison doch so sicher gestanden hatten. Ein Hauch einer Chance bot sich derweil Nationalspieler Benedikt Fürk in der 29. Minute, die erste und einzige Uhlenhorster Ecke in der Schlussminute des ersten Aktes verpuffte wirkungslos.

Nach dem Wiederanpfiff nahm das Unheil schnell seinen Lauf. Mit einem krachenden Schuss in den Winkel erzielte Olympiasieger Oskar Deecke die Führung. Der CHTC hatte nun endgültig das Sagen, doch auch die Gäste, von denen nichts mehr zu sehen war und die kollektiv abgetaucht waren, meldeten sich in Person des Torwarts noch einmal zu Wort: Bei zwei Strafecken war Lennart Küppers reaktionsschnell auf dem Posten. Die Krefelder ließen bei einem starken Auftritt weitere Großchancen liegen (Niklas Wellen und Schmidt), Florian Pelzner machte in der Schlussminute den Sack zu.

Fehlende Einsatzbereitschaft

„Von der Einsatzbereitschaft her war das viel zu wenig. Wenn du einen oder gar drei Punkte willst, dann musst du dir das auch ehrlich verdienen. Das ist ein Weckruf, den zunächst jeder für sich verarbeitet“, lautete die Einschätzung von Cheftrainerin Tina Bachmann nach einem höchst unfreundlichen Freiluftstart.