Endstation Viertelfinale

Bei der legendären Henley-Regatta im englischen Ruder-Mekka war im Thames Challenge Cup im Viertelfinale für den Achter der Renn-Ruder-Gemeinschaft Mülheim (RRGM) Endstation. Gegen das Topboot des Thames Rowing Club aus England musste sich das Mülheimer Boot vor der imposanten Kulisse von mehr als 150 000 Zuschauern geschlagen geben.

Nach den Siegen im Vorlauf und Achtelfinale war das Mülheimer Flaggschiff mit viel Selbstvertrauen in das Duell gegen das erste von vier Booten des Thames Rowing Club gestartet. Auch wenn sich jeder der schweren Aufgabe bewusst war, die vor den acht Ruderern und Steuerfrau Mara Raasch lag. Der Start des Rennens, sonst die absolute Stärke des Mülheimer Teams, missglückte komplett und so sah sich die Mannschaft um Schlagmann Henrik Stoepel bereits nach 200 Metern im Rückstand. Auch während des Mittelabschnittes konnte sich das Londoner Boot Stück für Stück weiter absetzen und den Abstand zwischenzeitlich auf über drei Längen ausbauen.

Doch die Männer aus Mülheim gaben nicht auf und kämpften weiter um jeden Zentimeter auf der Strecke von 2112 Metern. Mit einem beherzten Endspurt kamen sie auch noch einmal an das gegnerische Boot heran, konnte es aber nicht mehr abfangen. Das Boot des Thames RC war an diesem Tag einfach zu stark.

„Wir hatten uns vorgenommen, uns mit einem guten Start abzusetzen und zu versuchen dort einen kleinen Vorsprung herauszuholen. Dass der Start dann missglückte, ist schade, aber auch so waren die Londoner heute einfach im entscheidenden Mittelteil deutlich schneller als wir unterwegs“, so RRGM-Ruderer Henrik Stoepel nach dem Rennen.

Aber Co-Schlagmann Philipp Uebachs war nach dem Ausscheiden mit dem in Henley erreichten trotzdem zufrieden und blickte direkt angriffslustig in die Zukunft: „Wir kommen nächstes Jahr wieder und wollen dann mit mehr Vorbereitung noch weiterkommen.“

Nach dem verlorenen Rennen wurde das Boot direkt verladen. „Wir werden jetzt diese einzigartige Atmosphäre hier in Henley genießen und uns danach zu Hause direkt weiter auf die nächste Station der Ruder-Bundesliga in zwei Wochen in Münster vorbereiten“, bilanzierte Jan Nikolai Trzeszkowski.

Und auch der Kollege Sven Schnabel war zufrieden: „Es war einmalig hier vor 150 000 Zuschauern zu rudern. Viele haben uns nicht zugetraut, nicht einmal die erste Runde zu überstehen, aber wir haben es bis ins Viertelfinale geschafft.“

Das Team Henley 2015 war mit Franz Schürmann, Robert Schneider, Jan Nikolai Trzeszkowski, Erik Jahnel, Sven Schnabel, Marcel Bouchard, Philipp Uebachs, Henrik Stoepel und Steuerfrau Mara Raasch im Einsatz.

Der Deutschland-Achter hat den Sieg bei der Henley Royal Regatta verpasst. Ein alter Rivale war im Grand Challenge Cup erneut schneller. Das Flaggschiff des Deutschen Ruderverbandes (DRV) verlor das Finalduell gegen Weltmeister Großbritannien. Die Europameister-Crew um Schlagmann Hannes Ocik hatte zweidreiviertel Bootslängen Rückstand auf die Briten. „In der Mitte des Rennens sind sie uns weggefahren und haben mit mehr als einer Länge geführt. Da war das Duell entschieden“, kommentierte Ocik den herben Rückschlag bei der Regatta auf der Insel. Im Ziel war der Rückstand auf den britischen Achter beträchtlich. „Sie haben uns überrannt, wir sind dazu noch schlecht gerudert“, sagte Olympiasieger Maximilian Reinelt.