Ein Vormittag im Krankenhaus

Der erste Auftritt bei den YONEX German Open als Trainerin verlief für die beim Bundesligisten 1. BV Mülheim spielende Judith Meulendijks anders als geplant. Sabrina Jaquet, der einzige Schützling der neuen schweizerischen Assistenztrainerin, war in ihrem Qualifikationseinzel gegen die Niederländerin Soraya de Visch Eijbergen eigentlich auf einem guten Weg, als sie sich beim Stand von 19:14 im letzten Satz verletzte und nicht mehr weiterspielen konnte.

„Das war natürlich sehr bitter, wenn man nur noch zwei Punkte braucht. Aber es ging nicht mehr, sie konnte überhaupt nicht mehr auftreten“, erklärt Trainerin Judith Meulendijks. Den gesamten Mittwochvormittag verbrachten Meulendijks und Jaquet im katholischen Krankenhaus, wo nach einem MRT zwei Zerrungen am Übergang der Achillessehne zur Wade festgestellt wurden.

„Morgen geht es zurück in die Schweiz, wo sich der Arzt die Bilder noch einmal anschauen wird. Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass sie die nächsten Turniere in England und in der Schweiz spielen kann“, sagt die Trainerin. „Das wird wohl nichts.“

Abgesehen von diesem unglücklichen Zwischenfall ist Meulendijks aber glücklich über ihren Job in der Schweiz, den sie am 1. November angetreten hat. „Wir haben ein Team von ungefähr 16 Leuten zwischen 18 und 23 Jahren. Darunter gibt es ein paar echte Talente. Es ist aber als langfristiges Projekt zu sehen“, erklärt die Niederländerin, die mittlerweile in der Nähe von Bern wohnt und bis Ende 2016 beim Verband in der Schweiz angestellt ist.

Und der 1. BV Mülheim? „Wir führen Gespräche, wie genau es mit mir weitergeht. Ich kann mir schon vorstellen weiterzumachen, möchte aber keiner jüngeren Spielerin im Weg stehen. Vielleicht mache ich als Trainerin weiter oder stehe im Notfall zur Verfügung“. Eines aber ist klar: „Ich werde nicht den Verein wechseln.“