Einbahnstraßen-Halbfinale

HTC Uhlenhorst -
Partille SC 9:1 (4:0)

Tore: 1:0 (7., KE) Herzbruch, 2:0 (8.) Matania, 3:0 (14.) Nitschke, 4:0 (18.) Windfeder, 5:0 (25., KE) Keusgen, 6:0 (33.) Stralkowski, 7:0 (34.) Matania, 8:0 (38.) Nitschke, 9:0 (39.) Matania, 9:1 (40., Siebenmeter) Hemvik
HTCU: Küppers, B.Brinkmann - Weinke, Windfeder, T. Brinkmann, Keusgen, Matania, Stralkowski, Fürk, Herzbruch, Fleckhaus, Nitscke
PSC: Franzen Moberg - Hemvik, Rydborn, S. Melander, Stoby, Engström, Lundquist, A. Melander
Zuschauer: 600
Schiedsrichter: van Eert (Niederlande)/Benford (England)

Es war ein Halbfinale wie zugeschnitten auf die Wünsche des Europapokal-Gastgebers HTC Uhlen. Die Mülheimer zelebrierten gegen einen personell gebeutelten und auch deshalb hoffnungslos unterlegenen und überforderten schwedischen Meister Partille SC die hohe Kunst des Einbahnstraßen-Hallenhockeys und unterhielten ihren Anhang am frühen Samstagabend in der spielfreudigen und torreichen Ausrichtung. Angesichts der internationalen Wertigkeit hätte es aber durchaus ein bisschen mehr Spannung sein dürfen. Die Ohnmacht der Skandinavier ließ das indes zu keinem Moment der schier erdrückenenden Einseitkeit zu.

„Die Schweden müde gespielt“

„Es war ja unser Matchplan, die Schweden mit schnellem Passspiel müde zu spielen. Der Kräfteverschleiß bei ihnen war dann auch schnell überdeutlich. Mit dem Ergebnis war Partille noch gut bedient. Die Höhe und die Art und Weise, wie die Jungs den Sieg herausgespielt haben, geht völlig in Ordnung“, sagte HTCU-Teammanager Horst Stralkowski nach dem Match.

Für das Vorschlussrundenspiel in der RWE-Sporthalle standen dem schwedischen Trainer Urban Björkman nur noch sieben Feldspieler zur Verfügung. Ein gewisser Adam Svenberg Engström, ein Baum von einem Schweden, saß derweil nur auf der Bank und schaute sich an, wie seine Klubkollegen das ungleiche Duell gestaltetet. Als die Gäste aus der Nähe von Göteborg noch Luft hatten, stellten sie sich dem von Beginn an im Offensivmodus befindlichen HTCU erfolgreich in den Weg. Angetrieben von den Trommlerinnen aus dem eigenen Haus, brauchte der Favorit eine gewisse Zeit, um den Riegel des Partille SC zu knacken. In der siebten Minute war der Bann gebrochen. Der junge WM-Fahrer Timm Herzbruch meldete gleich bei der ersten Strafecke Vollzug. Nur eine Minute später legte Tobias Matania mit dem zweiten Treffer nach. Da roch es schon ganz früh nach der Vorentscheidung - und nach dem Finale.

Die Uhlen waren nun auf den Geschmack gekommen. Angriff auf Angriff rollte auf das Tor der weitgereisten Gäste, die zudem mit dem konsequenten Pressing der Uhlenhorster konfrontiert wurden. Ein Happen, der den Schweden so gar nicht schmeckte. Als es in der 18. Minute nach einer Co-Produktion von Lukas Windfeder und Tobias Matania 4:0 hieß und wenig später die Hälfte der Arbeit verrichtet war, war der PSC noch gut bedient.

Von den Schweden war auch nach dem Wiederanpfiff offensiv nicht zu sehen. Das immer müder werdende Häuflein bemühte sich um Schadensbegrenzung, doch in den Schlussminuten war die Lawine nicht mehr aufzuhalten. Ganz am Ende der Veranstaltung stand das kleine Erfolgserlebnis für den PSC. Exakt 22 Sekunden vor dem Ende verursachte Tobias Matania einen Siebenmeter, den sich Karl Hemvik mit der letzten Kraftanstrengung nicht nehmen ließ. Es war der einzige Schuss auf den Kasten von Keeper Lennart Küppers.